Predigt zum Fest der Verklärung des Herrn

19. August 2021

Vater Andrej Lemeschonok

Meteorakloster von der Verklaerung Christi

Meteorakloster von der Verklärung Christi

Zum Fest der Verklärung des Herrn gratuliere ich Ihnen allen sehr herzlich!

Die Früchte des Feldes reifen unter der Sonne, und wir erwarten, dass diese Früchte schmackhaft und nützlich für unsere Gesundheit sind. Die Früchte des Geistes sind Liebe, Freude, Friede, Langmut, Sanftmut, Enthaltsamkeit (vgl. Gal 5:22, 23). Der Herr lässt diese Früchte im Licht der Liebe Christi wachsen, die die Apostel sahen. Darauf sagte Petrus: Herr, es ist gut, hier zu sein (vgl. Matthäus 17:4). Unser ganzes Leben ist ein Wachstum, eine Reifung der Seele, die an Gott festhaltend den Tod selbst besiegt.

Die Kirche ist der Ort, an dem wir Gott begegnen, wo wir lernen, mit ihm zu leben, wo wir uns von der Erde los lösend, in ein neues Leben eintreten, in das ewige Leben. Der Mensch wurde zu diesem Leben berufen und sollte nicht sterben, aber er entschied sich bewusst für den Tod und begann ohne Gott zu leben. Diese Wahl des Menschen machte das Paradies zu einem Friedhof und die Erde, auf der alles von Wohlgeruch erfüllt war und den Schöpfer verherrlichte, zu einem Ort, an dem die Menschen begannen, einander zu töten, zu hassen und zu verfluchen. Und auf dieser Erde, getränkt in Blut, Schweiß und Tränen, kam Christus, um den Menschen zu retten, um die ganze Welt mit ihren Versuchungen und Prüfungen, mit der Anhänglichkeit unseres Fleisches zu überwinden.

Christus kam, damit wir beginnen, für Gott zu leben, und das ist der Sinn unseres ganzen Lebens. Es geht nicht darum, dass wir etwas tun und dabei eine Erinnerung für die Nachkommen hinterlassen. Wir müssen den Tod überwinden und schon in diesem zeitlichen Leben in das ewige Leben eingehen. Dafür heiligt der Herr alles, Er heiligt den Menschen von der Geburt bis zu seinem Tod. Und wir bringen Frucht, wir trinken vom Weihwasser – alles nur, um der Sünde in dieser Welt zu widerstehen und sagen zu können, dass ich nicht für die Sünde lebe, nicht für die Schoten, die als Schweinefutter dienen (siehe: Lukas 15:16), sondern für das dem Herrn Geheiligte.

Der Tag der Verklärung ist ein fröhlicher Feiertag. Sie sehen, die Hitze ist vorbei. Die Sonne ist hinter den Wolken verschwunden, und dann bereuen wir es schon wieder: siehe, wir haben uns ein wenig aufgewärmt, aber als es heiß wurde, fingen wir an, zu klagen, dass es uns schlecht geht und wünschten uns sehnlichst eine Abkühlung. Alles auf der Welt verändert sich schnell: heute Sonne, morgen Regen und so geht es endlos weiter. Und wir dürfen, nachdem wir den Herrn gefunden haben, in die Kirche gekommen sind und das Leben, das wahre Leben mit Gott, spürten, nicht mehr davon abweichen, sondern versuchen, jeden Tag durch das Gebet, durch unsere Demut und durch unsere Arbeit zu heiligen. Der Herr verlangt von uns nicht, etwas zu tun, was unsere Kräfte übersteigt. Er spricht einfache Worte, aber sie müssen gehört werden: Lerne von mir, da ich sanftmütig und demütig von Herzen bin: und du wirst Ruhe für deine Seelen finden, ... mein Joch ist sanft und meine Last leicht (Mt 11,28-30). Es ist nur so, dass der Feind den Verstand und das Herz so verwirrt, so verdunkelt hat, dass ein Mensch in den einfachsten Situationen bereits kampflos aufgibt und sagt: „Das war´s, ich kann nicht mehr, ich kann nicht mehr so leben und ich will nichts mehr ...“ Und das liegt daran, dass der Mensch nicht nachdenken und Gott nicht wirklich suchen will.

Sehen Sie, Sie können zehn Akathistoi lesen und kein einziges Wort zu Gott sagen. Du kannst herumlaufen und die ganze Zeit etwas vor dich hinmurmeln und sagen, dass du das Jesusgebet sprichst, aber man kann auch unser ganzes Leben völlig anders wahrnehmen. Wir müssen mit Danksagung, Freude beginnen. Wo keine Freude ist, dort ist auch kein Leben, wenn kein Frieden in uns ist, egal welcher Art "Asketen" wir auch sein mögen, dort wird es einfach nur Dunkelheit, Wut und Feindseligkeit geben. Daran werden sie erkennen, dass ihr meine Jünger seid, - sprach der Herr, - wenn ihr einander liebt (Joh 13,35). Wenn ihr Liebe in euren Herzen habt! In diese Liebe müssen wir hineinwachsen, solange wir noch hier, auf dieser zeitlichen Erde, sind.

Dazu, o Herr, errette uns alle!

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