Predigt zum Fest der Taufe Christi (Theophanie)

19. Januar 2022

Metropolit Antonij von Surosch

Ikone der Taufe Christi

Ikone der Taufe Christi

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Wenn ein Mensch in die Welt eintritt, tritt er aus dem Nichts; aus völliger, radikaler Abwesenheit tritt er durch das Tor der Zeit, um in die Ewigkeit hineinzuwachsen. Er betritt eine vergängliche Welt, um Bürger des Reiches Gottes zu werden. Als Christus geboren wurde, trat der Ewige in die engen Grenzen der Zeit; Der selbst Unermesslichkeit war, wurde räumlich begrenzt und ein Mensch dem Fleisch nach, obgleich in der Fülle der Gottheit unumgrenzt, wohnte er in diesem menschlichen Rahmen. Er trat in eine Welt der Sünde ein, um die Sünde zu überwinden, und in eine Welt des Leidens, um alles gemeinsam mit uns zu erleiden.

Aber am Tag seiner Menschwerdung übergab Gott uns in der Gebrechlichkeit des Kindes von Bethlehem die Fülle seiner Liebe, und die Liebe ist immer schutzlos und gebrechlich, verlassen und ergeben. Es war ein Akt Gottes, durch den er sich uns hingab und in dem die Menschheit des inkarnierten Sohnes Gottes hilflos in die Geschichte der Menschheit eingegliedert wurde.

Wenn wir getauft werden, tauchen wir in Wasser, das uns von der Sünde reinigt. Als Christus zum Jordan kam, kam er ohne Sünde, aber diesmal zu einem Zeitpunkt, da die Menschheit reif war, da sein menschlicher Wille, dem Willen Gottes entsprach und Ihn selbst so zum Opfer machte. Er kam dorthin, um von hieraus anzufangen und den Kreuzweg zu beginnen. Tausende wurden im Jordan getauft, und jeder von ihnen bekannte seine Sünden, und dieses Wasser des Jordans war voll mit den tödlichen Sünden der Menschen. Christus hatte keine Sünde zu bekennen, und als er in das Wasser des Jordan eintauchte, tauchte er ein, um das Bild eines zeitgenössischen Heiligen zu verwenden, wie man in einen Farbstoff eintaucht. Er wurde mit der Dunkelheit unserer Sünden gefärbt . Er kam heraus und trug alle Sünden der Welt. Er kam aus dem Wasser des Jordan, beladen mit den Verurteilungen, die auf der Welt lagen. Und dies ist die Zeit, in der er seinen Aufstieg zum Kreuz beginnt.

Wir feiern jetzt das Fest der Taufe Christi, ein erschreckendes Ereignis, ein Ereignis, das uns in Ehrfurcht versetzen sollte: ER, Der rein ist, teilt die Unreinheit der menschlichen Sünde, damit er uns retten kann. Wir werden das Wasser segnen, das natürliche Wasser, das uns umgibt. Bitten wir den Herrn, auf dieses Wasser Gnade und Segen zu senden, damit es rein und heilig wird, und die Kraft erhält, zu reinigen und zu erneuern, uns und alle Gegenstände und alle Orte. Lass alle, die damit besprengt werden, teilhaben an der Reinheit des Wassers des Jordan, das den heiligen und reinen Leib des Menschgewordenen berührt hatte, des Einen, der alles Böse der Welt auf sich genommen hatte. Lassen Sie uns beten, dass die Gnade des Geistes Gottes über diese Gewässer kommt und dass sie durch die Kraft Christi, durch die Kraft und die Einwohnung des Heiligen Geistes wahrhaft Segen und Erlösung sind. Amen.

(18. Januar 1979)

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