Predigt am 17. Sonntag nach Pfingsten (Lk 6, 31 - 36)

17. Oktober 2021

Metropolit Antonij von Surosch

Flutkatastrophe

Nach einer Flutkatastrophe  helfen Schüler als Freiwillige beim Aufräumen

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes!

Das Evangelium ist unendlich einfach, wenn wir es in Schlichtheit empfangen. Unser Hauptproblem liegt in der Tatsache, dass wir nach theologischer Tiefe suchen, anstatt auf die Direktheit der Rede Gottes zu schauen, die selbst Ursprünglichkeit ist, also Ganzheitlichkeit, und die uns als Freunde anspricht, nicht als Jünger, sondern als Freunde. Denn Er Selbst auf Seinem Weg nach Jerusalem sagte: "Ich nenne Euch nicht länger Sklaven, sondern Freunde, denn alles, was ich zu sagen hatte, habe ich Euch mitgeteilt."

Lassen Sie uns also die Worte empfangen, die wir heute mit der Direktheit gehört haben, mit der sie von Christus gesprochen wurden: "Wie ihr wollt, dass euch die Leute tun, so sollt auch ihr ihnen tun."

Es ist etwas, was wir die ganze Zeit immer wieder gesehen haben. aber ist es die Art, wie wir leben? Wir wollen von den Menschen um uns herum Verständnis, Geduld, Mitgefühl, Unterstützung, Freundschaft und die ganze Ursprünglichkeit dieser Welt. Wir erwarten keine Heldentaten von uns, weil wir uns nicht in heroischen Zeiten und Situationen befinden. Aber es ist das, was wir zu erhalten erwarten. Und wenn wir uns fragen: Was tun wir mit den Menschen, die uns umgeben? Können wir sagen, dass wir dieses einfache und direkte Gebot erfüllen, diesen Rat von Christus, in dem er sagt: "Wenn du dies tust, dann wirst du wirklich menschlich sein?"

Denken wir darüber nach, denn wir denken sehr oft an großartige Dinge, an heldenhafte Dinge, und wenn wir diese großartigen Gedanken haben, müssen wir die einfachsten Dinge finden, die wir tun können. Wenn wir im Evangelium lesen, dass wir unser Leben füreinander geben sollen, denken wir, dass wir es nicht zu tun brauchen, weil es keinen Versuch gibt, das Leben unseres Nachbarn anzugreifen, oder gar unserer Nächsten. Denn sein Leben zu geben bedeutet, sein Leben zu widmen, seine ganze Energie, sein gesamtes Verständnis, seine gesamte Geduld, sein gesamtes Interesse, sein gesamtes Mitgefühl all denen zu widmen, die uns umgeben. Mit anderen Worten, wie Christus es ausdrückte: „Wie ihr wollt, dass euch die Leute tun, so sollt auch ihr ihnen tun."

Lasst uns über dieses sehr, sehr einfache Gebot nachdenken und sehen, dass wir es bei jeder Gelegenheit anbringen; weil wir alles erwarten und so wenig geben. Wir geben zwar denen, die uns lieb sind, natürlicherweise Liebe, aber selbst sie müssen sich so oft mit unserem Mangel an Verständnis, Geduld und Mitgefühl abfinden. Lasst uns über diese einfachen und direkten Worte Christi nachdenken, damit wir von ihnen gerichtet werden. Fragt Euch selbst, wie kann ich vor Christus stehen, wenn er zu mir sagt: "Ihr habt diese Worte gehört, ihr habt sie verstanden, ihr habt sie wiederholt" - insbesondere für uns Priester - "Ihr habt sie gepredigt." Und was hast du getan? Und wie weh, wird es tun, auf Christus zu schauen und zu sagen: „Ich habe behauptet, dein Jünger zu sein, aber tatsächlich habe ich nichts getan, von dem, was du von mir gewollt hast, um andere Menschen vor dem Elend, vor der Einsamkeit, vor dem Bösen zu retten." Amen.

15. Oktober 2000

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