Seit vielen Jahren führt Vater Andrej Lemeschonok Gesprächsabende mit Gemeindemitgliedern durch, bei denen er ihre Fragen beantwortet. Vor einigen Jahren erschienen die Fragen und Antworten in Buchform in russischer Sprache. Auf unserer neuen Webseite haben Sie nun Gelegenheit, einige dieser Fragen und Antworten auf deutsch zu lesen. Außerdem laden wir Sie ein sich daran zu beteiligen. Sie können uns Ihre Fragen gern per E-Mail schicken oder sie interessierende Themen aus den vorhandenen Rubriken auswählen. Wir freuen uns auf Ihre Zuschriften!

Stellen Sie dem Priester Ihre Frage

ANTWORTEN DER PRIESTER NACH THEMEN SORTIERT

Frage

Mein älterer Sohn kennt nur noch eins: vor dem Computer sitzen und Internetspiele spielen. Wenn ich beginne mich aufzuregen, verteidigt ihn mein Mann: dafür zieht er nicht ums Haus sondern ist zu Hause unter Kontrolle (mein Mann selbst spielt ab und zu). aber mir tut es leid, dass sie auf diese Weise ihre wertvolle Zeit vertun. Wie kann man ihnen helfen?

Antwort

Ich würde Ihnen raten, sich einen Hund anzuschaffen, damit sie sich um ihn kümmern, mit ihm Gassi gehen. Natürlich nur, wenn die Seele des Sohnes dazu geneigt ist, wenn er von einem vierbeinigen Freund träumt.
Ich erinnere mich, als bei uns zu Hause ein Hund auftauchte, dann wurden die Kinder besser, gütiger. Man muss irgendwie mit dem Sohn sprechen, versuchen, aus der Stadt herauszukommen. Lassen Sie ihn doch mit dem Vater Angeln gehen oder in den Wald fahren, um Beeren und Pilze zu sammeln. Die Mutter sollte einige Angebote machen. Sie kennt am besten die Besonderheiten ihres Sohnes, was ihn interessiert. Das ist zu tun zusätzlich zu den Gebeten der Mutter, den Gebeten der Kirche. Woher kommt diese Abhängigkeit? Von der Schwermut, der Eintönigkeit des Lebens, der Ausweglosigkeit. Der Mensch schaltet den Bildschirm ein, und dort kann er virtuell erzählen, leben, reisen…alles, was er will, und man muss sich dabei nicht anstrengen. In diesem Leben hat er bislang noch nichts gefunden, dass sein Interesse geweckt hätte, weswegen es sich lohnt zu leben oder danach zu streben. Natürlich wäre es schön, wenn ihr Sohn Gott finden würde, wenn er zum Gebet in die Kirche käme. Aber nicht alle Kinder können das. Und deshalb muss man irgendwelche Interessen, Leidenschaften, Sehnsüchte wecken. Man kann, zum Βeispiel, für das Reiten begeistern. Man muss sich bemühen, danach suchen.

Frage

Was heißt es, während des Gottesdienstes zu Gott zu beten? Einfach dem Ganzen zuhören, sei es auch mit Aufmerksamkeit, was in der Kirche gesungen und gelesen wird, ist doch noch kein Gebet.

Antwort

Aber genau das ist ein gemeinsames Gebet. Es wird nicht einfach als Hintergrundgeräusch gesungen und gelesen. Wir singen, wir beten, wir nehmen am Gottesdienst teil. Und das sind nicht einfach Worte, denn die gottesdienstlichen Bücher wurden alle von den Heiligen Vätern erstellt. Und der ganze Kirchenzyklus ist der Zyklus der Ewigkeit.
Aber wenn Sie nicht verstehen, nicht hören, wenn schlecht gelesen wird oder Sie sind in irgendeinem Zustand, in dem es schwer fällt, die Worte des Gottesdienstes aufzunehmen, dann beten Sie das Jesusgebet, damit sich Ihr Verstand nicht ablenken lässt.

Frage

Ich kommuniziere einmal im Monat, bete regelmäßig die Morgen- und Abendgebete, das Gebet vor der Mahlzeit, lese die Werke der Heiligen Väter. Mich beunruhigt sehr, dass ich keinen Beichtvater habe, dass Antworten auf alle Lebensprobleme in den Sinn kommen. Sind diese Antworten etwa von Gott? Ist das nicht etwa Überheblichkeit?

