Wir kamen in die Kirche, um von neuem geboren zu werden

4. Dezember 2022

Segnung einer Mutter mit ihrem Kind

Segnung einer Mutter mit ihrem Kind

Wir freuen uns über den Herrn. Vielleicht haben wir viele Probleme, Fragen, die wir nicht lösen können. Aber trotzdem sagen wir, dass Christus auferstanden ist.

Nach seinem Sündenfall verlor der Mensch den Kontakt zu Gott, und die geistige Welt verschloss sich ihm. Und diese Welt, in der sich der Mensch befand, war nicht mehr das Paradies, und der Mensch begann, sein Leben nach Gesetzen zu gestalten, in denen der Geist fehlte. Es gab nur noch Fleisch und Blut. Wer stärker ist, hat Recht. Und diese Gesetze, die die Menschen dann zu verbessern versuchten, wurden zu den Lebensstandards, nach denen die Menschheit heute lebt.

Aber in Wirklichkeit ist das alles nicht wahr, alles ist Lüge. Denn die Welt, die nach dem Sündenfall im Bösen liegt, hat ihre ursprüngliche Schönheit verloren. So wie der Mensch, der heute auf dieser Erde wandelt und Wüsten um sich herum hinterlässt und diese Welt zerstört, weil es keine Liebe in ihr gibt. Vater Nikolaj Gurjanow hat mir einmal Folgendes erzählt: "Da geht ein Mann durch den Wald. Und weil er nichts zu tun hat, hebt er ein Blatt auf und zerbricht es. Nur weil er nichts zu tun hat, weil es ihm in den Händen juckt. Aber ein Mensch, der die Schönheit schätzt, der alles Lebendige schätzt, wird nichts ausrupfen. Er wird nicht zerstören, er wird nicht töten. Nicht einmal eine Mücke oder irgendein anderes Insekt.” Verstehen Sie das? Es ist ein anderer Zustand des Menschen. Er wird Liebe und Erbarmen besitzen. Was lehrt die Welt den Kindern heute? Wenn du stark bist, bist du ein Held. Besiege alle und du bist ein Champion. Niemand lehrt die Liebe: Wenn du stark bist, musst du dem Schwachen nachgeben.

Das ist die Welt, in der wir heute leben und die der geistigen Welt beraubt ist. Es gibt eine sichtbare und eine unsichtbare Welt. Aber wir haben die unsichtbare Welt, die geistige Welt, verloren. Wir haben die Schärfe des Blicks und die Reinheit des Herzens verloren. Wir leben jetzt in irgendwelchen Illusionen, die in ein paar Jahrzehnten zu Ende sein werden. Wozu sind wir in die Kirche gekommen? Um unser Nervensystem zu beruhigen? Um uns etwas Kraft zu holen? Um zu überlegen, wie wir weiterleben sollen? Wir sind gekommen, um wiedergeboren zu werden. Und es ist die Gnade, die uns gebiert. Der neue Mensch ist geboren und wir müssen jetzt aus dem Glauben leben. Wir sehen nicht, dass unsere Engel jetzt in unserer Nähe sind. Aber wir wissen, dass sie da sind. Wir sehen die Heiligen jetzt nicht. Aber in der Kirche sind uns die Ikonen gegeben, wir erheben unseren Geist vom Bild zum Urbild und wir verstehen, dass die Kirche nicht nur von Menschen, sondern auch von Heiligen erfüllt ist.

Um in das neue Leben, das geistliche Leben, zu gelangen, dürfen wir nicht sündigen. Man muss seinen Geist und sein Herz von allem Schmutz, aller Unreinheit reinigen. Und dafür erhält man eine Lebensspanne von siebzig, achtzig Jahre. Der Eine oder andere wird vielleicht hundert Jahre alt werden, Gott sei Dank, aber länger wird er nicht leben. In dieser kleinen Zeitspanne werden wir geboren, erzogen und müssen, diese Welt mit ihren Versuchungen, Sünden und all ihrer Ungerechtigkeit überwinden.

