Über die Kraft des Segens Gottes

16. Oktober 2022

“Fürchte dich nicht! Von jetzt an wirst du Menschen fangen.” (Lk 5,10)

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes!

Liebe Brüder und Schwestern in Christus, das Evangelium, das heute gelesen wurde, erzählt uns, wie die Apostel Petrus, Jakobus und Johannes, die von Beruf Fischer waren, irgendwann einmal die ganze Nacht nichts gefangen hatten, aber als sie mit dem Segen des Heilands das Netz auswarfen, fingen sie so viele Fische, dass sie beide Boote damit füllten, die dann wegen des Übergewichts sogar zu sinken drohten.

Liebe Brüder und Schwestern in Christus! Das Geschehen, über das das Evangelium heute berichtet, passiert uns nicht auch oft etwas Ähnliches? Häufig arbeiten viele von uns hart und lange, sind aber in ihrer Arbeit nicht erfolgreich. Heutzutage hören wir oft, dass Mißerfolge unser Leben schrittweise erfassen und dass unsere Mühen nicht von dem gewünschten Erfolg gekrönt werden. Warum haben wir so viele Misserfolge und Probleme im Leben? Warum bleiben unsere Mühen erfolglos? Weil wir Gott vergessen und wenig Hoffnung auf ihn setzen und ihn selten um den Segen für unsere Unternehmungen und Werke bitten. Wir alle denken, wir könnten unser Leben mit unserem eigenen Verstand und Intellekt, mit unserer eigenen Kraft und unseren eigenen Fähigkeiten gestalten und Erfolg in weltlichen Angelegenheiten haben, ohne Gott, den Herrn, und seinen Segen, und das ist der Grund, warum uns alle Arten von Misserfolgen und Unglücken widerfahren. Wir wünschen uns Erfolg, aber wir haben ihn nicht, weil wir nicht darum bitten. Der Apostel Jakobus sagt: “Ihr erhaltet nichts, weil ihr nicht bittet. Ihr bittet und empfangt doch nichts, weil ihr in böser Absicht bittet, um es in eurer Leidenschaft zu verschwenden.” (Jak 4,2-3)

Wenn wir erfolgreich sein und nicht scheitern wollen, sollten wir versuchen, ein gottesfürchtiges Leben zu führen und fleißig zum Herrn zu beten, damit er seinen Segen auf unsere Arbeit und unsere Bemühungen legt. “Ohne mich könnt ihr nichts tun” (Joh 15,5), sagt der Heiland im Heiligen Evangelium. “Wenn nicht der Herr das Haus baut, müht sich jeder umsonst, der daran baut.Wenn nicht der Herr die Stadt bewacht, wacht der Wächter umsonst.'' (Ps 127,1), sagt der heilige Prophet und Psalmist David.

Wer das Werk mit Gottes Segen beginnt, rechnet gewiss nicht nur mit seiner eigenen Kraft, sondern sucht den Schutz des Höheren, stellt also sich und sein Werk unter die Macht Gottes, und das ist die sicherste Garantie für seinen Erfolg. Was behindert und stoppt die Arbeit, die mit Gottes Segen begonnen wurde? Alles, was sich der Macht des Gottessegens widersetzt, wird zerstreut werden wie Staub, der vom Wind verweht wird, oder wie Rauch von einem Feuer. Und im Gegenteil: Wie ungewiss ist der Erfolg eines Werkes, wenn es nur in unseren Händen bleibt, ohne höheren Schutz und Leitung! Wie viele Eventualitäten können sich ereignen, die unsere Arbeit unterbrechen oder verderben können, Zufälle, die wir nicht verhindern können! Wie viele Fehler machen wir aufgrund unserer eigenen Kurzsichtigkeit, wie viele Hindernisse und Hemmnisse entstehen uns durch Menschen und andere Ursachen, auf die wir keinen Einfluss haben! Deshalb ist es natürlich notwendig, Gottes Segen, Hilfe und Schutz von oben zu suchen.

Die Apostel Christi arbeiteten, wie wir im heutigen Evangelium gehört haben, die ganze Nacht hindurch, um Fische zu fangen. Trotz ihrer harten Arbeit und der zum Fangen von Fischen günstigen Zeit, fingen sie nichts und sagten mit bitterem Bedauern zum Heiland: "Meister, wir haben uns die ganze Nacht abgemüht und nichts gefangen" (vgl. Lukas 5,5). Aber als sie auf das Wort des Herrn hin ihre Netze auswarfen, fingen sie so viele Fische, dass ihre Netze zerbarsten. Also, liebe Brüder und Schwestern, so viel bedeutet der Segen des Herrn! Ohne ihn sind alle unsere Bemühungen umsonst. Deshalb ist es klug, wenn wir zu Beginn jeder Arbeit den Herrn um Hilfe anrufen. Es bedarf keiner großen Anstrengung, irgendeine Arbeit oder Beschäftigung aufzunehmen, sich mit dem Kreuzzeichen zu segnen, "Gott segne uns" zu sagen oder, wenn ein Geistlicher in der Nähe ist, ihn um seinen Segen zu bitten. Der Erfolg unserer Arbeit hängt in hohem Maße davon ab. Jeder von uns hat wahrscheinlich schon einmal die Kraft des Gottessegens erfahren. Im heutigen Tagesevangelium gibt es noch etwas, das uns auffällt. Obwohl die Apostel Christi die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen hatten, verloren sie weder den Mut noch wurden sie pessimistisch, sondern fischten in der folgenden Nacht geduldig weiter, und der Herr, der ihre Geduld sah, segnete sie mit großem Erfolg. So sollten auch wir handeln, wenn uns Bedrängnis und Unglück ereilen. Mit Geduld und Hoffnung auf Gottes Barmherzigkeit, unsere Arbeit und Beschäftigung fortsetzen. Dann wird der Herr, der unsere Geduld und unseren Gehorsam gegenüber seinem Willen sieht, unsere Bemühungen segnen und uns unerwartet mit Erfolg krönen.

Als die Apostel die große Menge Fische fingen, hingen sie nicht mit dem Herzen an diesem materiellen Gut, sondern verließen ihre Netze und folgten dem Herrn. Genauso müssen wir handeln: Wenn der Herr irdische Güter schickt, sollt ihr euch nicht an sie klammern, sondern vor allem nach geistlichen Gütern suchen, “was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was keinem Menschen in den Sinn gekommen ist” (1 Kor 2,9), damit wir dem Herrn immer nachfolgen können.

Deshalb, liebe Brüder und Schwestern, sollten wir, damit unsere Werke erfolgreich sind, immer um Gottes Segen bitten und keine Arbeit ohne Gebet beginnen; und im Falle des Scheiterns sollten wir nicht in Feigheit und Verzagtheit verfallen, sondern auf Gottes Barmherzigkeit vertrauen und mit unseren Arbeiten und Tätigkeiten fortfahren. Der Herr wird unsere Bemühungen mit dem gewünschten Erfolg krönen, wenn wir uns seinem Willen unterwerfen. Wenn wir mit den vom Herrn empfangenen leiblichen Gütern zufrieden sind, dann lasst uns nicht an ihnen hängen, sondern lasst uns immer an das Gebot Gottes denken: “Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben.” (Mt 6,33), und ihr werdet Söhne des Reiches sein. Amen.

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