Seit vielen Jahren führt Vater Andrej Lemeschonok Gesprächsabende mit Gemeindemitgliedern durch, bei denen er ihre Fragen beantwortet. Vor einigen Jahren erschienen die Fragen und Antworten in Buchform in russischer Sprache. Auf unserer neuen Webseite haben Sie nun Gelegenheit, einige dieser Fragen und Antworten auf deutsch zu lesen. Außerdem laden wir Sie ein sich daran zu beteiligen. Sie können uns Ihre Fragen gern per E-Mail schicken oder sie interessierende Themen aus den vorhandenen Rubriken auswählen. Wir freuen uns auf Ihre Zuschriften!

Stellen Sie dem Priester Ihre Frage

ANTWORTEN DER PRIESTER NACH THEMEN SORTIERT

Frage

Meine Tochter ist 16 Jahre alt. Sie ist gläubig, aber in die Kirche geht sie nur mit einem bestimmten Ziel: bei Gott Gesundheit, gute Wege, Erfolg zu erbitten, eine Kerze zum Festtag aufzustellen. Bei einem Gottesdienst von Anfang bis Ende zu sein, hat sie keine Geduld, sie kann 15 – 20 Minuten stehen. Sie kommuniziert und beichtet äußerst selten, Sinn und Bedeutung der Liturgie sieht und versteht sie nicht. Früher, als die Tochter zwischen 6 und 10 Jahren alt war, habe ich sie genötigt in die Kirche zu gehen, jetzt kann ich das nicht tun. Geben Sie mir einen Rat, wie ich sie überzeugen kann, sonntags in die Liturgie zu gehen?

Antwort
Bemühen Sie sich, sie nicht zu nötigen. Bemühen Sie sich, darum, dass sich Ihr Wunsch im Gebet ausdrückt. Wenn Sie sie zwingen, dann erhebt sich vielleicht in ihr Protest und sie geht nicht einmal für 20 Minuten in die Kirche. Sie müssen verstehen, dass sie ein junges Mädchen mit dem ihm eigenen Temperament ist. Vielleicht möchte sie spazieren gehen, sich vom Unterricht in der Schule erholen. Natürlich ist es für sie noch zu schwer, den Sinn der Liturgie zu verstehen, dafür ist es notwendig, dass der Herr sie mit seiner Gnade berühre. Dass Sie sie in die Kirche gebracht haben, wird nicht spurlos verschwinden. Wenn Sie Vertrauen haben, wenn Sie geistlich wachsen, dann sagt sie selbst eines Tages: „Mutti, ich möchte dir ähnlich sein, denn ich entdecke in dir die Schönheit Gottes.“ Und Sie können ihr dann sagen, dass alles von Gott gegeben wird. Und Sie können ihr erklären, dass der Mensch nicht immer alles verstehen muss, dass er manchmal einfach nur einige Dinge annehmen muss und glauben, dass alles, was in der Kirche passiert, wirklich notwendig ist. Dann eröffnet der Herr den Sinn. Wie kann man überhaupt die Liturgie erfassen? Sind wir denn fähig, zu verstehen, was das ist? Verstehen wir etwa, was die Kommunion ist. Wir können sie nur „mit Gottesfurcht und Glauben“ annehmen. Wenn Sie ihre Tochter so lieben, wie sie am heutigen Tag ist und in ihr die Schönheit erkennen, wenn sie nicht nur Vorwürfe und Beschuldigungen hört, wenn Sie befreundet sind und einander vertrauen, so wird sie früher oder später alles verstehen, sie wird den Wunsch hegen, in die Kirche zur Liturgie zu gehen. Aber das geht dann nicht mehr nach Ihrem Willen, sondern wie Gott es will.

Frage

Der Sinn einiger Worte in den Gebeten ist unverständlich, weshalb es unmöglich ist heiß und innig zu beten. Könnte man diese Gebete aus der Gebetsregel ausschließen und sie durch andere ersetzen?

