Seit vielen Jahren führt Vater Andrej Lemeschonok Gesprächsabende mit Gemeindemitgliedern durch, bei denen er ihre Fragen beantwortet. Vor einigen Jahren erschienen die Fragen und Antworten in Buchform in russischer Sprache. Auf unserer neuen Webseite haben Sie nun Gelegenheit, einige dieser Fragen und Antworten auf deutsch zu lesen. Außerdem laden wir Sie ein sich daran zu beteiligen. Sie können uns Ihre Fragen gern per E-Mail schicken oder sie interessierende Themen aus den vorhandenen Rubriken auswählen. Wir freuen uns auf Ihre Zuschriften!

Stellen Sie dem Priester Ihre Frage

ANTWORTEN DER PRIESTER NACH THEMEN SORTIERT

Frage

In Verbindung mit einer Erkrankung kommuniziere ich auf den Rat des Priesters hin jede Woche seit bereits drei Monaten. In letzter Zeit durchlebe ich vor der Kommunion oder danach eine sehr starke Anspannung, ich raste gegenüber meinen Mitmenschen aus, danach fühle ich Angst und Schuld vor dem Herrn. Vielleicht sollte ich seltener kommunizieren, nur dann, wenn ein solch starkes Bedürfnis besteht?

Antwort
Die Kommunion verschärft den geistlichen Kampf. Sie gibt dem Menschen keine „Beruhigungstablette“, im Gegenteil, sie reinigt durch Feuer von der Sünde, verbrennt den Satan, der nicht nur in die Ferse sticht. Deshalb müssen Sie Ihr Maß finden, herausbekommen, ob Sie den Wunsch haben zu kämpfen. Wenn Sie derzeit nicht die Kraft haben für solch eine Anstrengung, dann sagen Sie es dem Priester. Man muss gut überlegen, beten und die Frage lösen, wie oft Sie kommunizieren sollten.

Frage

Was gibt eine häufige Kommunion? Der Herr kann uns durch die Kraft des Heiligen Geistes nicht nur während der Kommunion verändern. Wenn wir öfter kommunizieren, werden wir dann schneller verwandelt und lernen zu lieben?

Antwort
Für mich persönlich ist die Teilnahme am Hl. Altarsakrament das Schwerste auf der Welt, denn darin ist auch das ewige Leben, der Tod für die Sünde. Und das ist schrecklich. Ohne die Kommunion kann der Mensch nicht leben, kommuniziert er aber, quält er sich wegen der Sünde. Die Kommunion wird das Zentrum unseres Lebens. Natürlich, wenn wir genügend Kraft hätten, würden wir in die Wüste gehen, ein Jahr dort beten, danach kämen wir in die Kirche, würden ein Mal kommunizieren, und das würde uns reichen. Es gibt natürlich solche geistlich starken Leute. Aber wir sind noch sehr schwach. Und gerade die Kommunion stärkt uns sowohl physisch als auch geistlich. Der Herr sagt es direkt: Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabkommt; wer dieses Brot isst, wird in Ewigkeit leben (Joh 6,51). Natürlich ist die Kommunion keine mechanische Tätigkeit. Das heißt nicht, dass der Mensch kommt, kommuniziert und sein Leben weiter lebt, als wäre nichts gewesen. Und das ist auch das Wirken des Heiligen Geistes, der Gnade Gottes, die den Menschen demütig macht, die ihn verletzlicher und geduldiger macht. Wenn wir kommunizieren, dann brennen wir in uns die Sünde aus, erweichen unser Herz. Ob wir das wollen oder nicht, in dem wir den Mund öffnen und das Himmlische Brot aufnehmen, werden wir zu anderen Menschen: wir gehören Christus, in uns lebt der Herr. Durch unsere Sünde haben wir Ihn geopfert, ermordet, aber Er lebt schon in uns. Und wir wissen, dass wir Gesetzesbrecher sind. Oft wird die Frage gestellt, wie oft man kommunizieren sollte? Zunächst muss man die Lebensumstände desjenigen anschauen, seine Gemütsverfassung. Bei dem einen sucht die Seele ständig nach einer Begegnung mit Gott, ein anderer Engagierterer stellt sich schneller auf Arbeit und weltliche Sorgen um. Man darf nicht nur über die Quantität sprechen, wir sollen über ihre Qualität nachdenken, die wir nicht haben. Aber wir hoffen, dass irgendwann aus der Quantität Qualität erwächst. Es wäre interessant zu wissen, ob es Leute gibt, die hochwertig kommunizieren? Ich habe so etwas nicht gesehen. Trotzdem wird es das wahrscheinlich geben. Da sind zum Beispiel die Kinder. Die Seele freut sich, wenn sie kommunizieren.

