
Nur noch ein kleines Stück, und wir erreichen unser Ziel. Nur wenige Tage trennen uns von dem Moment, an dem wir sagen werden: Christus hat den Tod besiegt und wir werden versuchen, diese Freude gänzlich zu verinnerlichen.
Man könnte meinen, Christus und seine Jünger gingen gemeinsam. Doch Christus ist bereits auf Golgatha, und die Jünger streiten darüber, wer der Erste oder wer der Zweite ist, also wer welchen Platz einnehmen soll (siehe Mk 10,32–45).
Manchmal sind Menschen zusammen, aber jeder verfolgt seine eigenen Ziele, was zu Missverständnissen führt. Einheit im Geist – wie schwer ist sie doch zu erreichen! Wie oft stellen Menschen, nachdem sie eine Familie gegründet haben, fest, dass sie in völlig unterschiedlichen Welten leben! Die Gedanken des einen sind auf das Materielle, die des anderen auf das Geistliche gerichtet. Wir verstehen, wie schwer es ist, die Welt, die einen geprägt hat, zu überwinden und sich von allem, was die Welt bietet, zu lösen …
Das höchste Ziel ist die Seele, die unsterbliche, ewige Seele. In der Evangeliumslesung spricht der Herr von seinem Aufstieg nach Jerusalem und den Qualen bzw. dem Tod, die Er erleiden wird, wenn Er am Kreuz stirbt. Doch die Jünger hören dies nicht. Sie sind mit ihren eigenen menschlichen Problemen beschäftigt: „Wer hat das Sagen?“ Doch der Herr erklärt, wer das Sagen hat: derjenige, der am härtesten arbeitet und anderen dient. Der Herr sagt: „Ich diene euch.“ Und dieses Lebensprinzip müsst ihr euch zu eigen machen. Wenn Führungskräfte auf allen Ebenen verstünden, dass Führung bedeutet, anderen zu dienen, wie sehr würde sich unser Leben verändern!
In dieser Woche lasen wir noch einmal den Großen Bußkanon und hörten die bemerkenswerte Lebensgeschichte der heiligen Maria von Ägypten. Alles im Leben dieser Heiligen entwickelt sich gemäß den Worten des Apostels: „…wo aber die Sünde mächtig war, da wird die Gnade überfließen" (Römer 5,20). Doch die Gnade kam nicht von selbst, sondern durch mühsame, qualvolle Arbeit. Siebenzehn Jahre der Buße waren nötig, bis Maria eine wahrhaft große Heilige wurde. Genauso ist es mit uns – wohin wir auch wollen, wir werden es erreichen und dorthin gelangen. Ins Himmelreich? Bitte. Woanders hin? Bitte schön. Alle Wege stehen uns offen.
Lasst uns danach streben, auf dem Weg nicht nachlassen und voranschreiten. Mit Gottes Hilfe werden wir die strahlende Auferstehung Christi erreichen!