
An diesem Tag, vor etwas mehr als zweitausend Jahren, wurde zum ersten Mal auf Erden das geheimnisvolle Abendmahl gefeiert. Alles war schlicht – wie es damals üblich war, so wie wir es auch heute noch an bestimmten Feiertagen tun: ein Festmahl, Wein und Brot… Doch hinter dieser Schlichtheit verbarg sich die unbegreifliche Liebe Christi. Und von diesem Tag an fand der Mensch wieder zu Gott und überwand seine Einsamkeit.
Denn so sehr sich der Mensch auch danach sehnen mag, er ist in dieser Welt nutzlos. Gewiss, wenn Christus in ihm wohnt, ist auch er nicht mehr für diese Welt geeignet – die irdische Welt vergeht, und so sehnt sich die ganze Seele nach Gott. Doch da sind noch Leib, Blut und Fleisch, und ein großer Teil der Seele ist von der Sünde durchdrungen und geprägt, hat seinen eigenen Charakter, seine Eigenheiten. Die Welt hat den Menschen gelehrt, um Anerkennung zu kämpfen, um die Wahrheit zu streiten. Doch das ist völlig unchristlich. Denn wenn Gott in uns wohnt, werden wir mit niemandem streiten oder ringen. Man kann ein paar Worte sagen, und wenn man sich nicht verstanden oder willkommen fühlt, bittet man einfach um Vergebung und geht.
Unsere Aufgabe ist es, diese göttliche Liebe zu bewahren, die uns der Herr geschenkt hat. Wir werden Prüfungen begegnen, doch diese sind nicht furchteinflößend, wenn wir demütig und aufmerksam sind. Sobald wir uns ärgern und selbstbemitleiden, verlieren wir die Gnade. Deshalb ist es so wichtig zu verstehen, dass der heutige Gottesdienst keine Nachstellung eines längst vergangenen Ereignisses ist; er ist das wahre Letzte Abendmahl. Und Christus hat uns alle versammelt – die Gesunden und die Kranken, die Schwachen und die Lahmen, die Unwissenden und die Klugen – und uns allen seine Liebe geschenkt, die uns die Kraft gibt, in dieser Welt zu leben, in Bewegung zu bleiben, um nicht zu verkümmern.
Bis Ostern ist es nicht mehr lange. Im heutigen Abendgottesdienst werden alle zwölf Passionsevangelien vorgelesen. Versuchen Sie, an diesem Gottesdienst teilzunehmen. Ohne ihn lässt sich der logische Gedankengang, der uns zur Auferstehung führt, nicht herstellen.
Vielen Dank für eure Liebe und eure Gebete. Lasst uns nun dem Herrn danken.