Frage

Ich habe verstanden, dass ich ohne Gott nicht einmal Gutes wünschen kann. Ich beschloss, wenn nichts stört, jeden Sonntag zu kommunizieren. Aber in einem Buch habe ich gelesen, dass durch die häufige Kommunion die Ehrfurcht verloren geht.

Antwort
Ich würde oft kommunizieren und Gott für diese Möglichkeit danken. Aber es gibt dazu verschiedene Bücher. Der heilige Johannes von Kronstadt* schrieb, dass, wenn der Mensch bei der Liturgie nicht kommuniziert, unverständlich ist, was er dort treibt. Freilich gewöhnen wir uns an alles, aber was soll man tun, man muss für die Dankbarkeit, für die Ehrfurcht kämpfen. wenn wir selten kommunizieren, werden wir es dann ehrfürchtiger, würdiger machen? Mir scheint, dass solch eine Meinung ein Fehler, eine Illusion ist. Die Norm für unser Leben als Christen sollte die Kommunion sein. Wenn Sie danach streben mit Gott zu leben, einmal pro Woche kommunizieren, dann ist das sehr gut, Gott sei Dank, dass es diese Möglichkeit gibt. Wenn jemand öfter in die Kirche gehen kann, Gott sei Dank. Warum muss man dann jeden Tag die Liturgie feiern? Der Herr möchte uns mit Seiner Liebe ernähren, mit Seiner Gnade, mit Seiner himmlischen Speise. Aber wir werden herum philosophieren: „Wir werden nicht essen, denn wir gewöhnen uns daran…“ Aber ohne Nahrung werdet Ihr schwach! Natürlich hat jeder sein Maß, und eine häufige Kommunion fordert eine große innere Anstrengung, da muss man seine Kräfte und Möglichkeiten abwägen. * Hl. Johannes von Kronstadt (mit bürgerlichem Namen: Iwan Iljitsch Sergijew; 1829 – 1908), Erzpriester, Wundertäter, Prediger, Beichtvater und geistlicher Vater, Klostergründer

Frage

Wenn ich der Kommunion nicht würdig bin, soll ich mich vielleicht besser davon fernhalten?

Antwort
Wer kann sagen, dass er würdig ist? Zum Kelch treten wir mit Gottesfurcht und Glauben. Wir glauben, dass der Herr kam, um die Sünder zu retten, von denen ich der erste bin (1 Tim 1, 15). Im Gebet vor der Kommunion spricht man nicht davon, dass wir schon würdig, schon fertig sind und wir können Heiligtümer verlangen. Die Kommunion ist eine Gabe, die wir niemals verdienen können, wir können sie nur demütig annehmen. Ich denke, dass man unbedingt kommunizieren muss, damit sich irgendetwas in unserem Leben verändert. Die heutige Welt erzeugt einen vollständig kranken Menschen und dies sowohl in geistiger und körperlicher wie auch in seelischer Hinsicht. Und nur die Liebe Gottes, die Gnade des Heiligen Geistes verklärt unsere gefallene Natur, gleicht aus, richtet uns, solche verdrehten, solche verstrickten, auf. Deshalb darf man nicht dem Kelch fernbleiben. Haltet fest, der Herr ist barmherzig in der Beziehung zu uns, und seine Liebe reicht für alle.

