Heilung eines Gelähmten (6. Sonntag nach Pfingsten)

24. Juli 2022

Fresko mit der Darstellung dieses Heilungswunders

Fresko mit der Darstellung dieses Heilungswunders

Predigt von Erzpriester Dmitrij Smirnow

Heute stellt uns die Heilige Kirche eine Lesung aus dem Matthäusevangelium vor, wie der Herr den Gelähmten geheilt hat, der zu ihm gebracht und vor ihn gestellt wurde. „Da brachte man auf einer Tragbahre einen Gelähmten zu ihm. Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: Hab Vertrauen, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben! Da dachten einige Schriftgelehrte: Er lästert Gott. Jesus wusste, was sie dachten, und sagte: Warum habt ihr so böse Gedanken im Herzen? Was ist leichter, zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben!, oder zu sagen: Steh auf und geh umher?          Ihr sollt aber erkennen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben. Darauf sagte er zu dem Gelähmten: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh nach Hause!   Und der Mann stand auf und ging heim." (Mt 9, 2ff.)

Dieses Evangelium ist uns ein großer Trost, weil wir alle gelähmt sind, wir alle leben in einer solchen Zeit allgemeiner Schwäche und Müdigkeit. Das 20. Jahrhundert ist das Jahrhundert der Lähmung, als die Menschheit schwach wurde und nun zu keiner noch so kleinen Anstrengung in der Askese mehr fähig ist. Jeder von uns versucht zu beten, versucht etwas aus sich zu machen, sich irgendwie zurechtzufinden, aber er sieht, dass nichts funktioniert, und das lässt ihn verzweifeln. Und darunter leiden nicht nur wir, sondern die gesamte Menschheit von Nord bis Süd und von Ost bis West. Es gibt fast keine Asketen mehr, das Land ist verarmt bezüglich jedweder asketischen Anstrengung. Wenn wir daher die Lebensgeschichten der Heiligen lesen, scheint es uns, dass es für Menschen unmöglich geworden ist, so zu fasten, so zu beten, solche guten Taten, Wunder zu vollbringen. Es scheint uns unmöglich, weil es für uns unmöglich ist.

Aber im Christentum beruht alles auf Anstrengung. Ein Mensch ist sündig, und um rechtschaffen zu leben, muss er sich anstrengen: Er darf die Sünde nicht in sich wirken lassen, sondern soll im Gegenteil nach Tugend streben. Aber ein Mensch hat keine Kraft, und deshalb ist er nervös, wütend, verzweifelt. So   sollte man nicht leben. Unsere Zeit ist die Zeit der kleinen Taten, der kleinen Anstrengungen. Und in der heutigen Lesung des Evangeliums wird uns dafür ein Beispiel gegeben. Es gab diesen gelähmten Mann, der Gott gegenüber seine Treue auf keinerlei Weise aufzeigen konnte: Er konnte sich weder niederwerfen, noch die Schrift lesen, noch zu heiligen Stätten pilgern, noch heilige Reliquien verehren. Aber er konnte glauben. Der Glaube ist ein ständiges Streben nach dem Reich Gottes. Und als dieser Gelähmte den ihm von Gott bestimmten Lebensweg absolvierte und seine Krankheit durchlitt, richtet ihn der Herr, als er seinen Glauben sah, aus dem Krankenbett auf.