Ich möchte Christus folgen, aber die Sünde lässt mich nicht: "Geh nach rechts, geh nach links. Dort wird es einfacher oder vielleicht profitabler sein." Nichts dergleichen. Der Weg, der zum Himmelreich führt, ist schmal (vgl. Matthäus 7,14). Wenn wir den breiten Weg wählen, den einfachen Weg, dann führt er in eine Sackgasse. Wir können uns eine Zeit lang mit etwas Dope aufheitern, aber es wird künstlich sein. Und davon gibt es eine Menge. Die Welt füttert den Menschen ständig mit irgendetwas - Unterhaltung, Vergnügen. Aber die Seele bleibt hungrig. Und deshalb müssen wir natürlich ein neues Leben beginnen. Aber wird es überhaupt beginnen? Wir beginnen zu zweifeln, und der Teufel sagt: "Es wird nie anfangen, schau dich doch an: Du bist so ein ...". Wir müssen verstehen, mit wem wir kämpfen - mit dem Fürsten dieser Welt, mit den bösen Geistern der Unterwelt, die wollen, dass die Welt zur Hölle wird und jeder für sich lebt. Dass die Familien aus dieser Welt verschwinden, dass die Menschen aufhören, sich zu lieben. Dass jeder für den eigenen Bauch lebt, für die Lust des eigenen Fleisches. Und dafür tut er (der Teufel) alles.

Wir sind die unangenehmsten Menschen auf dieser Welt. Denn wir sagen: Christus ist derselbe gestern und heute und in Ewigkeit (Hebräer 13,8).

Darum, meine Lieben, möge sich meine Seele im Herrn freuen! Mögen Sie wirklich von Gott gesegnet sein. Schätzen Sie, was Sie haben. Wir wissen nicht, wie sich die Geschichte entwickeln wird, aber Christen waren schon immer von Verfolgung betroffen. Der Christ war schon immer eine unnötige, überflüssige Person in dieser modernen, gebildeten Welt. Denn er sprach nicht von irgendwelchen irdischen Umgestaltungen, Gesetzen, sondern von der Liebe, die alle gleich macht. Schauen Sie sich an, was “Demokratie” in dieser Welt bedeutet. Dieses Wort wurde von dem verstorbenen Metropoliten von Montenegro Amfilochij (Radovitsch) als "Dämonokratie" ausgesprochen. Er war ein erstaunlicher Mann. Einmal zeigte er mir eine Karte des Russischen Reiches von 1860: "Schau, was für ein Russisches Reich das war! (Damals gehörte Finnland, Estland und Polen dazu.) Das war Macht. Er spürte, wo Macht war. Wissen Sie, in wem sich Macht befindet? In Ihnen. Denn wir sind die Armee Christi. Trotz der Tatsache, dass wir solche Jammerlappen sind, wird die Welt uns niemals besiegen. Niemals. Denn Gottes Kraft wird in der Schwachheit vollkommen. Wie der fromme Großfürst Alexander Newski sagte: "Die Stärke Gottes liegt nicht in der Macht, sondern in der Wahrheit.”

Deshalb haben wir keine Angst, über die Wahrheit zu sprechen, über Dinge zu reden, für die wir später verfolgt und angefeindet werden. Das ist eine ganz normale Sache. Und glaubt nicht, dass man euch einen Teppich auslegen wird, wenn ihr zu Gott kommt. Das werden sie nicht. Die Leute werden über euch sagen: "Schaut euch diesen Schurken, diesen unehrlichen Mensch an. Das höre ich sehr oft. Und ich verstecke es nicht. Natürlich bin ich kein guter Mensch, aber Gott liebt mich. Und Gott liebt auch euch und wird euch bis zum Ende der Welt nicht verlassen.

Also, meine Lieben, haltet durch und denkt daran, dass der Teufel keinen Anteil an uns hat. Verjagt ihn und fürchtet euch vor niemandem - weder vor den Vorgesetzten noch vor denen ganz oben. Fürchte dich nur davor, deinen Nächsten zu beleidigen. Denn durch unseren Nächsten dienen wir Gott selbst. Habt Angst davor, jemandem Ärger oder Unannehmlichkeiten zu bereiten. Seid innerlich aufmerksam, denn "meine Schwester, mein Bruder sind mein Leben" - das ist unsere Lebensformel. Möge Gott uns allen helfen.

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