Antwort
Die Gebetsregel wählen Sie selbst aus. Wenn Ihnen dieses Gebet nicht nahe geht, dann können Sie ein anderes lesen. Aber es sollte eine Regel geben, es sollte ein Gerüst geben, mit dem sich Ihre Beziehung zu Gott bauen lässt. Wenn Sie irgendetwas im Gebet nicht verstehen, dann können Sie sich an kundige Menschen wenden oder in Büchern nachlesen. In der Kirche gibt es so viele Gebete, da sie jahrhundertelang diese reichhaltigen Kostbarkeiten des Geistes gesammelt hat, so dass man ein Gebet für jeden Geschmack finden kann. Und das ist gut. Auf irgendein Gebet hört die Seele, und dieses lesen sie dann. Das Evangelium sollte man lesen, wenn auch nur ein wenig, aber lesen Sie es jeden Tag. Denn es ist das Wort Gottes.

Frage

Muss man unbedingt einen geistlichen Vater haben?

Antwort
Sind wir heute dazu bereit, einen geistlichen Vater zu haben? Na ja, vielleicht, muss man fragen: Sind wir heute bereit, darauf zu hören, was für uns unangenehm werden kann? Sind wir bereit, dem geistlichen Vater mehr zu glauben als uns selbst, sind wir bereit, uns zu demütigen? ... Wahrscheinlich nicht. Aber natürlich benötigt der Mensch Hilfe. Und sie kommt durch den Menschen. Der Geistliche ist der Zeuge meiner Buße, meines Wortes, das ich an Gott richte. Und durch ihn kann ich etwas hören. Das alles sind vielschichtige, tiefe Beziehungen. Also wenn jemand sagt: „Werden Sie mein Beichtvater“. Gut, werde ich, und dann? Geistliche Beziehungen zum Priester werden natürlich unabhängig von bloßen Worten aufgebaut. Es ist immer ein innerer Dialog, eine innere Nähe, Verantwortung füreinander, die entsteht. Ich fuhr mehr als 20 Jahre zu Vater Nikolaj Gurjanow* und irgendwann fühlte ich, dass ich das, wonach ich fragte, nicht erfüllte. Ich sah, dass ich nicht fähig war, dass ich keine Kraft habe, dass ich nicht kämpfen kann und werde. Deshalb hörte ich auf, nach irgendwelchen Sachen zu fragen. Allerdings habe ich verstanden, dass vielleicht ein anderer Sinn in den Beziehungen zwischen den Leuten liegt, dass man Gott in einem anderen Menschen erkennt. Und ich habe um Gottes Hilfe gebeten, um das Wort anzunehmen, das ich für mich gehört habe. Ich habe niemals bei Vater Nikolaj gebeichtet. Aber für mein Leben bedeutet er mir bis zum heutigen Tag sehr viel. Wir fahren jedes Jahr zu seinem Grab. Einmal im Jahr unternehme ich eine geistliche Pilgerreise und dort feiere ich die Liturgie. Aber mehr brauche ich in diesem Moment nicht, um zu leben (ich will weder auf den Athos noch nach Jerusalem), denn bei der Liturgie sind wir außerhalb der Zeiten. Tatsächlich, alles, was möglich ist, hat sich erfüllt. Und auch an die zweite Ankunft Christi erinnert der Priester im Gebet, und sie ist schon unter uns.
* Erzpriester Nikolaj Gurjanow (Nikolaj Alexejewitsch Gurjanow; 1909 – 2002), der gottselige Starez lebte über 40 Jahre als Asket auf der Insel Salit (im Pskower See)

Frage

Meinen ältesten Sohn habe ich unehelich geboren. Er wuchs zu einem ordentlichen Jungen heran, und als er neun Jahre alt war, heiratete ich. Ich habe mit meinem Mann wunderbare Kinder gezeugt, einen Jungen und ein Mädchen: sie sind jetzt acht und fünf Jahre alt. Unsere Ehe besteht jetzt seit elf Jahren. Aber von Anfang an konnten sich keine Beziehungen zwischen den beiden herausbilden. Das hat sich schlecht auf den Sohn ausgewirkt. Er sieht keinen Sinn in seinem Leben. Er will die Fachoberschule nicht beenden, geht nicht zu den Praktika, weigert sich zu arbeiten. Das erbost meinen Mann, er erklärt, dass ich meinen Sohn nicht gut versorgt und ihm nicht geholfen habe. Mein Mann stellt mich vor die Wahl: entweder mein Sohn oder er. Er hat vorgeschlagen, den ältesten Sohn in eine 1-Raum-Wohnung umzusiedeln oder selbst die Familie zu verlassen. Was soll ich tun? Ich bitte um Ihre Gebete! Bitte sprechen Sie mit meinem Sohn!

