Wir sollen uns auf die Begegnung mit Gott vorbereiten

25. Oktober 2021

Vater Andrej Lemeschonok

ein Maedchen sitzt am Ufer des Flusses vor der Kirche

Viele Kinder, die von ihren Eltern in die Kirche gebracht werden, verlassen die Kirche, wenn sie erwachsen sind. Sie haben jede Woche die Kommunion empfangen und dann plötzlich war es das ... Dies geschieht, weil die Kinder keine Begegnung mit Gott hatten. Die Mutter hat sie mitgenommen, da gab es kein Entrinnen.

Letztendlich muss eine Begegnung mit Gott stattfinden. Und wenn wir in die Kirche kommen, dann hat dieses Ereignis stattgefunden. Vielleicht nicht unter sichtbaren Umständen, aber im Inneren ist es passiert, sonst wären wir heute nicht hier.

Aber einige von ihnen hatten es vielleicht auch noch nicht ... Es ist nur so, dass jemand aus irgendeinem Grund in die Schwesternschaft eingetreten ist und ihm die Schwesternkleidung gegeben wurde oder er ist aus irgendeinem Grund ins Kloster gekommen, sie haben ihn eingekleidet und er ist bereits Mönch. Jeder denkt, dass die Person erfahren und geistig gefestigt ist, aber dann erfahren wir, dass die Gottesbegegnung noch bevorsteht.

Wir müssen uns alle auf dieses Treffen vorbereiten. Vielleicht haben wir es wirklich noch vor uns, aber wir sind noch nicht bereit dafür: Wir sagen, dass wir Gott bereits begegnet sind, dass wir bereits wissen, was er ist, wie wir zu ihm beten und ihm dienen sollen.

Wir müssen uns eigentlich alle noch auf diese Begegnung vorbereiten. Vielleicht haben wir es wirklich noch vor uns, aber wir sind noch nicht bereit dafür: Wir sagen, dass wir Gott bereits begegnet sind, dass wir bereits wissen, was er ist, wie wir zu ihm beten und ihm dienen sollen.

Wenn die Schwester, die im Krankenhaus, im Kirchenladen, im Patronatsdienst arbeitet, alles weiß, dann steht es schlecht. Wer glaubt, alles gelernt zu haben, ist noch sehr weit von Gott entfernt.

Jedes Mal, wenn wir zum Gehorsamsdienst gehen, sollen wir uns auf diese Begegnung vorbereiten ... Und die Nonnen, die im Kloster leben, sollten sich auch jeden Tag auf dieses Treffen vorbereiten. Und wenn wir uns nicht darauf vorbereiten? Dann werden wir niemanden kennenlernen. Wir wissen bereits alles über Gott. Wir können uns schon nicht mehr weiterentwickeln. Vielleicht ist es ja auch schon soweit? Aber wohin geht es dann?

Ich war überrascht, als Vater Nikolaj Gurjanow, ein Mann, der ein so reiches geistliches Leben führte, einfach sagte: „Nun, warum kommst du? Ihr habt doch alles. Ich weiß nichts ..." Dieser Mensch spürt seine Überlegenheit und seine geistliche Grüße nicht. Das war so wunderbar! ...

Bei uns aber trifft man auf solche Kenner des geistlichen Lebens und Eiferer im Gebet und in der Reue, dass einem übel wird. Die Seele ist bereits zugemauert: Sie hat alles getroffen, was ihr begegnen kann, sie weiß alles, sie lernt nicht mehr zu leben, sie bereitet sich nicht darauf vor, Gott zu begegnen. Das ist traurig. Mir scheint auch, dass dies tragisch enden kann. Wenn der Herr wirklich kommt, wird ein Mensch Ihm vielleicht nicht begegnen, mag mehr an sich selbst, an seine kleine Erfahrung, glauben, denn ihm erscheint sie gar nicht so klein. Aber, wie sagte Vater Ioan Krestjankin: „Wer sind die Mönche hier? Die Jungs sind gut, ja. Aber was hat das mit dem Mönchtum zu tun? .."

Wir müssen unsere Blindheit sehen und rufen: Herr, Jesus Christus, Sohn Davids, erbarme dich meiner! (Vergleiche: Lk 18,38f.) Wir müssen wirklich wie der Zöllner sagen: Gott, habe Erbarmen mit mir Sünder (Lukas 18,13). Dies sind heute die Gebete, die uns sehr nahe gehen sollten.

Wir haben noch unser ganzes Leben vor uns. Und dieses Lernen, die innere Aufmerksamkeit, ist ein so riesiges Schaffen, wenn der Mensch in allen Gelegenheiten, in jedem Ereignis, in jeder Woche, die er durchlebt hat, an jedem Tag, den er erlebte, Gott sucht sowie die Möglichkeit, ihm zu dienen und auf gottgefällige Weise zu leben. Das ist eine so große Herausforderung! Aber manchmal verwandelt sich alles in öde Routine, in ein langweiliges oberflächliches Leben, in dem es nichts Neues mehr gibt. Wir haben es uns selbst gemacht, entworfen, weil es so einfacher für uns ist, weil wir es so gewohnt sind.

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