Predigt am Sonntag der Vergebung

6. März 2022

Metropolit Antonij von Surosch

Der Vergebungsritus zu Beginn der Fastenzeit

Der Vergebungsritus zu Beginn der Fastenzeit

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Nach diesen Wochen der Vorbereitung, in denen wir unsere Seele, unser Leben, all unsere Beziehung vor den Augen und dem Gericht Gottes untersucht haben, treten wir heute in die Freude der Fastenzeit ein. Das Wort "Fasten" bedeutet Quelle; Es ist der Anfang und der Beginn des Lebens, der Beginn des Neuen, eine neue Zeit. Es ist eine Zeit, in der wir nicht länger an unsere eigenen Sünden erinnert werden, nicht länger mit Bildern in Gleichnissen von Fall und Umkehr konfrontiert werden, sondern den Namen der Heiligen begegnen werden, die ihr Leben so begonnen haben, wie wir sie beginnen sollen: die Gebrechlichen, Schwachen, Schwankenden, aber die durch die Gnade Gottes, durch die Kraft Gottes wurden, was sie jetzt sind: Männer, Frauen, Kinder, die wir verehren können, über die wir uns freuen können, die uns als Vorbilder gegeben wurden, an die wir uns im Gebet um unsere Erlösung wenden können.

Heute Abend werden wir diese Reise beginnen. Diese Reise führt uns von unserem sündigen Zustand, den wir anerkannt haben, in Reue in eine neue Zeit, hin zur Auferstehung Christi, die für uns der Beginn unseres eigenen ewigen Lebens ist. Wir werden diese Reise heute Abend antreten, wie das Volk Israel aus dem Land Ägypten in das Gelobte Land aufbrach: immer noch schwach, immer noch belastet, immer noch nicht ganz frei. Aber nicht indem wir auf uns selbst zurückblicken, sondern indem wir auf den lebendigen Gott schauen, der Leben und Erlösung ist, und auf das Beispiel derer, die durch die Kraft Gottes siegreich waren, werden wir Mut finden, Inspiration, um zum endgültigen Sieg zu gelangen, zur Neuheit des Lebens, die unsere Berufung und Gottes Verheißung ist. Wir müssen zusammen reisen, und wir dürfen uns nicht täuschen lassen. Wir werden als Gefährten auf der Reise füreinander problematisch sein; aber wir werden voneinander abhängig sein, wenn wir das Ziel erreichen wollen. Auf die gleiche Weise, wie die Israeliten in der Wüste unterwegs waren, nicht immer Gott gehorsam, nicht immer einander treu und doch aufeinander angewiesen, um das verheißene Ziel zu erreichen.

Fangen wir jetzt an. Denken wir an das Fest, das wir nächsten Sonntag feiern werden. Es heißt Triumph der Orthodoxie. Dies ist nicht der Triumph der Orthodoxen über irgendjemanden anderen. Es ist der Triumph Gottes über die Menschen. Der Triumph seiner Wahrheit, der Triumph Gottes im Leben der Menschen.

Dann schauen wir uns einen Heiligen nach dem anderen an und hören zu, was er uns zu sagen hat. Gregor Palamas, Johannes von der Leiter, Maria von Ägypten und all diejenigen, die in die Fußstapfen Christi getreten sind.So werden wir einen Punkt erreichen, an dem wir alle und alles vergessen und uns an nichts erinnern müssen, an niemanden außer an den Herrn Jesus Christus. Wer Er ist, was Er für uns getan hat, was Er für uns tut. Lasst uns lernen, uns im Laufe dieser Wochen freudig und dankbar selbst zu vergessen, damit wir uns jetzt von uns selbst abwenden und nur auf Gott schauen können. Wenn dann wieder die Zeit der Passionswoche kommt, wenden wir uns auf eine neue Art und Weise, mit neuer Entschlossenheit, mit neuer Selbstverleugnung an Gott, der Mensch geworden ist, damit wir gerettet werden und dankbar sind, dass wir uns selbst vergessen. Damit wir uns nur an Ihn erinnern und Er wird sich dann auch an uns bis zu unserer Erlösung erinnern. Amen

(12. März 1989)

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