Das Gleichnis von den Nägeln

16. Juli 2021

Verrosteter Nagel in einem Holzzaun

Es lebte einmal ein hitzköpfiger, aufbrausender junger Mann. Eines Tages gab ihm der Vater ein Säckchen mit Nägeln und befahl ihm, er solle jedes Mal, wenn er seinen Zorn nicht zurückhalten konnte, einen Nagel in den Pfosten des Zaunes schlagen.

Am ersten Tag wurden einige Dutzend Nägel in den Zaun geschlagen. In der darauffolgenden Woche lernte der junge Mann sich zurückzuhalten, und mit jedem Tag nahm die Zahl der eingeschlagenen Nägel ab. Der Jüngling verstand, dass es leichter ist seine Hitzköpfigkeit zu kontrollieren, als Nägel einzuschlagen.

Schließlich kam der Tag, an dem er kein einziges Mal seine Selbstbeherrschung verlor. Das erzählte er seinem Vater und dieser antwortete, dass von diesem Tag an jedes Mal, wenn es dem Sohn gelingt seinen Zorn zu beherrschen, er einen Nagel aus dem Zaum herausziehen kann.

Es verging eine Zeit. Aber es kam der Tag, an dem der Jüngling seinem Vater sagte, dass kein einziger Nagel in den Pfosten des Zaunes übrig geblieben war. Da nahm der Vater ihn bei der Hand und führte ihn zum Zaun. “Du hast dich gemacht, mein Junge. Aber siehst du auch wie viele Löcher jetzt die Pfosten haben? Er wird niemals wieder so sein, wie er früher war. Wenn du jemandem etwas Böses sagst, bleibt in seiner Seele auch solch eine Schramme zurück wie diese Löcher.”

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