ENTSTEHUNG UND ENTWICKLUNG DER WERKSTÄTTEN

Ikonen schreiben als geistliche Aufgabe wird von Gebet und Fasten begleitet
Ikonenwerkstatt im Kloster

Die Anfänge

Zeitgleich mit der Gründung des Klosters im Jahre 1999 entstanden verschiedene Werkstätten, die zunächst den Klosterbau unterstützen bzw. zu seiner Verschönerung beitragen sollten. Dazu gehören in erster Linie: die Ikonenmalerei und die Schneiderei, die bereits im Gründungsjahr entstanden. Diesen folgten die Freskenmalerei (2001) und die Mosaikwerkstatt (2002).

Unsere Motivation

Das Kloster der Heiligen Elisabeth entstand in der Umgebung eines psychiatrischen Krankenhauses und neben Wohnheimen für Menschen mit psychischen und physischen Beeinträchtigungen. Aus unserem Leitbild heraus versteht sich, dass wir diesen Menschen eine Perspektive eröffnen wollen. Sie sollen, wenn es ihnen möglich ist, die Gelegenheit haben, ihre Talente zu entfalten, Geld zu verdienen, Lebenssinn und -freude zu finden. Am Arbeitsmarkt können sie nicht mithalten; dort sind ihnen die Türen verschlossen. In den Werkstätten des Klosters werden sie tätig.

Ein weiterer wichtiger Schritt bei der Entstehung der verschiedenen Werkstätten war die Errichtung der Integrationsstätte für Männer am Klostergut im Dorf Lysaja Gora, ca. 30 km von Minsk entfernt, das auch unterschiedliche bäuerliche Betriebe und eine Gärtnerei beherbergt. Hier werden auch Obdachlose und ehemalige Strafgefangene betreut, die nach der Entlassung aus dem Gefängnis weder Wohnung noch Arbeit finden. Unterschiedliche Bedürfnisse bzw. verschiedene Fähigkeiten, der dort tätigen Brüder und Schwestern ließen eine Reihe neuer Werkstätten entstehen.

Ausstellung unserer Produkte auf dem Klostermarkt in Walkenried/Deutschland
Klostermarkt Walkenried in Deutschland

Der Bau des “Hauses des Fleißes“ ermöglichte es einen Teil der Werkstätten aufzunehmen, die zunächst in und am Kloster anfingen zu existierten. Im Jahre 2010 hat seine Eminenz Filaret das „Haus des Fleißes“ geweiht. Es liegt im Dorf Tsna und ist ein schönes großes 3-stöckiges Gebäude mit hellen und geräumigen Arbeitsstätten.

Die Werkstätten und das Projekt

Es gibt heute etwa 40 Kloster-Werkstätten: eine Ikonenmalerei, eine Schneiderei, eine Kerzenzieherei, Kunstwerkstätten für Glas, Keramik und Mosaik und viele weitere. Begleitet von professionellen Fachleuten und den Klosterschwestern arbeiten dort auch Menschen mit Beeinträchtigungen. Das Ziel ist ihre Integration in den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft. Sie erhalten eine Ausbildung und arbeiten unter Bedingungen, die ihnen gerecht werden. Dabei wird mit Organisationen zusammengearbeitet, die die entsprechende Expertise besitzen.

Nach der Integrationsphase finden die Menschen einen gesicherten Arbeitsplatz in einer der Klosterwerkstätten oder in einem Unternehmen am offenen Arbeitsmarkt.

Durch diverse Veranstaltungen, auf denen das Kloster sein Engagement präsentiert, wird die Öffentlichkeit mit den Ergebnissen des Integrationsprojektes bekannt gemacht. Die Erzeugnisse der Werkstätten werden in den Geschäften des Klosters und auf Ausstellungen und Märkten in vielen europäischen Ländern und in Ländern außerhalb Europas verkauft und erfreuen sich großer Beliebtheit.