
Lesung aus dem Buch des Propheten Jesaja 9, 9 - 10, 4:
Die Ziegelmauern sind gefallen, jetzt bauen wir mit Quadern; die Maulbeerbäume hat man gefällt, jetzt pflanzen wir Zedern. Da stachelte der Herr Jakobs Gegner auf und hetzte seine Feinde gegen ihn, Aram im Osten, die Philister im Westen, und sie fraßen Israel mit gierigem Maul. Doch bei all dem lässt sein Zorn nicht nach, seine Hand bleibt ausgestreckt.
Aber das Volk kehrte nicht um zu dem, der es schlug; sie suchten den Herrn der Heere nicht. Da schnitt der Herr dem Volk Israel den Kopf und den Schwanz ab, Palmzweig und Binse am selben Tag: Die Ältesten und Vornehmen, sie sind der Kopf; der Schwanz sind die Propheten, die Lügen verkünden. Die Führer dieses Volks sind Verführer; wer sich von ihnen führen lässt, wird in die Irre geleitet. Deshalb verschont der Herr weder die Männer, noch hat er mit den Witwen und Waisen Erbarmen. Denn alle sind ruchlos und böse; aus jedem Mund kommt verruchtes Geschwätz. Doch bei all dem lässt sein Zorn nicht nach, seine Hand bleibt ausgestreckt.
Denn ihre Bosheit loderte auf wie ein Feuer, das Dornen und Disteln verzehrt. Es entzündete das Dickicht des Waldes, sodass es in Rauchschwaden aufging. Der Zorn des Herrn der Heere versengte das Land; das Volk wurde ein Raub der Flammen. Keiner verschonte den andern: Man fraß rechts und blieb hungrig, man fraß links und wurde nicht satt. Jeder fraß seinen Nachbarn. Manasse fraß Efraim und Efraim Manasse und beide zusammen fraßen Juda. Doch bei all dem lässt sein Zorn nicht nach, seine Hand bleibt ausgestreckt.
Weh denen, die unheilvolle Gesetze erlassen und unerträgliche Vorschriften machen, um die Schwachen vom Gericht fern zu halten und den Armen meines Volkes ihr Recht zu rauben, um die Witwen auszubeuten und die Waisen auszuplündern. Was wollt ihr tun, wenn die Strafe naht, wenn das Unwetter von fern heraufzieht? Zu wem wollt ihr flüchten, um Hilfe zu finden, wo euren Reichtum verstecken? Ihr werdet euch unter Gefangenen (am Boden) krümmen und werdet unter Erschlagenen liegen. Doch bei all dem lässt sein Zorn nicht nach, seine Hand bleibt ausgestreckt.
Lesung aus dem Buch Genesis 7, 1-5:
Darauf sprach der Herr zu Noach: Geh in die Arche, du und dein ganzes Haus, denn ich habe gesehen, dass du unter deinen Zeitgenossen vor mir gerecht bist. Von allen reinen Tieren nimm dir je sieben Paare mit und von allen unreinen Tieren je ein Paar, auch von den Vögeln des Himmels je sieben Männchen und Weibchen, um Nachwuchs auf der ganzen Erde am Leben zu erhalten.
Denn noch sieben Tage dauert es, dann lasse ich es vierzig Tage und vierzig Nächte lang auf die Erde regnen und tilge vom Erdboden alle Wesen, die ich gemacht habe. Noach tat alles, was ihm der Herr aufgetragen hatte.
Lesung aus dem Buch der Sprichwörter 8, 32 - 9, 11:
Nun, ihr Söhne, hört auf mich! Wohl dem, der auf meine Wege achtet. Hört die Mahnung und werdet weise, lehnt sie nicht ab! Wohl dem, der auf mich hört, der Tag für Tag an meinen Toren wacht und meine Türpfosten hütet. Wer mich findet, findet Leben und erlangt den Gefallen des Herrn.
Doch wer mich verfehlt, der schadet sich selbst; alle, die mich hassen, lieben den Tod. Die Weisheit hat ihr Haus gebaut, ihre sieben Säulen behauen. Sie hat ihr Vieh geschlachtet, ihren Wein gemischt und schon ihren Tisch gedeckt. Sie hat ihre Mägde ausgesandt und lädt ein auf der Höhe der Stadtburg: Wer unerfahren ist, kehre hier ein. Zum Unwissenden sagt sie: Kommt, esst von meinem Mahl und trinkt vom Wein, den ich mischte. Lasst ab von der Torheit, dann bleibt ihr am Leben, und geht auf dem Weg der Einsicht!
Wer den Zuchtlosen tadelt, erntet Schimpf, wer den Frevler rügt, erntet Schande.
Rüge den Zuchtlosen nicht; sonst hasst er dich. Rüge den Weisen, dann liebt er dich.
Unterrichte den Weisen, damit er noch weiser wird; belehre den Gerechten, damit er dazulernt.
Der Anfang der Weisheit ist Gottesfurcht, die Kenntnis des Heiligen ist Einsicht. Ja, durch mich werden deine Tage zahlreich, nehmen die Jahre deines Lebens zu.

In der Kirche feiern wir heute das Gedächtnis unseres Vaters unter den Hll. Tarasios, Erzbischofs von Konstantinopel.
Troparion, 4. Ton:
Als Richtschnur des Glaubens, * als Vorbild der Enthaltsamkeit und Meister der Zucht * erweist dich deiner Herde * die Wahrheit deine Werke. * Deshalb wird deine Demut mit Erhöhung belohnt * und deine Armut mit Reichtum. * Heiliger Vater Tarasios * bitt Christus, unsern Gott ** dass Er unsere Seelen errette.
Kondakion, 3. Ton, nach: Die Jungfrau:
Mit rechtgläubigen Lehren, Christi hehre Ikone zu verehren, * erhelltest du die Kirche, * und alle unterweisend, vor ihr niederzufallen, * bekämpftest du, o Seliger, * der Bilderfeinde gottlosen Befehl; * wir aber rufen dir deshalb entgegen: * sei gegrüßt, o Vater, ** allweiser Tarasios.