Dieses Evangelium gibt uns Hoffnung. Es zeigt uns, dass selbst die kleinste Bewegung, Anstrengung, die wir im geistlichen Bereich unternehmen, nicht umsonst ist, weil es Gott unser Streben, unser Wollen zeigt. Und auf keinen Fall sollten wir entmutigt sein, weil wir so “gelähmt” sind, weil der Herr nicht viel von uns verlangt, wissend, dass wir eigentlich zu nichts Großem fähig sind. Aber wie können wir leben? Wie soll sich unser Glaube manifestieren? Nun, hier ist ein einfaches Beispiel: Es regnet, und wir haben keinen Regenschirm oder Regenmantel, und es gibt keinen Baum in der Nähe, unter dem wir Schutz finden könnten. Es bleibt uns nur eins:  einfach weitergehen und es geduldig ertragen. Und das ist auch Teil unserer Aufgabe. Wir können nichts tun, weder kommen wir mit uns selbst zurecht noch können wir uns vor der Sünde schützen; alles Böse wirkt in unserer Seele, und wir sind nicht in der Lage, es zu korrigieren, die Sünde zu reinigen, irgendwie an uns selbst zu arbeiten, dazu haben wir nicht die geistliche Kraft. Deshalb müssen wir durchhalten – sowohl äußere Umstände als auch uns selbst ertragen lernen. Und mit dieser Geduld werden wir „unsere Seele erretten“, das heißt, sie nach und nach für das Reich Gottes erschaffen.

Wir müssen dem christlichen Weg folgen, egal was passiert. Auch mit den kleinsten Schritten ständig nach dem Reich Gottes streben, es beständig wünschen, ständig daran glauben, dass der Augenblick kommen wird, an dem der Herr uns Seinem Bilde gemäß wieder aufrichtet. Denn dies wünscht der Herr, aber Er wartet auch auf unser Streben, unsere Bemühung. Wie der Hl. Johannes Chrysostomus sagte: „Der Herr küsst die Absicht“, das heißt, Er begrüßt unser Wollen. Und für diese Absicht, für das Streben unserer Seele und für unsere Geduld wird uns der Herr aufrichten.

Der Apostel Paulus sagt: „Wir haben unterschiedliche Gaben, je nach der uns verliehenen Gnade (das heißt, jeder von uns hat eine Gabe von Gott erhalten, und mit dieser Gabe müssen wir Gott dienen; der Apostel zählt hier hauptsächlich kirchliche Dienste auf, aber wenn unser Leben ganz der Kirche, also Christus gewidmet ist, werden wir, was auch immer wir tun, Gott dadurch dienen, denn unsere Arbeit wird ein Dienst an der Kirche, am Leib Christi  sein).  Hat einer die Gabe prophetischer Rede, dann rede er in Übereinstimmung mit dem Glauben;    hat einer die Gabe des Dienens, dann diene er. Wer zum Lehren berufen ist, der lehre; wer zum Trösten und Ermahnen berufen ist, der tröste und ermahne. Wer gibt, gebe ohne Hintergedanken; wer Vorsteher ist, setze sich eifrig ein; wer Barmherzigkeit übt, der tue es freudig. Eure Liebe sei ohne Heuchelei. Verabscheut das Böse, haltet fest am Guten!           Seid einander in brüderlicher Liebe zugetan, übertrefft euch in gegenseitiger Achtung! Lasst nicht nach in eurem Eifer, lasst euch vom Geist entflammen und dient dem Herrn! Seid fröhlich in der Hoffnung, geduldig in der Bedrängnis, beharrlich im Gebet!     Helft den Heiligen, wenn sie in Not sind; gewährt jederzeit Gastfreundschaft! Segnet eure Verfolger; segnet sie, verflucht sie nicht! Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden! Seid untereinander eines Sinnes; strebt nicht hoch hinaus, sondern bleibt demütig! Haltet euch nicht selbst für weise!   Vergeltet niemand Böses mit Bösem! Seid allen Menschen gegenüber auf Gutes bedacht! Soweit es euch möglich ist, haltet mit allen Menschen Frieden! Rächt euch nicht selber, liebe Brüder, sondern lasst Raum für den Zorn (Gottes); denn in der Schrift steht: Mein ist die Rache, ich werde vergelten, spricht der Herr. Vielmehr: Wenn dein Feind Hunger hat, gib ihm zu essen, wenn er Durst hat, gib ihm zu trinken; tust du das, dann sammelst du glühende Kohlen auf sein Haupt. Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse durch das Gute!"

