“Nachdenken, Beten, Gott suchen”

18. Oktober 2021

Vater Andrej Lemeschonok

Nachdenken Beten Gott suchen

Wir sind sehr abhängig von dieser vergehenden Welt, von unserem sterblichen Körper. Wir hängen von irgendwelchen äußeren Bedingungen ab, von Bequemlichkeiten, von der Einstellung des Menschen zu sich selbst ... Wir sind von allem abhängig, und diese Abhängigkeit entfernt uns von Gott. Wir wenden all unsere Kraft, all unsere Lebensenergie für den äußeren Menschen auf, der der Beste sein will, der besser aussehen möchte, als er wirklich ist. Und das beraubt uns unserer Freiheit.

Wir haben Angst, direkt mit Gott zu sprechen, und versuchen, diesem Gespräch auszuweichen. Aber wenn Worte im Herzen geboren werden, wie sie dem Herzen des sündigen Zöllner entwuchsen, bleiben sie Jahrhunderte, Jahrtausende. Die Heiligen haben vor vielen Jahrhunderten gebetet, aber dieses Gebet ist noch heute gültig. Unsere Worte, die wir oft aufsagen, und unser Gebet sind natürlich nicht so. Als wir in der Gnade waren und der Herr uns in seine Hände nahm, schien es uns, dass wir alles korrigieren würden, wir würden nur für Gott leben. Aber jetzt ist ein anderer Lebensabschnitt gekommen, und schon fällt es uns schwer, Gott und unserem Nächsten etwas zu geben. Dies liegt an unserer irdischen Natur.

Wer mehr innere Reserven hat, dem werden größere Sorgen und Schwierigkeiten zugestanden. Deshalb weiß Gott, wem, wie und wie viel er von seiner Liebe schenken soll. Er gibt allen, aber wir haben Angst vor dieser Liebe. Denn es verbrennt alles Äußere, alles Zeitliche in uns. Und uns ist angst davor, denn was bleibt uns?

Der Herr gibt uns die Möglichkeit, etwas zu tun. Natürlich sind uns unser schwesterlicher Gehorsamsdienst in der Schwesternschaft sowie der gewöhnliche Auftrag, den wir vollbringen, sehr wichtig. Denn wir müssen mit Gott leben, und der Gehorsamsdienst ist eine große Hilfe. Aber was wir in der Heiligen Kirche empfangen, nehmen wir auf, es geht in uns ein und wird ein Teil unseres Lebens, und nicht nur - empfangen und gleich wieder verlieren.

Wenn wir nach vorne schauen, haben wir oft das Gefühl, dass es voraus kein Licht gibt. Aber er ist da! Es ist nur so, dass unsere Augen des Schauens müde sind und wir sie schließen. Wir befinden uns im Krieg mit uns selbst, aber nicht nur unser Leben hängt von diesem Krieg ab, vom Sieg über uns selbst.

Verständlicherweise ermüden wir in diesem Krieg, denn wir müssen uns, unseren Verstand, unsere Gedanken, unsere Worte, unsere Taten 24 Stunden am Tag kontrollieren. Alles muss überprüft werden, ob es von Gott kommt. Zerstören wir nicht statt zu erschaffen? Verwandeln wir unseren inneren Tempel in einen Gemüsespeicher? Und deshalb möchte ich, ehrlich gesagt, mich selbst manchmal bemitleiden! Und das geht nicht, denn dann geht die letzte Kraft verloren. Aber wenn wir sagen: "Macht nichts, nur noch ein bisschen, ein wenig länger!" - dann ist es möglich, weiterzuleben.

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