Gottesbegegnungen in der Heiligen Schrift

11. Februar 2022

Die Heilige Schrift

Die Heilige Schrift

Gott wahrhaftig, konkret und hautnah zu begegnen - das gehört wohl zu den faszinierendsten Erlebnissen, die ein Mensch haben kann. Gottesbegegnungen sind zugleich Offenbarung und Wegweisung. Wer sich darauf einlässt, für den können sie zu Wendepunkten im eigenen Leben werden.

Einige ausgewählte Geschichten des Alten Testaments sowie die Erläuterungen der Heiligen Väter zu diesen Bibeltexten machen Lust, Gott zu suchen und seine verändernde Gegenwart selbst zu erleben.

Begegnungen, die die Seele berühren, hinterlassen Spuren

Die Bibel erzählt oft von solchen Begegnungen. Gott und Mensch treffen aufeinander, begegnen sich. Oft unfreiwillig, unerkannt, manchmal ersehnt. In Träumen oder ganz konkret. Da ist ein Mensch, der dem anderen zum Engel wird, es ist eine Stimme, die man (in sich) plötzlich hört oder ein Schicksalsschlag, den ich vielleicht viel später erst als Wende begreife. Eine Wende, die meinem Leben eine vollkommen unerwartete Richtung gegeben hat.

Es ist eine Berufungsgeschichte, die auf einer Gottesbegegnung basiert. Die Seele ist berührt worden und lässt keine Ruhe. Das sind manchmal einsame Kämpfe, bis man den Ruf versteht und ihm folgt, sich aufmacht auf neue Wege. Gott hat Geduld.

Manchmal begegnet Gott in den alltäglichen Dingen. Vollkommen unspektakulär. Aber er berührt die kranke Seele und wirkt so heilend.

Heilung der gekrümmten Frau

Heilung der gekrümmten Frau

Auch unser Herr Jesus Christus ist vielen Menschen begegnet. Das Besondere war wohl, dass er jeden  Einzelnen in der jeweiligen Bedürftigkeit wahrgenommen und auch ernst genommen hat. Aus den Begegnungen mit ihm haben die Menschen neuen Mut zum Leben geschöpft. Sie haben eine neue Ausrichtung oder auch Freiheit für sich entdeckt. 

Auch nach dem Tod Jesu haben die Menschen von ähnlichen heilsamen Begegnungen erzählt. Von der Lebensfreude, die sie plötzlich erfahren haben, von der Befreiung von einer Last, vom Wiederaufstehen nach langer Trauer. Und für sie war es klar: es ist der Auferstandene, der ihnen begegnet ist. Er hatte ihre Seele berührt.

Diese Erzählungen helfen uns, das eigene Leben zu deuten und zu verstehen. Und so zeigt sich manche Begegnung, die unsere Seele berührt, als eine Gottesbegegnung: heilsam, aufrichtend, wegweisend.

Eine Erfahrung, die über das eigene ICH hinausgeht, es transzendiert, ist stets sinnstiftend. In diesem Erleben, dieser mystischen Erfahrung, scheint sich ein anderer, neuer Horizont zu öffnen, das Denken wird klarer als sonst im Alltagsleben. Es beinhaltet oft ein tiefes Wissen von Sinnhaftigkeit oder Frieden, Verbundenheit mit Allem und Jedem oder auch die Erfahrung von einer allumfassenden Liebe. Manchmal geschieht es durch ein biblisches Wort, einen menschlichen Trost, einen ins Herz dringenden Sonnenstrahl, einen lieblichen Klang “himmlischer” Musik …

In der Bibel werden Gottesbegegnungen, Gottesberührungen, “Taborerlebnisse” immer wieder beschrieben, vom brennenden Dornbusch bis zur Verklärung Jesu, dem “Damaskuserlebnis” des Apostels Paulus und viele mehr. Einigen von ihnen wollen wir in den nächsten Wochen nachgehen.

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