Wir sind schon heute im Himmel

31 Mai 2026

Predigt am Pfingsten

Nun, meine Lieben, habt ihr in der Liturgie neue Kraft geschöpft? Der Mensch ist wie eine Batterie. Ist sie leer, ist Schluss, die Glühbirne leuchtet nicht mehr. Die Augen leuchten nicht mehr, es gibt keine guten Gedanken, keine guten Worte mehr… Wir müssen uns beständig nähren, nicht nur mit den Gaben dieser Erde, sondern auch mit den Gaben des Heiligen Geistes. So ist Gottes Gegenwart immer in unseren Gedanken und Herzen, in unserem Handeln spürbar. Deshalb lesen wir immer wieder das Gebet „Himmlischer König…“, wenn wir etwas Gutes tun wollen.

Wir brauchen Gottes Hilfe selbst bei jedem Wort, geschweige denn bei jeder Tat. Wir müssen uns vollkommen auf Gott verlassen. Vollkommen! Doch Gott schenkt uns Freiheit. Die Sünde schenkt uns keine Freiheit. Wir denken vielleicht: „Ich bin frei: Ich habe getan, was ich wollte.“ Aber das ist eine Lüge. Denn ohne den Heiligen Geist erscheint ein anderer Geist, der euch in seinen Fängen hält und quält. Und ihr werdet euch selbst und eure Mitmenschen quälen.

Es ist so wichtig, dass der Geist Gottes immer in uns wohnt! Du bist der Tempel des Heiligen Geistes. Und wie unbedeutend sind wir doch in unserem Alltag! Diese Probleme sind so kleinlich im Vergleich zu den Gebeten, die jetzt gesprochen werden! Wir sprechen von der Wiederkunft des Herrn und dem Jüngsten Gericht, wir beten für unsere Lieben, die in die Ewigkeit eingegangen sind und wahrscheinlich nicht alles in ihrem Leben bereut haben. Das ist Gottes unermessliche Barmherzigkeit gegenüber den Menschen. Der Mensch lebte in Sünde, und doch haben wir immer noch die Möglichkeit, bei Gott um seine Vergebung zu bitten.

Ohne den Heiligen Geist ist der Mensch, ehrlich gesagt, ein Affe. Ganz sicher. Worin unterscheiden wir uns von Tieren ohne den Heiligen Geist? Der Mensch wird geboren, wenn der Heilige Geist in ihm zu wohnen beginnt, wenn er sich mit Gott vereint und sein Geburtsrecht wiedererlangt, wenn Liebe in ihm ist. Das ist das Schlüsselwort zum Himmelreich – die Liebe Gottes, die uns vergeistigt, heiligt und von aller Unreinheit reinigt. Hier ist der Himmel, und wir sind schon heute im Himmel. Doch wir müssen Schritt für Schritt auf die Erde zurückkehren und den Himmel in uns bewahren.

Wir sind eine Gemeinschaft und alle sind vom Heiligen Geist, dem Leben spendenden Geist, erfüllt. Und je mehr Menschen wir sind, desto besser ist es für uns, desto größer ist unsere Freude. Wir freuen uns, dass auch andere Menschen mit Gott leben wollen, dass sie den Wunsch haben, den Tod zu überwinden und ewig zu leben. Versteht ihr, wie wichtig das heute für jeden von uns ist? Wir haben ein Zuhause – diese Kirche. (Alle anderen Häuser, alle Wohnungen werden leider verfallen und zerstört werden.) Und in diesem Haus Gottes bereiten wir uns auf das ewige Leben vor, in dem nur Liebe sein wird. Das ist alles, nichts weiter, keine Probleme, kein Unsinn, mit dem die Welt uns verwirren, in die Irre führen und aufwühlen will. Es gibt keinen Grund, sich aufzuwühlen. Wir werden in dieser Welt trauern. Wir werden krank werden und sterben – wir und unsere Lieben. Aber wir haben diese Welt überwunden – durch Christus, in Christus. Und wir fürchten weder Krankheit noch Tod mehr. Wir fürchten keine Prüfungen, wenn Gott mit uns ist. Und wenn wir Gott verlieren, können wir gar nichts mehr tun. Absolut nichts…

Ich wünsche mir, dass dieses Jahr voller Freude ist. Möge meine Seele sich im Herrn freuen. Ein Christ darf nicht traurig sein. Ein Christ darf nicht verzweifelt sein. Ein Christ darf nicht mit einem Gesichtsausdruck herumlaufen, der andere abschreckt. Stattdessen müssen wir mit einem Gesichtsausdruck herumlaufen, der andere dazu bringt, zu sagen: „Wie schön! Was für Augen! Was für ein Mensch! Das bedeutet, dass der Geist Gottes in ihm wohnt.“ Tröstet einander. Spart nicht mit freundlichen, guten Worten. Geizt nicht mit eurer Zeit, wenn jemand Unterstützung, Hilfe oder Trost braucht. All das wird im Himmelreich hundertfach belohnt werden.

Aufrufe: 6
Ratings: 0/5
Votes: 0
Mehr zum thema
Artikel zum Thema
Comment