Gottes Liebe ist wie Elektrizität

20. Juli 2022

Leuchtturm an der Meersküste

Leuchtturm an der Meersküste

Worte des Geistlichen Vaters

Wir schauen mit menschlichen Augen auf unser Leben und wir tun dies auf weltliche Art. Wir erblicken da sehr viel Unverständliches. Aber wenn wir von Gott erleuchtet werden, dann beginnen wir Ihn in allem zu sehen, was uns umgibt. Das schenkt uns Lebensfreude. Und diese Freude können wir miteinander teilen. Darin besteht das geistliche Leben des Menschen. "Dein guter Geist führe mich auf ebenem Pfad..."

Der Mensch wollte sich nicht vor Gott demütigen, Gott gehorchen, und sein Leben wurde zu einer Tragödie. Die ganze Menschheit folgte dem Weg, wo jeder seine eigene Wahrheit besitzt, seinen eigenen Geist, aber nicht den Geist Gottes. Und dies führte dazu, dass das Leben zu Leiden, Qualen, Krankheit, Tod führt. In dieser Welt fühlte sich der Mensch als Hausherr und sagte von sich, "Mensch - wie stolz das klingt." Aber wir haben doch nichts, worauf wir stolz sein könnten. Deshalb kamen wir in die Kirche, um zu lernen, anders zu leben und uns von Gott führen zu lassen. Dafür muss man demütig werden. Der Kampf um Demut ist der Kampf, sich Gott, der uns in einem anderen Menschen begegnet, zu unterwerfen, wer immer sie auch sein mag.

All dies geschieht, damit wir Frieden in uns haben, und nicht damit wir für unsere Rechte und Unwahrheiten kämpfen, damit wir unsere Privilegien und leeren Träume vergessen, sondern das zu akzeptieren, was ist, und darin finden wir die Vorsehung Gottes für unsere Errettung. Das ist die Herausforderung, vor der jeder von uns steht. Menschlich gesehen ist es unmöglich. Aber wenn wir in die Kirche gekommen sind und mit Gott leben wollen, wird Er uns lehren und uns in jeglicher Wahrheit erleuchten.

Es braucht Jahre des inneren und äußeren Kampfes, bis ein Mensch anfängt zu verstehen, was wirklich in ihm und um ihn herum vorgeht. Wenn es diese Jahre des Kampfes nicht gibt, wird der ganze Weg eines Menschen zu Arroganz und spiritueller Täuschung führen. Spirituelle Täuschung ist eine Krankheit, wenn eine Person bereits weiß, was benötigt wird und wie es benötigt wird, weiß, wie Gott wirkt. Menschen des geistlichen Lebens sagten: "Wir wissen es nicht." Nicht weil sie unwissend waren, sondern weil sie sich demütigten und verstanden, dass ihr Wissen nicht ausreichte, um den Willen Gottes zu erfüllen. Sie brauchten Hilfe. Und sie schöpften diese Hilfe von Christus im Schoß der orthodoxen Kirche.

Und so wenden wir uns auch heute dieser Hilfe zu, indem wir den Leib und das Blut Christi aufnehmen – etwas Heiliges, dessen Größe und Heiligkeit wir überhaupt nicht verstehen und die wir nicht fassen können. Aber dennoch wagen wir es, uns dem Kelch zu nähern und dieses Heilige in uns aufzunehmen, denn Gott ist zu den Sündern gekommen und rettet alle mit seiner uns unbegreiflichen und geheimnisvollen Liebe.

Deshalb, liebe Brüder und Schwestern, möge Gott uns helfen, nicht zu fallen, unser Leben nicht nach den Maßstäben dieser Welt zu bauen, es nicht in ein buntes Allerlei, in einen Handelsplatz zu verwandeln, sondern trotz allem aufzustehen und alles mit gütigen Augen zu betrachten, mit Augen des Glaubens und der Liebe. Und dann wird uns viel offenbart, und alles Schlechte aus unserem Leben wird nach und nach verschwinden.

Aber dafür muss man hart arbeiten. Beginnen wir jeden Tag so: Wir stehen auf, bekreuzigen uns und sagen: „Herr, gib uns heute die Kraft, Dir für alles zu danken. Gib uns heute die Gelegenheit, dir und unseren Nächsten zu dienen...“ Solch ein kleines Gebet, einige wenige Worte, die jeder sagen kann... Und wenn wir sie jeden Tag von ganzem Herzen kommend aussprechen, werden wir sehr schnell aus eigener Erfahrung sehen, welche Wunder in unserem Leben geschehen. Es wird “wundervoll” sein. Weil Gott unsere Worte hört. Und selbst, was wir nicht sagen, sondern nur denken, hört er. Versuchen wir also, Gutes zu denken. Und selbst wenn wir etwas Schlechtes sehen, werden wir es nicht gleich verurteilen, sondern wir werden sagen: „Na, so ein drolliger Kerl, solch seltsame Dinge ... Gott möge sein Richter sein...“ Wir werden das Verurteilen vermeiden , versuchen, uns auf unsere eigene innere Welt zu konzentrieren, auf unsere Herzen, auf unseren Verstand, auf alles, was in uns passiert. Und dies wird zu sichtbaren Ergebnissen führen.

Ein wild gewachsener Baum kann keine gute Frucht bringen. Umgekehrt kann ein guter Baum keine schlechten Früchte tragen. Aber Bäume müssen gepflegt werden. Und das ist nicht einfach, denn es gibt Würmer, Blattläuse, die den Früchten schaden können. Genauso verhält es sich mit der Seele. Es gibt so viel Gutes in einer weiten Seele, aber sie ist herrenlos, sie beschäftigen sich nicht damit, dem Menschen ist es gleichgültig, was in seiner Seele vor sich geht – er denkt nicht, er sucht nicht die Wege Gottes . Und diese Seele kommt in einen beklagenswerten Zustand. Verschiedene Scheußlichkeiten und schlechte Gedanken setzen sich darin fest, die wir für die Wahrheit halten.

Wir sagen: „Ja, ja, alle um mich herum sind schlecht, ich armer, unglücklicher ... Was soll ich tun? Wo kann ich hinlaufen? …“ Aber man kann nirgendwohin vor sich selbst davonlaufen. Man muss diese Gedanken nur ausmerzen.

Wir kennen uns alle schon lange, und wir haben uns nichts vorzumachen. Wir alle sehen, wer wir sind. Wenn ein Mensch nüchtern darauf schaut, sieht er, was er selbst darstellt. Du kannst es nicht verstecken, du kannst es nicht hinter irgendeiner Kleidung verstecken, hinter irgendetwas anderem. Wenn Gott in einem Menschen präsent ist, kannst du Ihn nicht verbergen. Wenn das Licht leuchtet,dann wird der Mensch leuchten. Und wenn Gott nicht da ist, dann wird es kein Licht geben, egal wie du dich aufgebläst.

Gottes Liebe ist Elektrizität. Und egal wie gut die Lampen sind, ohne Strom leuchten sie nicht. Deshalb müssen wir unsere maroden oder gebrochenen Drähte reparieren und uns wieder mit Gott verbinden. Dann wird Gott uns zu jedem guten Werk befähigen.

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