Über den Serbischen Patriarch Pawel (Teil 1)

2. Oktober 2021

ueber den Serbischen Patriarch Pawel

“Gemildertes” Fasten

Einmal sagte Seine Heiligkeit zu seinem Zellendiener: „Nun, entspann dich ein wenig, trink mit mir Tee, iss. Du fastest viel." Er hat zugestimmt. Allerdings aß der Patriarch in letzter Zeit nur Zwieback und Trockenpflaumen. Nach dieser Mahlzeit gestand der Zellendiener: "Oh, so kann ich mich nicht entspannen."

"Stören Sie uns nicht"

Einige Zeit nach der Wahl von Vladyka Pawel zum Patriarchen von Serbien wollten viele Delegationen und zahlreiche hohe ausländische Vertreter mit Seiner Heiligkeit zusammentreffen. Das gefiel seinen Mitarbeitern nicht sehr: Sie hatten Angst, dass der neue Patriarch verwirrt werden könnte und sich nicht zu benehmen wüsste, da er die meiste Zeit seines Lebens im Kloster verbracht hatte, ein klösterliches Leben führte und keine Erfahrung mit weltlicher Diplomatie hatte.

Auch Warren Zimmerman, der sehr aktive amerikanische Botschafter in Belgrad, bat um eine Audienz. Der Patriarch empfing ihn in den Patriarchatsgemächern. Der Botschafter übermittelte Grüße und Glückwünsche im Namen des amerikanischen Volkes, im Namen des amerikanischen Präsidenten und in seinem eigenen Namen. Und nachdem er über allgemeine Themen gesprochen hatte, fragte der Botschafter den Patriarchen: “Wie können wir Ihnen helfen?” Der Patriarch sah ihn an und antwortete einfach: “Euer Exzellenz, stören Sie uns nicht - und so helfen Sie uns!”

Zimmerman war ratlos und wusste nicht, was er sagen sollte. Aber die Zeit hat gezeigt, dass dies die klügste Bitte war.

Die Liebe Gottes

Als der Patriarch einmal in den Kosovo kam (und er war viele Male dort gewesen), sagten ihm traurige Menschen: “Sehen Sie, sogar Kinder werden getötet, bald werden sie alle umbringen, und Sie sagen, dass der Herr Serbien liebt, dass Er die Serben liebt …”

Und er antwortete: “Ja, aber natürlich liebt Er uns, wenn er uns nicht lieben würde, wären wir schon nicht mehr auf der Erde.”

Quelle: Kurzgeschichten über das Wesentliche. Orthodoxer Kalender, 2017.- Minsk: Kloster St. Elisabeth, 2016

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