Antwort
Diese Frage ist für viele Familien charakteristisch, die in zweiter Ehe leben. Was kann man dazu sagen? Man muss versuchen, für alle zu kämpfen: sowohl für den Sohn, als auch für den Mann und für die anderen Kinder. Aber dafür ist es notwendig, dass die Liebe für alle reicht. Man braucht das Gebet. Es ist verständlich, dass in Ihrem Mann der Egoismus spricht, eher noch, die Eifersucht. Aber Sie sind auch schuldig gegenüber ihrem Sohn, weil es Ihnen nicht gelungen ist, die Familie zusammenzuhalten, er wurde dem leiblichen Vater entfremdet. Aus welchem Grund? Sie müssen sich mit allen Ihren Familienangehörigen einigen. Dafür sollen Sie, sich selbst vergessen und die ganze Zeit beten, damit die Liebe Gottes irgendwie Ihre Nächsten in der Familie vereint. Man muss seine Sünden beichten. Man muss zur Kommunion gehen. Man darf keinesfalls dem Teufel glauben, der Ihnen, und Ihrem Sohn, und Ehemann einflößt, dass der Konflikt unlösbar sei, dass er zum Verlust entweder des Sohnes oder des Ehemannes führt, oder überhaupt der Sinn des Lebens verloren geht. Das ist eine ungeheuer schwere Aufgabe. Aber genau diese Aufgabe kann aus ihnen eine echte Christin machen, gibt die Möglichkeit für vier zu beten. Aber seien Sie nicht mit der Sünde einverstanden. Diese Sünde stellt Sie vor die Wahl: entweder ich oder der Sohn. Aber wer Gott mehr liebt, sollte sich auch schuldiger als alle anderen zählen. Natürlich haben Sie sich irgendwie schuldig gemacht, und sie sollten dies durch ein Gott wohlgefälliges Leben sühnen. Auch der Sohn hat Schuld, denn die Kinder nutzen gern solche Situationen aus. Hierbei ist alles miteinander verbunden. Man muss lernen, aber nicht den Hans Wurst spielen. Und man muss die Mutter bedauern. Alle sind Egoisten. Von welcher Seite aus man es auch betrachtet, überall gibt es Sünde. Gott will, dass Sie lernen, alle so zu lieben, dass Ihre Liebe zur Versöhnung und zum Beginn eines Lebens mit Gott reicht. Wie soll man das machen? Mit menschlicher Anstrengung ist das unmöglich. Aber es gibt Christus, es gibt die Heilige Kirche, es gibt den Heiligen Kelch. Schöpfen Sie daraus die Liebe und sie wird Sie verwandeln.

Frage

Wie lernt man achtsam zu beten?