Antwort
Wir müssen unsere Schlussfolgerungen, Erkenntnisse, das, was wir durchleben, an Hand der Literatur der Heiligen Väter überprüfen. Man muss sich auch Rat holen bei anderen Gläubigen, die auch in die Kirche gehen und einem im geistlichen Sinne nahe stehen. Aber ein geistlicher Vater wird sich für Sie finden, wenn Sie dazu bereit sein werden. Es ist nicht so einfach einen geistlichen Vater zu haben, denn wir sind nicht fähig, einem Menschen zuzuhören und ihm zu gehorchen, der nicht immer das sagen wird, was wir gerne hören möchten. Besonders schwer fällt es, das Wort des geistlichen Vaters als Gottes Wille und Hilfe anzunehmen. Deshalb ist es jetzt ihre Aufgabe, sich zu bemühen, mit der Sünde zu kämpfen und zu verstehen, dass der Herr an unserer Seite ist und die Kraft Gottes sich in der Schwachheit erweist (2Kor12, 9). Aber wenn die Zeit gekommen ist, wird sich ein geistlicher Vater für Sie einfinden.

Frage

Die Tochter (14 Jahre alt) möchte nicht zum Gottesdienst in die Kirche gehen. Keine 10 Minuten bleibt sie mit mir dort. Früher ist sie auch in die Sonntagsschule gegangen, und in den Gottesdiensten hat sie nach den Kerzen geschaut. Aber jetzt tut sie nichts. Nach meinem Zureden hat mein Mann meine Tochter verteidigt und gesagt, dass nichts erzwungen wird, also was sie will, dass soll sie tun (er selbst geht nicht in die Kirche). Danach konnte ich sie nicht einmal zur Kommunion überreden. Ich habe noch einen neunjährigen Sohn. Mit ihm ist es etwas einfacher. Für die Veränderungen bei den Kindern bin ich selbst schuld. In dem Zeitraum, als ich selten die Kirche besucht habe, hat das alles begonnen. Jetzt bemühe ich mich die Sonntagsgottesdienste nicht zu verpassen, ich bitte die Kinder in die Kirche zu gehen, und sei es nur für 10 Minuten vor Ende des Gottesdienstes. Die Tochter willigt selten ein. Sagen Sie, bitte, wie ich mich verhalten soll!

Antwort
Sie müssen jetzt sehr vorsichtig sein, um bei ihren Nächsten keine Abneigung zu allen kirchlichen Dingen, zu Gott hervorzurufen. Mein Rat an Sie ist, nicht erzwingen, sondern vorschlagen; unaufdringlich zureden, erklären. 14 Jahre ist kein einfaches Alter. Wenn der Junge 14 Jahre alt wird, wird er vielleicht auch „herum bocken“, denn die Welt, die Umgebung nimmt Einfluss, im Innern erwachen die Gefühle eines Erwachsenen und all dem muss man gewachsen sein. Sagen Sie nicht: „ Warum geht ihr nicht?“ Machen Sie ihnen niemals Vorhaltungen, erheben Sie nicht die Stimme, sondern liebevoll und ruhig (wahrscheinlich versammeln sie sich um den Mittagstisch) erzählen Sie zum Beispiel über den Festtag oder den Heiligen, dessen Festtag an diesem Tag gefeiert wird, über die Predigten bei den Gottesdiensten. Man kann ihnen eine Prosphore geben oder sie mit heiligem Öl salben. Innerlich sollten Sie die ganze Zeit bei Gott um Belehrungen und Hilfe bitten, damit die Kinder im Glauben feststehen, nicht das Vertrauen an die Heilige Kirche verlieren. Das ist heute ihre Askese. Und ganz wichtig ist folgendes, dass Sie mit ihrem Mann Frieden halten und es keine Meinungsverschiedenheiten gibt. Denn so sehen die Kinder, dass der Vater gut ist, er erlaubt, nicht in die Kirche zu gehen, aber die Mutter zieht mit Gewalt. Daraus entwickelt sich in der Familie Unordnung. Deshalb betonen Sie jetzt besonders das innere Gebet und die Hinwendung zu Gott. Und suchen Sie Worte, Augenblicke, einige Minuten, in denen sie Ihnen zuhören können. Und dann, so denke ich, schenkt Gott Ihnen das Wort, und Sie werden ihnen beistehen. Aber die Hauptsache ist, dass sie sehen, dass Sie sie nicht verurteilen, dass Sie sie lieben und nur das Beste für sie möchten, dass sie Ihnen lieb sind und dass Sie sie nicht für unfromm halten.