Frage

Ich bitte Sie sehr, mir bei der Vorbereitung auf die Beichte zu helfen. Ist es richtig, bei der Beichte die Sünde zu benennen oder sollte man sie irgendwie konkretisieren? Zum Beispiel, sollte ich sagen, dass ich einen Diebstahl begangen habe oder, dass ich Geld vom Nachbarn gestohlen habe?

Antwort
Die Beichte ist ihr persönliches Gespräch mit Gott, Ihre persönliche Hinwendung zu Ihm in der Gegenwart eines Zeugen, des Priesters. Deshalb denke ich, dass das Wichtigste bei der Beichte sind nicht irgendwelche Details ihrer Sünde, ihre näheren Umstände, sondern der Zustand ihrer Seele, damit sie bereut, damit sie sich versöhnt, damit sie ihre Schuld vor Gott und vor dem Nächsten fühlt, damit sie die Sünde schmerzt. Man kann viele Seiten voll schreiben, auf denen Sie sich der Sünden ihres Lebens erinnern, im Allgemeinen aber nichts bereuen, sondern sie einfach nur formell aufzählen. Deshalb muss man die Betonung darauf setzen, dass die Seele Schmerz über die Sünde empfindet, damit sie sich mäßigt und sie zu ihrer Läuterung gelangt. Das ist sehr wichtig. Der Priester kann Sie selbst fragen, oder Sie können ihn fragen, wie Sie über die Sünde erzählen sollen, ausführlicher oder nicht, das ist dann schon nach seinem Ermessen. Wichtig ist, dass Sie den Wunsch haben, Ihr Leben zu ändern, die Reue aber ist die Veränderung des Lebens, das ist unser Weg zu Christus, Kehrt um, denn das Himmelreich ist nahe (Mt 3,2). Also halten Sie durch und Möge Gott Ihnen die Kraft geben öfters in die Kirche zum Sakrament der Beichte zu gehen und die Gaben Christi, Leib und Blut Christi, zu empfangen zur Gesundung von Seele und Leib. Die Zeit verändert den Menschen äußerlich, aber innerlich verändert sich das Verhältnis des Menschen zu Gott und den Sakramenten der heiligen Kirche.

Frage

Väterchen, helfen Sie, mich auf die Beichte vorzubereiten. Ich kann nicht hinnehmen, dass jemand anders als ich von meinen Sünden erfährt. Der Priester könnte es weitererzählen?

Antwort
Wie Ihr geglaubt habt, so soll Euch geschehen (Mt 9, 29). Wenn Sie nicht glauben, dass die Beichte ein Sakrament (Mysterium) ist, und Sie beichten nicht dem Väterchen, sondern Christus, wenn Sie daran Zweifel haben, dass der Priester das Beichtgeheimnis schützt, dann sind Sie wirklich noch nicht bereit dafür, vor Gott zu stehen und bei Ihm um Vergebung zu bitten für ihre Sünden und Hilfe für das weitere Leben. Deshalb bitten Sie in ihrem Gebet um Vertrauen zu Gott, Glauben an das Geheimnis der Heiligen Kirche. Überspringen Sie dieses Hindernis, das aus menschlichen Ängsten, Zweifeln, Erlebnissen errichtet wurde! Es stört Sie dabei, zu Gott zu gehen und Ihm sein Herz ganz zu öffnen. Der Teufel bemüht sich, Sie zu stören, sie zu verunsichern, sät Misstrauen. Dagegen muss man kämpfen und darf nicht jenen Bedenken und Einfällen vertrauen, die es Ihnen nicht erlaubt zum heiligen Sakrament der Beichte zu gehen. So gehen Sie nie zur heiligen Kommunion. Sehen Sie, welcher Kampf um ihre unsterbliche Seele entbrannt ist, wie der Feind alles Mögliche versucht, um zu verhindern zu Gott zu gehen. Aber besiegen Sie diese Angst, kommen Sie zur Beichte. Und nicht vor dem Priester, sondern vor Gott eröffnen Sie ihr Leben – all ihre Probleme und ihre Nöte, dann verspüren Sie, dass Gott Sie hört und versteht, und die Hilfe Gottes wird mit Ihnen sein.

