Wir erinnern uns an Gott

4. November 2021

Vater Andrej Lemeschonok

geistlischen worte

Die Leute sagen: „Nun gut, ich bete. Und was noch?" Ja, wenn Sie wirklich beten, dann brauchen Sie nichts weiter. Die Frage ist, kannst du beten? Kannst du mit Gott allein sein?

Wenn es Probleme oder Sorgen gibt, besonders unter den nächsten Angehörigen, dann kniet man schnell vor Gott nieder, dann versteht man, dass außer Gott niemand helfen kann. Und diese Momente können zu Wendepunkten im Leben werden. Aber du kannst auch eine weitere Krise, ein weiteres Drama, eine weitere Prüfung durchleben und das alles schnell wieder vergessen. Und weiter irgendwohin wandern, dich selbst täuschen: „Was ist, wenn ich etwas anderes finde? Was ist, wenn ich Glück habe? Was ist, wenn etwas passiert?" Nichts wird mehr passieren. Alles, was nötig ist, hat uns der Herr bereits gesagt. Und er sagt es uns jeden Tag. Alles, was nötig ist, hat der Herr bereits für uns getan. Es ist vollbracht! (Joh 19,30) - das waren die Worte Christi am Kreuz. Das heißt, die Errettung des Menschen ist vollbracht. Der Mensch ist erlöst. Du bist um teurer Preis erkauft (1. Kor. 7,23), sagt der Apostel. Aber die Welt drängt uns, zieht uns zu sich und du vergisst dabei das Wesentliche, das einzig Wichtige.

Jahre vergehen - ein weiterer Zusammenbruch, eine weitere Krise, und der Mensch beginnt nachzudenken: „Wo gehe ich hin? Wozu? Ich brauche es nicht! Das ist Wahnsinn". Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn unsere Lieben verstorben sind. Hier stehen wir der Ewigkeit gegenüber und wir verstehen, dass wir wahrscheinlich die nächsten sein werden. Denken wir an den letzten Tag, und wir werden nicht mehr sündigen (Vergleiche: Sir 7:39). Aber wie soll man an den letzten Tag denken? Nicht mit völliger Hoffnungslosigkeit: „Na, du wirst sowieso sterben, wo ist der Unterschied?“, sondern mit dem Verständnis, dass wir den Tod überwinden sollen. Wir leben, um die Freude der Auferstehung immer wieder zu erleben. Immer wieder muss die Seele spüren, dass es keinen Tod gibt. Weil sie vom Leben besiegt wird. Aber nicht das Leben dieser Welt - das Leben dieser Welt führt einen Menschen in den Tod, sondern das Leben der Liebe Christi.

So sollen wir ernüchtert werden und uns entwickeln, unabhängig werden und Verantwortung übernehmen für unser Handeln, für unsere Entscheidungen, die wir bereits als Menschen treffen sollen, die sich orthodoxe Christen nennen. Wahrscheinlich haben die Gläubigen, die in der Kirche sind, schon so viel Liebe erhalten! Wenn wir das Blut Christi sammeln würden, das wir bereits erhalten haben, wie viel würde das sein? Nur das Blut Christi ist bereits in uns. Aber woher kommt die Sünde in diesem Blut Christi? Wie nährt uns die Welt mit dem Gift der Sünde? Dies ist geistliche Chemie, "E" (der E-Index - ein Buchstabe mit digitalen Codes - bezeichnet die vollständigen Namen chemischer Lebensmittelzusatzstoffe. - Red.). Wir wollen kein „E“ im Produkt, wir lesen die Zusammensetzung und sagen: „Warum brauchen wir diese „E“?“ Aber es ist köstlich. Ich sehe, dass Kinder keine Naturprodukte essen - sie sind nicht lecker. Naturmilch ist geschmacklos, aber mit "E" ist sie ausgezeichnet, mit "E" ist sie richtig lecker. Einfaches Fleisch schmeckt nicht. Aber die Wurst, in der fast kein Fleisch, dafür aber so viele Zusatzstoffe sind, die uns Appetit machen sollen, ist köstlich. Aber nicht wertvoll und nicht bekömmlich. So ist es auch im geistlichen Leben, auch hier existieren diese "E". Und wir beißen zu: "Hier wird es interessant, es wird lustig, nicht langweilig, dort werden wir etwas Neues hören oder sehen, werden einige neue Eindrücke, Empfindungen bekommen ,." Aber es stellt sich heraus, dass es nichts Neues gibt. Es stellt sich heraus, dass das alles schon da war. Zeitverschwendung, die Kräfte vertan und der Mensch befindet sich in einem völlig unklaren Zustand.

Wir müssen unseren Fehler zugeben und anfangen zu denken. Wir sollen nicht nach Fälschungen zu suchen, nach Massenware, wie sie von dieser Welt produziert wird, in der alles für den einmaligen Gebrauch bestimmt ist: Einweggeschirr, Wegwerfsachen, Uhren, die nur gehen, bis die Batterie leer ist, und dann sollten sie weggeworfen werden. Nichts ist von Dauer. Alles, was die Welt herstellt, ist von schlechter Qualität. Es ist wirklich praktisch: man muss nicht denken, man muss nichts festziehen, keine Mutter, keine Schraube muss bewegt werden. Aber dann wird es auf die Deponie geworfen. Aber was mit Liebe gemacht wurde, was gefertigt wurde, um uns lange zu dienen, erfordert von uns eine ganz andere Einstellung. Und so ist es in allem. Die Welt vergiftet einen Menschen, nährt ihn mit jener Nahrung, jenen Werten, die es in der Ewigkeit nicht geben wird. Sie sind unmöglich. Und der Mensch vergiftet sich absichtlich, denn er fühlt sich damit wohl, er mag es, er ist daran gewöhnt.

Nein, dies ist nicht der Weg, den wir gehen sollten. Heute beginnen wir zu leben, indem wir Gott in unser Leben einbeziehen. Wir beginnen zu leben, wenn wir aufwachen, aufstehen, unsere Augen öffnen und wir uns an Gott erinnern ...

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