Seit vielen Jahren führt Vater Andrej Lemeschonok Gesprächsabende mit Gemeindemitgliedern durch, bei denen er ihre Fragen beantwortet. Vor einigen Jahren erschienen die Fragen und Antworten in Buchform in russischer Sprache. Auf unserer neuen Webseite haben Sie nun Gelegenheit, einige dieser Fragen und Antworten auf deutsch zu lesen. Außerdem laden wir Sie ein sich daran zu beteiligen. Sie können uns Ihre Fragen gern per E-Mail schicken oder sie interessierende Themen aus den vorhandenen Rubriken auswählen. Wir freuen uns auf Ihre Zuschriften!
Es geschieht doch auch folgendes: Ein im Atheismus erzogener Mensch, der aufrichtig Gott sucht und sich eifrig auf die Beichte vorbereitet hat, gerät an einen Priester, der mit Gleichgültigkeit sich beeilt, alle Sünden aufzählt, und dabei den Willen und Wunsch des Beichtkindes lähmt, darüber zu erzählen. Das Gefühl der Gnade kommt nach solch einer formellen Beichte nicht auf, sie hinterlässt eher ein bitteren Nachgeschmack in der Seele.
Ich bin 24 Jahre alt, mein Sohn 1 Jahr. Wir leben mit den Eltern zusammen. Sagen Sie, bitte, wie ich mich verhalten soll, da meine Mutter dagegen ist, dass ich das Kind regelmäßig zur Kommunion bringe, beichte und kommuniziere, geistliche Literatur lese, das Gebetslicht entzünde! Das alles stört sie. Aus diesem Grund erwachsen Streitereien und Unstimmigkeiten. Wie kann man in der Familie den Frieden bewahren, ohne die geistliche Entwicklung des Kindes und meine eigene zu gefährden?
Wie kann man für einen psychisch Kranken beten, damit ihn Gott erleuchtet und sich seiner erbarmt? Wie viele Kathismen aus dem Psalter, wie viele Abschnitte aus dem Evangelium sollte man lesen? Ich habe anfangs sehr viel gelesen, aber dem Mensch ging es nicht besser, er wird nicht aus dem Krankenhaus entlassen. Muss man sich zwingen, mehr zu lesen? Oder ist es besser, so zu beten, dass es mit Freude geschieht? Besitzt die Anzahl der Gebete eine Bedeutung oder erbarmt sich der Herr, wenn er will, auch um eines Wortes wegen?
Vor 2 Jahren habe ich begonnen, zu beichten und zur Kommunion zu gehen. Damals wusste ich nicht, dass man Kanones* lesen muss, ich ging ohne Vorbereitung, aber mit dem Gefühl der Buße und der Reue. Hat der Herr meine Beichte angenommen? Muss man noch einmal diese Sünden bereuen, die man jetzt tiefer versteht?
Wie kann man ein Kind, einen Jungen, im Geist der Orthodoxie erziehen, wenn der Vater kein Beispiel an Frömmigkeit und Reinheit ist, sondern, im Gegenteil, er raucht, sucht Zerstreuung, er betet und fastet nicht. So beginnt der Junge ihn nachzuahmen. Wie kann man das Kind von klein auf vor diesem tödlichen Weg schützen?
Wie soll man „die Abendregel mit der Gebetsschnur gebetet“ verstehen?
Vergibt Gott einem reumütigen Menschen jede Sünde?
Was kann man tun, wenn das Kind aus erster Ehe den zweiten Mann der Mutter nicht annimmt? Zwischen ihnen herrscht ein beständiger Konflikt.
Wenn die Zeit überhaupt nicht reicht, wäre es dann nicht vernünftig besser ein Gebet mit Achtsamkeit, vor der Ikone stehend, zu lesen, als die ganze Regel unachtsam zu beten, während man sich auf dem Weg befindet?
Wird uns Gott für unsere gebeichteten Sünden nach unserem Tod richten?
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