Werkstatt für Buntmetalle

1. Mai 2021

Buntmetallwerkstatt

Anfertigung von Bucheinbänden für ein Evangeliar

Die Arbeit der Kunstgewerbewerkstatt für Buntmetalle des Klosters der Hl. Elisabeth wird von Christen in Belarus, Russland, der Ukraine, Frankreich, Deutschland, den USA und vielen anderen Ländern sehr geschätzt.

Unsere kirchlichen Geräte zeichnen sich durch Originalität und Individualität in der Ausführung — jedes Erzeugnis ist Handarbeit, mit einem Gebet auf den Lippen und Glauben in der Seele. Moderne Technologien nutzend, ehren die Schwestern und Brüder ebenso die Traditionen und nutzen die jahrhundertealte Erfahrung der Vorgänger.

Die künstlerische Metallverarbeitung ist die Kunst der kleinen Formen. Es existiert eine Vielzahl unterschiedlicher manueller und mechanischer Verarbeitungsmöglichkeiten von Metall. Einige Techniken wurden noch zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert entwickelt. Aber nicht weniger geschätzt sind sie heute - Gravieren, Zieselieren, Tauschieren, Martellieren, Punzieren, Prägen, Plattieren, Stanzen, Filigrantechnik ... Gegründet auf Verfahren der manuellen künstlerischen Bearbeitung sind diese Techniken mühselig und fordern eine hohe Meisterschaft. Dagegen sind sie unersetzlich, wenn es um die Schaffung einzigartiger Produkte geht.

Andere Verfahren entstanden vergleichsweise vor nicht allzu langer Zeit (17. – 19. Jh.), und Grundlage war dabei die industrielle Entwicklung und wissenschaftliche Entdeckungen. Wir sprechen hier von der Galvanoplastik, dem Ätzen, neueren Arten des Gießens, elektrochemische Verfahren der Verarbeitung und anderes…

Die alte Technik der Filigranarbeit

Die Filigranarbeit ist eine der interessantesten Herstellungsmethoden im Kunstgewerbehandwerk. Insbesondere sie läßt einzigartige durchbrochene Muster aus dünnen Silber- oder Kupferketten entstehen.

Der Produktionsprozess filigrangearbeiteter Erzeugnisse ist sehr mühsam und aufwendig. Aus kleinsten Stückchen gedrehter Ketten wird auf eine Metallplatte mit speziellen kleinen Zangen ein Muster aufgelegt, welches unter der Einwirkung von Feuer fest miteinander verbunden, verlötet werden zu einer Kette. In unserer Werkstatt ermöglicht die Nutzung dieser Technik unendlich viele verschiedene Varianten in Verbindung mit anderen Fertigungsmethoden wie der Galvanoplastik, dem Ätzen, dem sog. Basma. Sie wird für die Herstellung von Panagien, Reliquaren, liturgischen Büchern, Ewigen Lichtern, diversen Kreuzen und ähnlichem verwendet.

Galvanoplastik

Die Galvanoplastik ist ein elektrochemischer Prozess, im Ergebnis dessen sich auf der Oberfläche des Gegenstandes eine dünne Metallschicht absetzt. Sie wird in solchen Fällen eingesetzt, bei denen die Metallteile eine komplizierte Form haben und nicht mit den üblichen Methoden hergestellt werden können. Mit Hilfe der Galvanoplastik kann man mit großer Genauigkeit bei Gegenständen die kleinsten Einzelheiten reproduzieren. Es wird für fast das gesamte Spektrum der kirchlichen Geräte genutzt.

Buntmetall Werkstatt

Beispiel für Erzeugnisse dieser Werkstatt: Ein Tabernakel

Basma

Basma als selbständige Art der künstlerischen Metallverarbeitung hat seine eigene Entwicklung genommen und das Ziselieren weiter vervollkommnet. Für diese Prägetechnik wird eine Basmatafel (Matrize) gefertigt. Sie ist ein nicht allzu großes Relief mit weichen Formen, ohne scharfe Kanten. Das Prägen selbst erfolgt mit Hilfe einer Presse durch eine Bleiplatte (in einigen Fällen Gummi). In der Werkstatt wird die Kunst des Basma für verschiedene Erzeugnisse genutzt: Bücher, Ikonen, Kiote, Reliquiare und ähnliches. Alle weiter oben aufgeführten Techniken werden sowohl eigenständig als auch zusammen mit Gießen, Ätzen, oder im Verbund mit Steinen, glattem Metall, einer dekorativen Abdeckung aus Silber oder Gold, aber auch miteinander verbundenen Methoden angewandt.

So werden in der Werkstatt mit Hilfe von Gebeten, mit Tradition und neuesten Technologien, die Meisterschaft und Begeisterung verbinden, wahrhaft einzigartige Erzeugnisse geschaffen.

Diese Werkstatt beschäftigt sich mit dem Entwurf und der Anfertigung verschiedener Gegenstände des kirchlichen Bedarfs: Liturgische Bücher, Reliquiare für die Aufbewahrung hl. Gebeine, Kreuze aller Art und Panagien, Ikonen, Tabernakeln, Ewige Lichter und Leuchter und vieles mehr.

Außerdem besteht in der Werkstatt die Möglichkeit zur Restaurierung und Reparatur von Produkten.

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