Frage

Ich bin 33 Jahre alt und Mutter. Wir besuchen die Kirche, aber nicht so oft (in der Tiefe der Seele verbirgt sich das Gefühl, das da etwas nicht stimmt). In meinem ganzen Leben war ich noch nie bei der Beichte oder Kommunion, und erst jetzt kommt die Erkenntnis, dass es sehr notwendig wäre. Die Seele bittet darum. Aber es gibt irgendeine Barriere, die mich nicht zum Priester gehen und den Schritt zum Reuebekenntnis machen lässt. Lohnt es sich zu zwingen oder soll man weiter leben mit dem Gedanken „Alles zu seiner Zeit“?

Antwort
Dem Himmelreich wird Gewalt angetan (vgl.: Mt 11, 12). Wenn wir darauf warten, dass irgendwann etwas von selbst vom Himmel fällt, könnten wir umsonst warten. Die Gewalttätigen reißen das Himmelreich an sich (vgl.: Mt 11, 12), es muss mit Anstrengung ergriffen werden. Und natürlich, der Weg ist schmal, der zum Himmelreich führt. Deshalb muss man sich Zwang antun. Manchmal will man nicht in die Kirche gehen, man will nicht beten, man will gar nichts mehr tun, aber man muss leben, und nicht einfach so leben, sondern mit Gott. Wenn Sie ein gläubiger Mensch sind, dann sollten Sie verstehen, dass es das Böse gibt, das uns die ganze Zeit auf dem Weg zu Gott, Ihm zu dienen und seinen Nächsten zu lieben lernen, stören wird und gegen das Böse muss man kämpfen. Ihre Kräfte reichen in diesem Kampf nicht, deshalb sollten Sie trotz allem über die Schwelle der Kirche treten, beichten gehen, wenigstens einige Worte von sich geben, und sie werden verstehen, dass Gott immer auf Sie gewartet hat und immer warten wird, Sie werden Gottes Hilfe und Linderung fühlen. Also wagen Sie etwas, sitzen Sie nicht da, warten Sie nicht ab, dass sich etwas verändert: „Irgendwann wird es sich ergeben, dass ich komme, aber jetzt will ich nicht.“ Jeder Tag bringt irgendetwas und entweder wir bauen uns auf oder wir zerstören uns. Man muss die Verbindung zu Gott wiederherstellen, auf neue Art leben lernen. Es lohnt sich nicht auf seine Gefühle, Emotionen, Stimmungen zu vertrauen. Heute müssen wir uns bemühen. Denn ohne Gott können wir selbst mit unseren Kräften überhaupt nichts Gutes ausrichten. Möge der Herr Ihnen helfen!

Frage

Helfen sie mir, bitte. Ich bin schon 33 Jahre alt, und es ist schrecklich, das zu sagen, - ich habe noch nie gebeichtet. Meinen kleinen Sohn haben wir einmal zur Kommunion gebracht. Es wird Zeit, und ich spüre, dass viel Zeit vergangen ist.

Ich habe Angst, verurteilt zu werden, und ich weiß nicht, wie ich mich vorbereiten soll, womit ich beginnen soll. Krankheiten beginnen sich auszubreiten, alles stürzt zusammen. Vielleicht kann man zu einem Einzelgespräch kommen, bei dem ich alles erfahre und ich mich richtig vorbereiten kann?

Antwort

In jeder Kirche gibt es einen diensthabenden Priester, mit dem man sprechen kann und jene Fragen klären, die sie bewegen. Ansonsten muss man einfach zur Beichte gehen und anfangen, Gott selbst in der Gegenwart eines Priesters etwas zu sagen. Ich denke, dass der Herr Ihnen dabei hilft, das Wichtigste dabei ist der Wunsch, sein Leben zu ändern und Gott herein zu lassen. Wenn man sein Leben Gott anvertrauen will, wenn man an Seine Liebe glaubt, die unseren Charakter, Gewohnheiten verändert, die hilft von den Sünden zu befreien, dann natürlich beginnt ein neues Leben, das zielgerichtet sein wird.