Frage

Wenn ich in der Kirche oder zu Hause bete, dann kommen oft unzüchtige Gedanken in mir hoch. Wie kann ich mit ihnen kämpfen? Wie lernt man sie abzublocken?

Antwort
Der Gedanke kommt zum Menschen, um ihn dabei zu stören, mit Gott zu sein. Wenn wir den Gedanken nicht annehmen, wenn wir mit ihm kein Gespräch führen, ihn nicht in unseren Verstand einlassen, sondern mit beten fortfahren, dann ist das keine Sünde. Der Kampf mit den Gedanken ist der stärkste, unsichtbare Kampf des Christen. Der Feind kann im Wachen uns nichts anhaben, weil der Herr dies nicht gestattet, es sei denn in extremen Fällen. Der Feind wirkt durch die Gedanken, durch den Verstand, und wir müssen unseren Verstand lehren, nicht zu wandern, nicht zu zerstreuen, sondern gesammelt zu sein. “Wo der Verstand ist, dort bist auch Du“, sagen die Starzen. Deshalb muss man dem Verstand folgen. Wenn ein unzüchtiger Gedanke kommt, dann muss man ihn sogleich abschneiden, durch das Gebet und seine Verachtung verscheuchen. Der Mensch ist Erde. Schaut Euren Körper an, Venen, Knochen, Blut…Woher kommt bei den Leuten die fleischliche Begierde? Das ist doch Irrsinn. Ohne Gott ist der Körper des Menschen doch nur tot, ein Stück Lehm. Wenn Sie die Gedanken nicht aufgenommen haben, muss man sie auch nicht weitererzählen, auch nicht bei der Beichte. Schwirren vor Ihren Augen derartige Bilder herum, dann lassen Sie diese nicht an sich heran. Aber wenn Sie sie aufgenommen haben und diese Gedanken Sie beunruhigen, ängstigen, Sie darüber nachdenken, dann sind sie schon Ihre Gedanken geworden und das ist schon eine Sünde. Der geistliche Vater sagte zum Starez Siluan: „Billige keine unzüchtigen Gedanken“, und er hat sie nie wieder gebilligt. Irgendwelche Gedanken kommen, aber das hängt nicht von uns ab, das ist nicht unsere Sünde. Das sind diese Pfeile, mit welchen der Feind versucht unseren Verstand zu überrumpeln, aber vom Verstand geht der Gedanke schon ins Herz über. So verwirrt der Feind den Menschen. Der Mensch geht zur Kommunion, aber plötzlich kommen ihm irgendwelche blasphemischen Gedanken. Dann muss man sie loslassen und sagen: „Das sind nicht meine, ich geh zur Kommunion. Herr, verzeih!“

Frage

Wie kann man zu Hause die Gebete lesen: sitzend oder kniend, laut oder still?

Antwort
Dem einen schmerzen die Füße, und deshalb kniet er. Ein anderer besitzt den Eifer, und er, ungeachtet der Schmerzen in den Beinen, steht wie ein Säulenheiliger. Jemand anderes kann überhaupt nicht mehr stehen, er liegt und gibt das heilige Buch dabei nicht mehr aus der Hand. Wie soll man lesen, laut oder still für sich? Der Tag des Menschen ist angefüllt mit irdischen Mühen. Wenn der Mensch ermüdet ist und die Gedanken treiben ihn um, dann kann man im Stillen oft nicht zu Ende lesen. Wenn der Mensch laut liest, ist trotzdem seine Aufmerksamkeit mehr den Worten gewidmet. Deshalb ist es, natürlich, für uns Neulinge besser, mit der Stimme zu beten. Aber wenn es die Umstände nicht erlauben, dass zum Beispiel die Angehörigen sich ärgern, dann muss man natürlich still für sich beten. Gott, der Eure Umstände sieht, gibt Euch auch Aufmerksamkeit. Oder wenn man im Zug reist, und man seine Regel lesen muss. Dann steht man nicht auf und liest laut. Vielleicht wäre es nicht schlecht, aber nicht jedem ist eine solche Kühnheit geschenkt. Deshalb ist es gut, dass der Mensch sich ruhig hinsetzt oder hinlegt und die Abendgebete liest. Und der Herr sieht, in welchem Zustand er sich befindet. Aber wenn man einfach faulenzt, man nur näher zum Kopfkissen sein will, dann ist das schon etwas anderes, das ist Nachlässigkeit.