Der Apostel Paulus gibt uns ein ganzes Programm an die Hand, aber er sagt nicht: mache täglich tausend Verbeugungen oder: iss keine Nahrung, faste wochenlang. Was wird von uns verlangt? Seien wir normale Menschen. In unseren Tagen gibt es nur noch sehr wenige zuverlässige und treue Menschen, auf die man sich verlassen kann, denen man etwas sagen kann und die dann das tun, was Sie verlangt haben. Sie werden sich nichts einfallen lassen, sie werden nicht irgendwie abweichen, nichts von sich aus tun. Und zum jetzigen Zeitpunkt, in diesen Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts, in denen wir nach der Vorsehung Gottes leben, müssen wir versuchen, normale Menschen zu sein, und dies wird vor dem Hintergrund der allgemeinen Verweichlichung und des allgemeinen Unvermögens, etwas zu tun, eine Anstrengung.

Wenn du jetzt etwas bestellen möchtest, egal wieviel du bezahlst, du bekommst nichts qualitativ Wertvolles. Niemand kann mehr gut arbeiten,  keiner kann sich mehr der Arbeit hingeben und niemand kann sich mehr der Kindererziehung widmen. Alles bröckelt, alles fällt auseinander, denn die Seele hat kein Kern mehr, sie ist wie eine Art Watte, Gelee, Rosinen. Alles löst sich auf, verwandelt sich in eine undefinierbare Masse. Und wir müssen aus uns selbst, aus diesem Brei, etwas neu bilden, das zumindest entfernt, in groben Zügen, einem anständigen Menschen ähnelt.

Sehen Sie, der Apostel Paulus fordert nichts Übernatürliches von uns, er sagt nicht, dass wir Berge versetzen, Hungrige mit fünf Broten speisen oder alles verteilen sollen, was wir haben. Dazu sind wir nicht fähig. Aber zumindest normale Menschen zu sein, auf die man sich verlassen kann, die nicht lügen, nicht unhöflich sind, anderen kein Bein stellen, die nicht hinterlistig sind, sich immer anständig benehmen. Das zumindest sollte man erreichen, um ein gutes Zeugnis von außen zu geben. Und auch wenn wir aus Sicht eines allgemeinen christlichen Ideals der Rechtschaffenheit noch weit von der Vollkommenheit entfernt sind, so bedeutet dies vor dem Hintergrund völliger Lähmung in der Gesellschaft bereits Schönheit und erfordert von uns eine gewisse asketische Anstrengung.

Daher müssen Sie sich ständig darin üben, geduldig zu sein. Es sollte unsere Haupttugend werden. Wie der Herr sagte: „Rettet eure Seelen durch eure Geduld.“ (Lk 21, 19) Und vor allem müssen wir lernen, uns selbst auszuhalten, denn die Leidenschaften, die in unserer Seele brodeln, bringen uns oft großes Leid. Und wenn wir nicht genug Kraft haben, diese Leidenschaften zu überwinden, sollten wir ihnen zumindest keinen freien Lauf lassen, nicht nach unseren Leidenschaften handeln, sie nicht sich manifestieren lassen, sondern unser Bestes geben, um sie zu ertragen – natürlich mit Gottes Hilfe , weil es möglich ist, es zu tun, indem man Gott anruft. Hier irritiert mich etwas und ich möchte es jemandem sofort sagen,  aber ich sollte mich besser zurückhalten: „Herr, hilf mir!“ Und dann, wenn wir lernen, uns in Worten zurückzuhalten, werden wir in der Lage sein, uns auch in Gedanken zurückzuhalten: „Herr, was denke ich, vergib mir, einem Sünder; Wie konnte ich einen solchen Gedanken zulassen? Und so werden wir allmählich, indem wir mit uns selbst Geduld haben, ins Reich Gottes gelangen.

Der Herr kennt unsere Unfähigkeit, eine große Leistung zu vollbringen, aber für diese kleine Leistung wird Er uns aufrichten. Das heutige Evangelium garantiert das. Als der Herr ihren Glauben sah, sagte er: „Steh auf, nimm dein Bett und geh nach Hause.“ Wo ist unser Zuhause? Es ist in den Wohnungen des himmlischen Vaters. Der Herr hat uns den Glauben gegeben, nicht damit wir ihn auf den Wegen und Straßen dieser Welt verlieren, sondern damit er uns heimführt zum Vater, Den wir alle durch unsere Sünden verlassen haben, Den wir alle vergessen haben, Den wir nicht mehr fühlen.