Jetzt sind Sie in der ersten Klasse, dann in der zweiten, fünften, zehnten – wir gehen in die Kirche wie in die Schule, um das geistliche Leben zu lernen, um zu lernen, mit Gott zu leben, Ihn und unseren Nächsten zu lieben. Der Egoist wird nicht im Handumdrehen heilig, dazu bedarf es einer großen Anstrengung, man braucht viel Kraft und Geduld. In der Kirche gibt es alles dafür, um Ihnen zu helfen, Ihr Leben grundsätzlich zu ändern, denn in der Kirche ist Gottes Geist gegenwärtig, die Liebe Gottes, die den Menschen heilt und reinigt. Deshalb: beichten Sie, gehen Sie zur Kommunion. Haben Sie keine Angst die ersten Schritte zu gehen, auch wenn sie noch nicht sehr sicher, nicht sehr fest sind – das ist nicht schlimm. Wichtig ist, dass Sie beschlossen haben vorwärts zu gehen und Christus auf Seinem Weg zu folgen. Und auf diesem Weg wird es Stürze und Abschweifungen geben, aber haben Sie keine Angst, der Herr wird immer bei Ihnen sein, und die Kirche ist für jede kranke Seele offen.

Frage

Helfen Sie mir, bitte, mich richtig auf die Beichte vorzubereiten, damit ich nicht durch Unkenntnis irgendwelche Sünden verheimliche. In dem Buch „Hilfe für den Büßer“ aus den Werken des Hl. Ignatij (Brjantschaninow*) gibt es eine Liste mit den wichtigsten Lastern, und des weiteren ihre Untergliederungen und Abzweigungen. Zum Beispiel: Völlerei, und weiterhin: Schlemmen, heimliches Essen, Naschen, Unbeherrschtheit. Erläutern Sie bitte, muss man bei der Beichte nur die Sünde der Völlerei nennen oder auch alle ihre Untergliederungen aufzählen?

Antwort

Ich weiß nicht. Sie haben das Buch gelesen, lesen Sie noch einige Bücher, aber zur Beichte sollten Sie gehen und vor Gott ihre Seele ohne Spickzettel öffnen. Es kann sein, dass Sie Ihr Naschen heute nicht bereuen müssen, möglicherweise, dass Sie etwas ganz anderes bereuen müssen. Man kann ein dickes Heft mit seinen Sünden füllen und nichts davon bereuen, sondern man zählt nur die Sünden auf, die Sie theoretisch bei sich erkennen. Mein Verständnis der Beichte lautet wie folgt: Es ist ein lebendiges Gespräch der Seele mit seinem Erlöser, mit Gott, mit dem, Der uns liebt und Der uns versteht. Dieses Vertrauen zu Gott, wenn wir auf uns schauen und sehen, was uns jetzt stört zu leben, woran ich schuld bin, wem ich weh tat, wen ich verletzt habe, wer wegen mir gelitten hat, worin ich schuldig geworden bin vor Gott und den Menschen, welche Sünde, welche Lüge wohnt heute in mir? Wenn Sie so bitten und beten, dann wird Gott das alles in Gang setzen. Aber so etwas wie, dass Sie gern Schokolade zum Tee essen oder Torte , das ist heute nicht so wichtig. Denn man kann formell alles richtig machen, aber die Seele ist tot, sie fühlt nicht die Liebe Gottes, die heilt und alles verzeiht. Suchen Sie das Wichtige, das heute in Ihrem Leben verändert werden muss, dass, was Sie abhält und stört Gott und den Nächsten zu sehen; suchen Sie die Aufgaben, die Gott Ihnen heute stellen wird. Man muss schöpferisch mit der Beichte umgehen, und nicht einfach aus Büchern zitieren, noch dazu auf Kirchenslawisch. Viele schreiben ganze Bücher ab und lesen das dann vor, als ob das eine vollständige Generalbeichte sein würde. Denn, wenn man einige Worte sagen würde wie: „ Herr, verzeih mir, ich bin ein solcher Mistkerl!“, und dies von Herzen sagen würde, so, das Herz weh tut, so wäre dies viel wichtiger. Möge Gott Ihnen helfen, zu lernen zu bereuen, vor Gott zu leben und Ihr Leben zu ordnen.