Frage

Wie kann ich einem Kind erklären, Wer Gott ist? Mein Kleiner fragt mich ständig: warum man Gott und die Engel nicht sehen kann? Das Kind wird bald fünf Jahre alt. Er betet, wir gehen mit ihm in die Kirche, kommunizieren. Aber wie soll man das alles erklären? Ich weiß schon, dass man Gott mit dem Herzen spüren muss.

Antwort
Bringen Sie ihn in die Kirche, führen Sie ihn zur Ikone und sagen Sie: hier ist Gott, so hat man Ihn gezeichnet, so hat Er sich heiligen Leuten gezeigt. Er schaut die ganze Zeit auf uns und sieht alles, was wir tun. Und wir sehen ihn nicht, denn die Sünde stört uns: wir sind nicht gehorsam, tun nicht das, was wir sollten, sondern lassen unserm Eigensinn freien Lauf. Führen Sie ihr Kind zum Abendmahl und sagen Sie: „Gott selbst kam in diese Welt. Und jetzt gibt dir Gott durch den Priester seine Liebe. Das, was Du empfängst, jetzt isst, das ist die Liebe Gottes, das ist das Allerbeste, was Gott hat.“ Man muss mit dem Kind sprechen, und er wird bestimmt darauf reagieren und alles verstehen. Man muss ein lebendiges Wort finden. Ich denke, dass es in ihrem Mutterherz geboren wird, aber es ist nicht nötig sich zu genieren und gekünstelt Worte aufzuklauben. Die Kinder sind Gott näher als die Erwachsenen. Manchmal passiert folgendes, das Kind sieht einen Priester, zeigt auf ihn und sagt: „Schau mal, da kommt Gott“. Das heißt, es erkennt im Priester Gott. Allgemein kann man in jedem Menschen Gott sehen, denn wir sind nach seinem Bild geschaffen und ihm ähnlich. Man muss diese Gedanken dem Kind nahe bringen, versuchen Sie Worte zu finden, die er versteht.

Frage

Muss man bei der Beichte immer zu ein und demselben Priester gehen oder kann man auch zu verschiedenen gehen?

Antwort
Natürlich wäre es gut, wenn Sie einen Geistlichen hätten, der ihr Leben kennen würde, damit Sie ihm vertrauen und sich mit ihm beraten könnten über ihre Lebenssituationen, die in Ihnen Fragen aufwerfen. Wenn man zur Beichte kommt, bereut man vor dem lebendigen Gott in der Anwesenheit eines Geistlichen, dem Zeugen unserer Reue und Umkehr. Wir glauben, dass durch das Vergebungsgebet, das durch jeden Geistlichen gelesen werden kann, der Herr selbst unsere Sünden vergibt und losspricht, natürlich unter der Maßgabe unserer Reue. Die Gedanken offen legen, Fragen stellen, die das eigene Leben betreffen, irgendwelche Lebenssituationen, die manchmal sehr schwer aufzudröseln sind, muss man denke ich, mit nur einem Geistlichen besprechen. Das ist auch der geistliche Vater, der eine Meinung fassen kann, die nicht einfach ein menschlicher Ratschlag sein wird, sondern Gottes Antwort ist.

Frage

Während einer Pilgerreise in das Kloster von Schirowitschi war ich bei der Beichte, und das Väterchen gab mir eine Buße für 2 Wochen auf: täglich 3 Verbeugungen. Ich habe dies ausgeführt. Muss man nun diese Buße aufheben? Nach Schirowitschi komme ich in nächster Zeit nicht. Was soll ich tun?