Wir leben nur für uns selbst: Wir haben alle Pläne, wir erfüllen irgendwelche Aufgaben  und vergessen dabei das Wichtigste. Hinter diesen Taten, hinter diesen Bäumen sehen wir den Wald nicht, wir vergessen, wofür wir leben. Aber wir müssen uns erinnern. Was auch immer wir tun, wo immer wir leben, was immer wir gerade tun, wir müssen unser Leben Gott widmen. Alles muss um des Herrn willen getan werden. Wenn du isst, iss für den Herrn, und es wird dich aufrichten. Wenn du schon zu viel gegessen hast, mehr als du brauchst und noch mehr willst. Dann hör auf, denn wie kannst du um des Herrn willen zu viel essen? Oder du sitzst und sprichst mit jemandem, dann bemerkst du, dass du anfängst, andere zu verurteilen. Halte ein, weil du mit einer Person zur Ehre Gottes sprechen kannst, aber ist es möglich, zur Ehre Gottes zu verurteilen? Und so tu es  in allem.

Unsere Leistung sollte in dieser ständigen Kontrolle über uns selbst bestehen. Da uns niemand erzogen hat, und es konnte uns auch niemand erziehen. Denn unsere Eltern waren gottlos geworden, sie hatten sich schon vor langer Zeit von Gott abgewandt und konnten uns nichts beibringen. Es ist gut, wenn jemandem von Mutter oder Vater das „Vater unser“ beigebracht wurde, aber die meisten waren und sind auf sich allein gestellt.  So müssen wir  ständig an uns arbeiten und vermeiden mit dem Strom zu schwimmen. Und in diesem Bemühen um uns selbst wird unsere asketische Leistung bestehen, und unsere Arbeit wird nicht umsonst sein. Ein großer Asket sagte vor 1600 Jahren: „Wir haben die Gebote Gottes erfüllt, und die nach uns leben, werden die Hälfte erfüllen.“ Er wurde gefragt: „Aber was ist mit denen, die in den letzten Tagen leben werden?“ „Sie“, sagt er, „werden kein einziges Gebot Gottes erfüllen, aber es wird solche Leiden in der Welt geben, dass sie, wenn sie sie ertragen, uns an Frömmigkeit übertreffen und vor Gott über uns stehen werden.“

Wenn wir so gelähmt, so ungeschult im orthodoxen Glauben, so korrupt und dumm sind und dennoch anfangen, für den Herrn zu arbeiten, wenn wir für Ihn, um des Himmelreiches willen ausharren, wird der Herr uns nicht nur in das Reich Gottes führen, sondern wird uns auch über viele Asketen stellen, die vor uns gelebt haben. Denn die Anfrage des Kranken war natürlich viel geringer, auch ist der Herr nicht gekommen, um die Gerechten zu retten, sondern die Sünder. Wir können nichts tun. Einige von ihnen versuchen, ihre Kinder und Enkelkinder zu retten. Aber zumindest solltest du dich retten, zumindest diesen einen Menschen. Das ist unsere Aufgabe, und auf diesem Weg können wir sehr erfolgreich sein, denn der Herr gibt uns Hoffnung. Und seht, er hat den Gelähmten geheilt, nicht wahr?

