Briefe an meine geistlichen Kinder. Teil 32

22. Juli 2022

geistlichen kinder

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Friede sei mit dir. Wir haben schon Sehnsucht nach dir! Wie geht es dir? Gebe darauf nichts, wenn man sich dir gegenüber nicht ganz neutral verhält. Du schreitest auf deinem Lebensweg immer weiter voran, und musst damit leben lernen, dass wir Menschen alle gefallene Geschöpfe sind. Dieser gefallene Zustand wirkt sich natürlich auch auf das Verhältnis der Menschen untereinander aus. Deshalb hat auch der Herr seinen Jüngern geboten: „Ich sende euch wie Schafe unter die Wölfe, seid weise“ (Mt. 10,16). „Ich bin mit euch zu jeder Zeit“ (Mt. 28,20).

Einerseits muss man weise und vorsichtig sein. Das wichtigste jedoch ist, sich in allem immer an den Herrn zu wenden und um Hilfe zu bitten, an Den also, Der für den irdischen Menschen nicht sichtbar ist, dafür aber dem Geist, Der allen, die auf Ihn hoffen, versprochen hat, dass ihnen kein Harr ausfallen wird, wenn Er es nicht will.

Weil sich die Apostel an Ihn gewandt haben, haben sie auch alles ertragen und die Welt besiegen können. Eine kleine Herde Schafe hat ein Rudel unzähliger Wölfe besiegt. Ist das nicht ein Beweis für die Kraft und die Vorsehung Gottes? Doch der Herr ist gestern, heute und der Selbe auch in Ewigkeit (Hebr. 13,8). Wende dich in all deinem Kummer und in deinen Schwierigkeiten an den Herrn, dann wird er dir Kraft geben.

Immer, auch wenn man es eilig hat, kann man sich in Gedanken an den Herrn wenden und ihm sagen: „Jesus Christus, hab Erbarmen mit mir. Herr, sei mir Sünder gnädig“. Oder erinnere dich daran, wie es Barsanuphius der Große ausgedrückt hat, dass es den Herrn, der alles sieht, gibt und dass Er dich sieht. Das ist ausreichend, um aus einer schwierigen Situation einen Ausweg zu finden. Wenn aber dein Kummer stark ist und das Gebet dir keine Erleichterung verschafft, dann verzage nicht. Begehre nicht auf und werde nicht kleinmütig. Denke vielmehr daran, dass man ohne Leiden nicht zum Heil gelangen und nicht einmal Lebenserfahrung sammeln kann.

Doch der Glaube und das Gebet bewirken, dass das Leid erstaunlichen Nutzen bringt. Ohne Gebet kann es dazu führen, dass man aufbegehrt, den Glauben verliert und seiner Seele und seinem Leib Schaden zufügt. Deshalb sollte man lernen, immer mit Gott zu sein, denn Er ist immer mit uns. „Gott ist mit uns! Begreift das, ihr Heiden (Leidenschaften, Dämonen und ihr gefallenen Menschen, die ihr die Werkzeuge der Dämonen seid), und ordnet euch unter, denn Gott ist mit uns!“ (aus einem Gesang aus dem Spätabendgottesdienst – A.d.Ü).

Sei deshalb, wenn es Widrigkeiten gibt, nicht betrübt: Schaue in deiner Trauer auf zum Herrn.

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