Antwort
Sie haben das erfüllt, was Ihnen gesagt wurde. Es entsprach ihren Kräften, so können Sie sich weiterhin darum bemühen. Ich denke, man muss die Buße nicht aufheben, umso mehr, da es nicht ihr geistlicher Vater, sondern einfach ein Priester war, bei dem Sie während der Pilgerreise gebeichtet haben. Allgemein sei folgendes gesagt, solch ein Geistlicher ist nicht berechtigt, den Leuten eine Buße aufzuerlegen, die er zum ersten und vielleicht zum letzten Mal sieht. Eine Buße sollte Ihnen nur Ihr geistlicher Vater oder der Geistliche auferlegen, der Ihre Lebensumstände kennt, zu dem Sie gehen, um einen Rat einzuholen, und dem Sie vertrauen. Der Priester gab Ihnen eine angemessene Buße, sie konnten sie erfüllen, Gott sei Dank. Sie haben sich versöhnt, die Bußübung führten Sie aus, beten Sie für diesen Priester, dass er weiter Gott dient. Und Sie bemühen sich auch weiter. Es kommt vor, das ein kirchenfremder Mensch ins Kloster kommt, und ihm wird eine Buße auferlegt: 100 Verbeugungen jeden Tag, irgendwelche Kanones, mit denen er sich nicht auskennt. Er aber hat noch nicht einmal die Morgengebete gelesen. Ihm wird verboten zu kommunizieren, zu beichten. Der arme Pilger versteht, dass er diese Bußübung nicht erfüllen kann, es entsteht Verwirrung und Unmut, und es kommt vor, dass dieser Mensch ganz aufhört zur Kirche zu gehen. Aus diesem Grund muss man sehr aufmerksam und vorsichtig sein. Wenn Sie das nächste Mal eine Pilgerreise machen, dann denken Sie an folgendes: der Priester, der Ihre Beichte hört, ist der Zeuge Ihrer Umkehr. Er kann etwas raten, aber eine Buße zu verhängen oder irgendwelche Belehrungen vorzunehmen, ohne Sie und Ihre Umstände zu kennen, wäre, wie mir scheint, von seiner Seite nicht richtig.

Frage

Wie betet man für die Tochter? In diesem Jahr wurde sie Studentin, sie studiert in Minsk. Zu Hause ist sie nirgends hingegangen, aber jetzt findet sie die Freiheit, die ihr und uns, Eltern, schon einige Sorgen und Unannehmlichkeiten gebracht hat. Haben wir richtig gehandelt, dass wir ihr zu Hause nicht erlaubt haben spazieren zu gehen, was sie jetzt nachholt?

Antwort
Für die Tochter beten muss man so, wie wir es heute können. Das Gebet hängt von unserer Beziehung zu Gott, von jenem Schmerz, der in eurem Herz wohnt. Wie kann man die Verbindung mit Gott wiederherstellen, damit das mütterliche Gebet ein Schutz für die Tochter sei? Freilich muss man wachsen und geistlich kämpfen. Natürlich ist das Mutterherz immer unruhig, und „in der Welt seid ihr in Bedrängnis“ (Joh. 16, 33). Ja, es gibt viel Böses und Verlockungen für Mädchen in Minsk. Aber was verstehen Sie unter dem Wort „spazieren gehen“? Wenn Sie sie in Frömmigkeit und Lauterkeit erzogen haben, dann lohnt es sich nicht, dies zu bedauern. Wenn sie in der Familie, in euren Beziehungen etwas Schönes gesehen hat, dann können sie diese behutsame Beziehung zueinander, die Atmosphäre der Liebe und des Verstehens in der Familie sie beschützen. Und wenn sie sich an das Gute erinnert und mit dem vergleicht, was sie in den Diskotheken, bei den verschiedenen abendlichen Veranstaltungen sieht, kann sie sich vom Schlechten abwenden und die Sünde nicht in ihr Herz lassen. Man muss für ihre Tochter beten, in die Kirche gehen, bei Gott um Hilfe bitten, aber auch mit der Tochter sprechen, versuchen mit ihr aufrichtig zu sein. Hier braucht es keinen Dialog von oben herab, man darf nicht moralisch belehrend und rechthaberisch sprechen, sondern mit Liebe, mit dem Wunsch die Tochter zu verstehen und ihr ihre Fehler aufzuzeigen. Ich denke, dass sie in ihnen diese Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit, dann helfen sie ihr, jenen Verlockungen und Versuchungen, die in ihrem späteren Leben Schmerz verursachen können, aus dem Weg zu gehen.

    Seite 22 von 29

    Stellen Sie dem Priester Ihre Frage

    Bitte bestätigen Sie, dass die E-Mail korrekt eingegeben wurde. Bitte teilen Sie uns auch mit, wenn Sie eine Frage stellen, in welchem Land (Stadt) Sie leben.

    Ich bin kein Roboter.