Antwort
Der Mensch sollte spüren, wo sein Herz und wo sein Verstand ist. Man muss sich mit sich selbst auskennen. Der Verstand des Menschen kann die ganze Zeit in verschiedenen Müllhaufen herum schweifen, sogar dann, wenn er in der Kirche neben den heiligen Ikonen steht. Deshalb ist es sehr wichtig, zu lernen, sein Herz und seinen Verstand versammelt zu halten, um ein Ganzes zu werden, und nicht zerrissen zu sein. Das achtsame Gebet ist ein ständiger Kampf mit seinem „Zerfließen“, mit seiner Unachtsamkeit. „Gib dein Blut, und du erhältst Geist.“, so lehrten die Heiligen Väter. Natürlich gibt es bei allen von uns Momente, in denen wir achtsam gebetet haben in Verbindung mit irgendwelchen Umständen. Einmal sagte man mir, dass meine nächsten Verwandten sterben werden, da habe ich achtsam gebetet. Und dann konnte mich auch nichts ablenken. Mir war, als sähe ich vor mir eine Mauer, und in ihr ein kleiner Hoffnungsstrahl, und ich sollte dieser Hoffnungsschimmer sein, der seine Worte an Gott richtet, andernfalls wäre es zu spät. Das war eine ungeheure Anstrengung. Der Mensch kann sich nicht dauerhaft in einer solchen Anstrengung befinden, denn das beansprucht alle seine Kräfte. Je ernsthafter, je wertvoller dem Menschen die Gespräche mit Gott werden, desto achtsamer wird das Gebet. Es ist notwendig, dass diese Worte nicht nur auf der Ebene des Verstandes bleiben, sondern dass sie trotzdem bis ins Herz dringen. Deshalb muss man das Herz mit dem Verstand verbinden. Aber nicht „um dort einen Punkt zu finden“, sondern einfach um eine Ganzheit zu erreichen, wenn der Mensch steht und vollständig Gott angehört, jede Zelle, jedes Haar, jedes Knöchelchen, alles gehört Gott. Und schon gibt es niemand mehr, außer Gott. Auch nur einige Minuten so zu beten, das ist schon eine Fertigkeit. Versuchen Sie es!

Frage

Kann man dem Väterchen bei der Beichte die Sünden nicht aussprechen, sondern für sich bereuen? Oder muss man sie unbedingt aussprechen? Ich kann mich nicht durchringen, es auszusprechen; mich erschreckt das!

Antwort

Das Wichtigste ist, den Kampf mit der Sünde zu beginnen. Wenn der Mensch seine Sünde nicht laut aussprechen kann, aber gegen sie kämpft und innerlich Reue empfindet, dann muss man bei der Beichte sagen: „Ich habe Sünden begangen, für die ich Buße tue. Aber derzeit habe ich keine Kraft, sie laut auszusprechen, aber ich bitte Gott um Vergebung.“ Das wird auch ein Schritt sein zum Sieg über die Sünde. Sie haben den Wunsch, aber einfach keine Kraft. Gott hilft, sogar diese Beklommenheit zu besiegen.

Man kann viel mit dem Mund aussprechen, aber das Herz bleibt kalt. Man muss diese Angst und diesen Zustand besiegen, wenn sich die Sünde versteckt. Die Sünde fürchtet das Licht, fürchtet sich davor, aufgedeckt, sichtbar zu werden. Hier wird der innere Kampf geführt. Der Geistliche sollte das verstehen und Ihnen helfen. Ich denke, dass Gott Ihnen ein solches Väterchen schickt. Die Beichte ist kein Verhör, und der Geistliche kein Ermittler, er ist einfach Zeuge der Buße.

Möge Gott Ihnen dabei helfen!

Frage

Wie kann man mit einem Pädagogen verfahren, der in Anwesenheit der Lernenden die pädagogische Ethik grob verletzt?

Antwort
Wenn sich ein Pädagoge ausfallend verhält, die elementarsten Verhaltensregeln verletzt, dann wird sich das bei den Lernenden auswirken. Die Eltern müssen ihre Kinder schützen. Es gibt sicher Leute, die Ihre Meinung teilen. Sie alle zusammen sollten mit dem Pädagogen sprechen. Möglicherweise, nimmt er Ihr Wort nicht an. Dann muss man diese Frage dem Vorgesetzten stellen und dafür kämpfen, dass die Kinder nicht von ihren Lehrern traumatisiert werden. Haben Sie keine Angst vor Missverständnissen und Verschlechterungen in den Beziehungen. Wenn Sie sehen, dass junge Seelen verkrüppelt werden, muss man unbedingt handeln.

Frage

Was ist stärker: der Psalter oder das Evangelium?

Antwort

Im Psalter hat der Heilige David durch den Geist das Evangelium, Christus vorausgesehen. Das Evangelium selbst ist schon das Leben Christi, das Leben unseres Herrn. Natürlich muss man den Psalter lesen, aber auch das Evangelium, und noch mehr, und aufmerksamer, und mit Demut.

