Briefe an meine geistlichen Kinder. Teil 9

15. Dezember 2021

Briefe an meine Geistlichen Kinder

IGUMEN NIKON (WOROBJOW)

Briefe an Menschen in Kozelsk, die einen monastischen Weg gewählt haben

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Das Wichtigste, was von dir verlangt wird, ist zu versuchen, nach Kräften den Frieden in der Familie zu bewahren. Wenn du aber verärgert bist, bitte schnellstmöglich um Vergebung und verzeihe auch selbst. Der Feind wird versuchen, dir den Frieden zu nehmen, und dich nicht um Vergebung bitten zu lassen. Hör nicht auf ihn. Besiege ihn, indem du den Herrn Jesus Christus um Hilfe anrufst, d.h. verrichte das Jesusgebet, bis du Ärger, Wut oder Groll überwunden hast. Weiche nicht vom Herrn ab, bis er dir vergibt und deiner Seele Frieden gibt. Das Zeichen für die Vergebung durch den Herrn ist Seelenfrieden.

Versuche also, weder gereizt noch zornig zu sein. Wenn du aber darin gesündigt hast, bitte deine Nächsten und den Herrn um Vergebung. Versuche auf das Morgen- und auf das Abendgebet zu hören; Wenn du alleine betest, dann lies mindestens fünfzehn Minuten lang die Gebete, die du kennst, und dann übe dich im Jesusgebet. Aber lies alles voller Ehrfurcht, in Gottesfurcht und mit zerknirschtem Herzen. Ein in Zerstreutheit verrichtetes Gebet ist kein Gebet, obwohl der Herr es zuerst von denen annimmt, die gerade beten lernen. Aber man muss eines Tages lernen, ohne Ablenkung zu beten!

Wenn du Ärger vermeidest und den Frieden bewahrst, wird auch das Gebet gelingen, aber wenn du dich in Frustration und Unfrieden befindest, kannst du nicht beten.

Der Herr nimmt keine im Zorn dargebrachten Gebete an und übergibt einen solchen Beter den unbarmherzigen Dienern, d.h. den Dämonen. Diese vertreiben ihn dann vom geistlichen Festmahl, also vom Gebet, so wie sie jene vom Hochzeitsfest verjagt haben. Sie führen in die Dunkelheit leerer, manchmal auch schlechter Gedanken. Und dies wird so lange so sein, bis wir uns demütigen und von ganzem Herzen vor dem Herrn weinen. Bis wir allen vergeben und selbst um Vergebung gebeten wurden, kurz gesagt, bis wir Seelenfrieden erlangen, denn es heißt: Im Frieden (der Seele) ist Gott daheim. Wo Unfrieden herrscht, dort wohnt der Feind und es herrscht Dunkelheit, auf der Seele liegt eine geistliche Last und andere Anfangsgründe der Hölle.

Die Demut hat die Macht, die Gedanken zu sammeln und sich auf Gott zu konzentrieren, aber Unfrieden, Eitelkeit und Stolz zerstreuen die Gedanken. Wenn die Gedanken sehr zerstreut sind, bedeutet dies, dass in der Seele etwas nicht stimmt. Der Feind hat Zugang zu unserer Seele. Wir sollen vor Gott Buße tun, um Vergebung und Hilfe bitten. Wir müssen nach den Gründen dafür suchen. Manchmal geschieht dies (wenn wir keinen Zorn empfinden) durch übermäßige Aufregung, Verbundenheit mit der Welt, durch lange Gespräche über irdische Dinge oder durch das Verurteilen unserer Nächsten. Ein gutes, aufmerksames Gebet, das von Herzen kommt, ist der Weg zum Reich Gottes, das in uns ist. Gibt es kein solches Gebet, haben wir den Herrn irgendwie erzürnt.

Sei dir gegenüber aufmerksam. Bewahre den Frieden, schließe schnell Frieden; Rufe öfter (Obwohl geboten ist, dies beständig zu tun! ) den Namen des Herrn Jesus Christus an, gieße Deine Sünden und Sorgen vor dem Herrn aus, handle nach Deinem Gewissen, dann wirst du dich gut fühlen und gerettet werden. Ohne Fleiß - kein Preis. Mühe dich in Gott und du wirst gerettet. Dir wird es hier gut gehen, und nach dem Tod wirst du in die ewige Glückseligkeit eingehen. Bete für mich.

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