Die Ikone der Gottesmutter von Schirowitschi

20. Mai 2022

die ikone der gottesmutter von schirowitschi

Ungefähr 10 km von der Stadt Slonim am Ufer des Flusses Wiknja (der linke Nebenfluss von Schtschara) im Dorf Schirowitschi befindet sich das Hl. Mariä Entschlafungs-Kloster,das eine ähnliche Bedeutung für Weißrussland hat wie die Heilige Dreifaltigkeits- Sergij-Lawra für Russland oder die Kijewo-Petscherskaja Lawra für die Ukraine. Das Hauptheiligtum der Hl. Mariä Entschlafungs-Kathedrale ist eine uralte, wundertätige Ikone der Gottesmutter.

 Hl. Mariä Entschlafungs-Kathedrale des Klosters Schirowitschi

Hl. Mariä Entschlafungs-Kathedrale des Klosters Schirowitschi

Die Ikone von Schirowitschi ist in die Liste der 100 wichtigsten orthodoxen Ikonen eingetragen.

Die Überlieferung zur Auffindung der wundertätige Ikone der Gottesmutter erzählt, dass das Abbild der Allheilige Gottesgebärerin vor Hirten des Schatzmeisters des Fürstentums Litauen, Bojar Alexander Soltan, im Jahre 1470 (nach anderen Quellen im Jahre 1494) erschien, indem es in göttliches Licht getaucht durch die Äste eines Birnbaums strahlte. Zuerst verhielt sich Bojar Alexander Soltan zu dieser Erscheinung skeptisch, doch nach einiger Zeit glaubte er fest an das wundertätige Abbild und ließ an der Stelle der Erscheinung eine Holzkirche zu Ehren der Gottesmutter bauen, wo sich die wundertätige Ikone bis zum Jahre 1520 befand.

Gemälde über die erste Auffindung des wundertätigen Abbildes

Gemälde über die erste Auffindung des wundertätigen Abbildes

Im Jahre 1520 verbrannte wegen eines starken Feuers die Holzkirche und die wundertätige Ikone der Mutter Gottes galt als für immer verloren. Doch die ließ die trauervollen Menschen nicht allein und erschien zum zweiten Mal, nun vor Kindern einer Kirchenschule auf einem riesigen Stein sitzend. In Händen hielt sie die Ikone, die als verloren galt. Dieses Ereignis gilt als die zweite Erscheinung der wundertätigen Ikone der Gottesmutter. Im Jahre 1672 wurde an der Stelle der zweiten Erscheinung die Kirche zu Ehren von Mariä Geburt errichtet, die Jawlenskaja(Erscheinungs) Kirche genannt wird. Der Stein, auf dem die Abdrücke der Hände und Finger der Allheiligen Gottesgebärerin zurückblieben, befindet sich im Altar der Kirche.

Darstellung der zweiten Auffindung der Hl. Ikone von Schirowitschi

Darstellung der zweiten Auffindung der Hl. Ikone von Schirowitschi

Im Jahre 1613 wurde nun an der Stelle, wo früher die verbrannte Holzkirche gestanden hatte, wurde nun ein Steinbau, die Kathedrale zu Ehren der Entschlafung der Allheiligen. Gottesgebärerin errichtet, wo seit dieser Zeit die Ikone der Gottesmutter in einem besonderen Rahmen an der Ikonostase der Hl. Mariä Entschlafungs-Kathedrale aufbewahrt wird.

Die wundertätige Ikone in Schirowitschi gilt als die kleinste aller Ikonen der Gottesmutter. Sie besteht aus Jaspis und hat im Laufe der Zeit sowie durch das Feuer einige Risse erlitten. Sie wurde in ovaler Form als Reliefbild der Gottesmutter, die ihren Sohn Jesus Christus auf den Händen trägt, gefertigt. Die Ikone selbst (mit Rahmen) hat folgende Abmessungen: 440 x 560 mm. In der Ikonenmalerei gehört die Ikone zum Typus „Rührung“ und gilt als nicht von Menschenhand gefertigt, weil sie auf wundersame Weise erschien. Auch wie früher zieht das Heiligtum von Schirowitschi zahlreiche Pilger nicht nur aus Belarus sondern auch aus Russland, der Ukraine und anderen Ländern an. Laut einer uralten Legende bekommt hier jeder nach seinem Glauben Heilung von schweren Krankheiten und Hilfe in schwierigen Lebensverhältnissen.Es wurde überliefert, dass es auch Fälle gab, wo man mit Hilfe von Gebeten vor der wundertätigen Ikone Menschen von den Toten erweckte.

Die geschmückte heilige Ikone am Festtag in der Kathedrale

Die geschmückte heilige Ikone am Festtag in der Kathedrale

Die Gottesmutter von Schirowitschi hat auch heute noch die Kraft, Wunder zu wirken. Nach dem Gebet vor dieser Ikone wurde der Sohn einer Chorleiterin von seiner Krebskrankheit geheilt. Von diesem Ereignis wurde in unserem Kloster sogar ein Film gedreht.

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