Und wir sind alle irgendwie gelähmt, so dass wir nicht alleine zu Gott kommen können, wir müssen gebracht werden. Wir sind nicht selbst zur Kirche gekommen, und wir wissen nicht einmal, warum wir hierher gebracht wurden. Durch die Gebete von jemandem sind wir hier gelandet und durch die Gebete von jemandem haben wir das Geschenk des Glaubens erhalten. Wir haben keinen Finger gerührt, um zum Glauben zu finden und ihn zu erlangen. Hier lesen Sie, wie die Menschen früher nach der Wahrheit gesucht haben: Sie sind gegangen, haben gesucht, studiert, bis sie sie endlich gefunden haben. Aber uns ist alles  gegeben, als ob es vom Himmel gefallen wäre: also nahmen wir es und glaubten. Weshalb ist das so passiert? Wie? Warum? Da bist Du und dein Nachbar, es scheint, dass Euer Leben ziemlich gleich verläuft. Seine Eltern sind so, und Deine Eltern anders, Ihr seid fast aus demselben Dorf. Aber er ging Bier trinken, und du gingst in die Kirche. Warum ist es so passiert? Welches sind die Wege Gottes? Auf welche Weise hat der Herr uns alle auserwählt? Wir werden dies nach dem Tod wissen, dann wird uns klar sein, warum dies geschah.

Viele Menschen gehen in die Kirche, kämpfen sich durch den Gottesdienst und verstehen fast nichts, aber sie brachte trotzdem etwas her? Ein anderer kommt und sagt: "Ich möchte getauft werden." Du fragst: "Wozu brauchst du das?" Er sagt: "Ich weiß nicht, ich will es einfach, das ist alles." Woher hat er diesen Wunsch? Nun, essen, trinken, anziehen, irgendwo spazieren gehen - das versteht man. Aber sich taufen lassen, wobei er nicht einmal weiß, was Taufe ist; er weiß nicht, welche Pflichten es ihm auferlegt; er weiß nicht, was daraus folgen muss, aber der Wunsch zur Taufe ist schon in ihm gewachsen. Der Kopf hinkt irgendwo hinterher, aber das Herz begehrt schon. Warum? Wie? Das bleibt unverständlich.

So arrangiert der Herr unsere Errettung. Aus völliger Entspannung, aber dennoch versucht er, uns irgendwie wieder zur Vernunft zu bringen, er versucht, uns zumindest zu einer Art Soll zurückzubringen. Deshalb müssen wir uns ein bestimmtes moralisches Ideal setzen – wir können natürlich in unserem Leben nicht unseren Herrn Jesus Christus imitieren, genauso wenig können wir den Apostel Paulus nachahmen, wie er sagte: „Ahme mich nach, wie ich Christus nachahme“; weder Antonius der Große noch Sergius von Radonesch noch Seraphim von Sarow - das können wir nicht. Aber was können wir tun? Dann stellen Sie sich einfach die Frage: Wie würde sich ein Mensch, von dem alle sagen, dass er gut ist, in dieser Situation verhalten? - und tun Sie dies, und dies wird ein Schritt in Richtung Wahrheit sein. Wir müssen immer das tun, was ein normaler und anständiger Mensch an unserer Stelle tun würde. Und dann wird auf einmal alles klar. Würde ein normaler Mensch das tun? Nein,  er kann das nicht, also muss ich geduldig sein. Obwohl es mich innerlich beunruhigt, es zerreißt mich, aber ich werde es aushalten.

Und wenn wir in dieser Geduld, in diesem Aushalten die ganze Zeit eifrig sind, wird der Herr uns Gnade senden und uns stärken und uns Mut geben, denn unsere ganze Leistung besteht in einem: Wir müssen dieses Leben leben. Der Herr hat uns das Leben gegeben, und es ist sehr schwierig. Viele Menschen haben so unerträgliche Sorgen, dass du denkst: Na, deine Sorgen sind doch gar nichts dagegen. Aber die Menschen halten durch. Und dieses Leben zu leben und Gott treu zu bleiben, sich Demut anzueignen, also mit diesem Kreuz einverstanden zu sein – nur so kann man gerettet werden. Anders geht es für uns nicht, denn wir sind alle gelähmt. Der Herr und die Heilige Kirche bestätigen uns durch das heutige Evangelium in dieser kleinen asketischen Anstrengung. Amen.

Kreuzerhöhungskirche, 19. Juli 1987

Quelle: azbyka.ru

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