* Hl. Ignatij Brjantschaninow (1807 - 1867): Bischof, geistlicher Autor der Moderne

Frage

Ich kam zur Beichte, aber ich konnte die schlimmste meiner Sünden nicht bekennen. Ich konnte sie einfach nicht aussprechen… Folgendes, vor 3 Jahren wurde ich schwanger, aber ich hatte Angst, es meiner Mutter zu sagen… Als meine Mutter davon von einer gemeinsamen Bekannten erfuhr, war die Antwort eindeutig – Abbruch. Sie weinte und sagte, dass ich ihr Schicksal wiederhole, dass ich das College beenden muss und wenn ich das Studium hinschmeiße, dann mache ich mir mein ganzes Leben kaputt.
Aber das Schlimmste daran ist, dass ich mit ihr übereinstimmte. Sie fand Ärzte in einer anderen Stadt, und ich musste dahin gehen… Es vergingen 10 Monate, ich beendete das Studium, aus gesundheitlichen Gründen wurde ich ausgemustert und ich habe keinen einzigen Tag in meinem Beruf gearbeitet. Nach einiger Zeit habe ich diesen Jungen geheiratet und habe mit ihm einen Sohn. Aber diese schwere Sünde kann ich nicht vergessen, ich denke oft daran und das Herz zieht sich bis zum heutigen Tag zusammen. Ich weiß nicht, ob ich überhaupt in die Kirche gehen kann und die Ikonen verehren kann, ob ich überhaupt in der Nähe der Kirche stehen darf? Sagen Sie mir bitte, was ich tun soll?

Antwort

Es ist gut, dass Sie die Sünde fühlen. Wenn die Seele wegen einer Sünde leidet, heißt das, dass sie lebt. Wie schwer auch Ihre Sünde sein mag, Gott vergibt sie, und die Buße verändert den Menschen, stellt die Verbindung des Menschen zu Gott wieder her. Deshalb muss man unbedingt in die Kirche gehen, denn Gott kam, um die Sünder zu retten. Sie benötigen Seine Hilfe, Seine Liebe, deshalb gehen Sie in die Kirche und zweifeln Sie nicht daran, dass Gott Sie liebt. Aber das, was Sie taten, machten Sie aus Unverstand, weil Sie noch nicht bereit waren, sich mit einem Kind herumzuschlagen.
Bitten Sie darum, dass Gott Ihnen noch mehr Kinder gibt. Erziehen Sie sie im rechten Glauben. Manchmal flüstert der Feind dem Mensch ein, dass Gott ihm nicht vergibt, dass die Sünde größer ist als die Liebe Gottes. Das ist eine Lüge, eine Täuschung. Die Liebe Gottes ist wie das Meer, und unsere Sünde ist ein winziges Sandkorn in diesem Meer. Der Herr nahm die Sünden der Welt auf sich und gibt dem Mensch seine Liebe, die auch den letzten Sünder heilig machen kann. Nicht jeder möchte diese Liebe, denn sie ist mitfühlend, gekreuzigt. Ein Mensch, der mit Gott lebt, ist in dieser Welt verwundbar, denn seine Seele ist offen, in ihr sind nicht nur die eigenen Erlebnisse, sondern auch der Schmerz über andere, das Mitleid mit dem Nächsten. Je größer das Herz ist, desto größer ist der Schmerz. Bemühen Sie sich und üben Sie ihr ganzes Leben lang Buße für die Sünde.

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