Über den Heiligen Paisios vom Heiligen Berg

5. August 2021

ueber den heiligen pasios

Neuneinhalb Stunden

Starez Paisios erzählte: „Einmal kam ein kranker, geistig erschöpfter Jugendlicher nach Panaguda, überzeugt davon, dass er verrückt war. Er redete und redete, und als ich ihm antwortete, hörte er mir nicht zu, sondern überlegte, was er mir sonst noch sagen sollte. Er befand sich in einem Zustand schwerer psychischer Störung und unter dem Einfluss dämonischer Energie.

Die Zeit verging, ich versuchte mich zu setzen, aber gleichzeitig mich nicht zu bewegen, damit er nicht glaubte, ich sei müde und seiner Rede überdrüssig. Er saß neuneinhalb Stunden bei mir, und neuneinhalb Stunden lang hörte ich ihm zu. Ich kam gerade von einer Mahnwache und hatte gerade Probleme mit dem Darm. Ich saß nun auf einem Stein und fror. Aber da ich ihn nun schon einmal aufgenommen hatte, musste ich ihn bis zum Schluss anhören. Wenn ich zum Beispiel achteinhalb Stunden aushielt und ihn dann vertrieb, wäre die Arbeit dieser achteinhalb Stunden umsonst gewesen.

Am nächsten Tag kam sein Bruder, um mir zu danken. „Warum dankst du mir?", fragte ich. „Was habe ich getan?" Immerhin hatte dieser junge Mann acht Jahre lang gelitten, und indem ich ihm neuneinhalb Stunden lang zugehört habe, habe ich ihm etwa irgendwie geholfen? Aber der Mann kam wieder in Ordnung. Er arbeitet jetzt als Lehrer und hat eine Familie. Er glaubt an Gott, geht in die Kirche und pilgert zum Athos, um sich mit mir zu treffen."

Gerade heraus

Starez Paisios erzählte: „Als ich im Auto eines Bekannten nach Athen fuhr, war noch eine andere Person bei uns. Ich kann solche Fahrten schlecht vertragen, deshalb öffnete der Fahrer das Fenster. Es war kalt. "Ist euch nicht kalt?", habe ich die anderen gefragt. "Nein, nein", antworteten sie. Aber nach einer Weile bemerkte ich, dass mein Begleiter vor Kälte zitterte und seine Jacke zuknöpfte. Dann sagte ich: "Wenn Sie nicht wollen, dass einer von Ihnen krank wird, dann sprechen Sie offen, wenn Ihnen kalt ist, und ich werde sagen, wenn ich mich plötzlich schlecht fühle." Und so braucht sich keiner von uns zu schämen. Aber wenn ich mich schlecht fühle und schweige oder jemand anderes friert und auch schweigt, dann wird einer von uns definitiv krank in Athen ankommen. Auch Sie sagen doch gerade heraus, was sie fühlen und denken."

Deinen Kräften gemäß

Starez Paisios erzählte: „Einmal kam ein junger Mann in Kaliva zu mir, der eine fleischliche Sünde begangen hatte und sich nicht von diesem Laster befreien konnte. Der unglückliche Mann geriet in Verzweiflung. Vor mir hatte er zwei Beichtvätern aufgesucht, die mit Strenge versuchten, ihm zu erklären, dass er schwer sündigt. Der Junge hat alle Hoffnung verloren. "Da ich weiß, dass ich eine Sünde begehe", entschied er, "und ich mich nicht bessern kann, ist es wohl ehrlicher für mich, alle Beziehungen zu Gott abzubrechen." Als ich hörte, was mit ihm geschah, hatte ich Mitleid mit diesem unglücklichen Mann, und ich sagte zu ihm: "Hör mir zu, gesegnete Seele. Beginne deinen Kampf niemals mit dem, was du nicht kannst, sondern beginne mit dem, was du kannst. Mal sehen, was du tun kannst und damit fängst du gleich an. Kannst du jeden Sonntag in die Kirche kommen? " "Kann ich", antwortete er. "Kannst du jeden Mittwoch und Freitag fasten?", fragte ich weiter. "Kann ich", antwortete er. "Kannst du ein Zehntel Deines Gehalts spenden oder die Kranken besuchen und ihnen helfen?" - "Kann ich". - "Und kannst du - selbst wenn du in Sünde fällst - jeden Abend beten und bitten: "Mein Gott, rette meine Seele ..."?" "Starez", sagte er zu mir, "ich werde das alles tun." "Nun", sage ich, "fange gleich heute an, alles zu tun, was Du tun kannst, und der allmächtige Gott wird das Übrige tun, was Du nicht tun kannst." Der unglückliche junge Mann beruhigte sich und wiederholte immer wieder: "Danke, Vater."

(Quelle: Kurzgeschichten über das Wesentliche. Orthodoxer Kalender 2017 Minsk: Kloster der Hl. Elisabeth, 2016)

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