Unser Verstand versteht sie noch nicht, kann die Worte Christi von der Freiheit, die in Gott ist noch nicht annehmen. Wir beginnen herum zu modeln, auf alles auf menschliche Weise zu schauen, abzuwägen, immer wieder zu messen. Aber der Herr sagt einfach: Folge mir nach! (Mt 4, 19). Und wenn der Mensch aufsteht und Christus folgt, dann verändert sich sein Leben.

Frage

In der Kirche, in der ich früher gebeichtet habe, gab es immer eine lange Warteschlange. Ich spürte, dass mir die Zeit nicht reicht, um mich ganz zu öffnen. Ich würde gern mit dem Väterchen ohne Rücksicht auf die Wartenden sprechen. Ich möchte über vieles sprechen, bedächtig Buße tun. Sagen Sie, bitte, ob man auch außerhalb der (Gottesdienst-) Zeiten (z. B. abends) zur Beichte kommen kann, an wen kann ich mich wenden? Ich brauche dringend dieses Gespräch, diese Beichte. Dem Herrn sei Dank!

Antwort
Man kann zu jedem Geistlichen gehen und darum bitten. Wenn es für Sie wirklich notwendig ist. Bei uns im Kloster zieht sich die Beichte bis spät (in die Nacht), damit gibt es kein Problem. Natürlich, wenn man zur Beichte vor der Liturgie kommt, wenn die Zeit beschränkt ist und der Priester es schaffen muss, dass alle Leute beichten, die zur Kommunion gehen wollen, dann sagst du nicht viel. Aber Sie können das aufschreiben, was Sie sagen wollen. Jetzt beichtet man in vielen Kirchen am Abend. Es ist verständlich, dass Sie sich aussprechen wollen, dass Sie den Dialog mit dem Geistlichen suchen. Der Herr wird Ihnen diese Möglichkeit geben

Frage

Mit meiner Tochter ergeben sich keine warmen familiären Beziehungen. Ich hätte gern, dass wir miteinander offener, geduldiger, gütiger umgehen. Ich bemühe mich,aber ich sehe, dass meine Aufmerksamkeit sie bedrängt. Sie möchte gern Arzt werden, aber ich denke, dass sie geistlich noch nicht bereit dafür ist. Lohnt es sich für sie, sich an der Medizinischen Universität einzuschreiben?

Antwort
Erstens, wenn sie gern Arzt werden will, soll man sie nicht abhalten. Kein Arzt sagt Ihnen, dass er bereit ist, mit jedem Kranken mitzuleiden. Bei den Ärzten gibt es unterschiedliche innere Verfassungen, in ihm wohnt nicht immer Liebe und Mitleid mit den Menschen. Aber ich bin überzeugt, dass dies trotzdem eine große Mühe ist, das Bestreben, den Schmerz zu nehmen, die Wunde zu heilen, dem Menschen zu helfen, die Gesundheit wieder herzustellen. Das ist die christlichste Sache, die man sich nur vorstellen kann. Darum ist das Kreuz auch das Symbol der Medizin. Deshalb brauchen Sie es nicht so genau zu nehmen, dass ihre Tochter geistlich nicht bereit ist. Sie wird daran wachsen, wenn sie mit dem Schmerz konfrontiert wird. Ich denke, dass es sehr gut ist, dass sie Arzt werden will. Zweitens, Sie bevormunden sie wahrscheinlich sehr stark und möchten, dass sie Ihnen ähnlich wäre. Aber es ist zu erkennen, dass sie andere Seiten und Werte besitzt, von denen sie heute lebt. Ihre Tochter ist schon eine erwachsene Person. Dies gilt es, anzunehmen und zu würdigen. Wenn wir gefühl- und taktlos sind, wenn wir jemand aufziehen, wenn wir nicht auf eine fremde Meinung hören, wenn wir uns selbst durchsetzen, weil „es mein Kind ist, was ich möchte, das tue ich mit ihm.“, dann entsteht eine Mauer des Misstrauens, die man niederreißen muss, solange die Möglichkeit besteht. Dieses Problem betrifft in erster Linie die Mutter, und nicht die Tochter. Man muss wirklich sein Leben ändern. Das ist unbedingt erforderlich für Sie.

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