
Aus dem ersten Brief des hl. Apostels Paulus an die Korinther 12,12-26:
Denn wie der Leib eine Einheit ist, doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich es viele sind, einen einzigen Leib bilden: So ist es auch mit Christus.
Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen, Juden und Griechen, Sklaven und Freie; und alle wurden wir mit dem einen Geist getränkt. Auch der Leib besteht nicht nur aus einem Glied, sondern aus vielen Gliedern.
Wenn der Fuß sagt: Ich bin keine Hand, ich gehöre nicht zum Leib!, so gehört er doch zum Leib. Und wenn das Ohr sagt: Ich bin kein Auge, ich gehöre nicht zum Leib!, so gehört es doch zum Leib. Wenn der ganze Leib nur Auge wäre, wo bliebe dann das Gehör? Wenn er nur Gehör wäre, wo bliebe dann der Geruchssinn?
Nun aber hat Gott jedes einzelne Glied so in den Leib eingefügt, wie es seiner Absicht entsprach. Wären alle zusammen nur ein Glied, wo bliebe dann der Leib? So aber gibt es viele Glieder und doch nur einen Leib. Das Auge kann nicht zur Hand sagen: Ich bin nicht auf dich angewiesen. Der Kopf kann nicht zu den Füßen sagen: Ich brauche euch nicht. Im Gegenteil, gerade die schwächer scheinenden Glieder des Leibes sind unentbehrlich.
Denen, die wir für weniger edel ansehen, erweisen wir umso mehr Ehre und unseren weniger anständigen Gliedern begegnen wir mit mehr Anstand, während die anständigen das nicht nötig haben. Gott aber hat den Leib so zusammengefügt, dass er dem geringsten Glied mehr Ehre zukommen ließ, damit im Leib kein Zwiespalt entstehe, sondern alle Glieder einträchtig füreinander sorgen. Wenn darum ein Glied leidet, leiden alle Glieder mit; wenn ein Glied geehrt wird, freuen sich alle anderen mit ihm.
Lesung aus dem Hl. Evangelium nach Matthäus 18, 18–22; 19, 1–2; 13–15:
Amen, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden sein und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein. Weiter sage ich euch: Alles, was zwei von euch auf Erden gemeinsam erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.
Da trat Petrus zu ihm und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versündigt? Siebenmal? Jesus sagte zu ihm: Nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal.
Als Jesus diese Reden beendet hatte, verließ er Galiläa und zog in das Gebiet von Judäa jenseits des Jordan. Viele Menschen folgten ihm dorthin und er heilte sie.
Da brachte man Kinder zu ihm, damit er ihnen die Hände auflegte und für sie betete. Die Jünger aber wiesen die Leute schroff ab. Doch Jesus sagte: Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen gehört das Himmelreich. Dann legte er ihnen die Hände auf und zog weiter.

Wir feiern heute das Fest des Hl. und apostelgleichen Großfürsten Wladimir.
Troparion, 4. Ton:
Ruhmreich herrschender Wladimir, * du warst dem Kaufmann gleich, der kostbare Perlen sucht, * als du auf dem hohen Throne der Mutterstadt, * des gott-erretteten Kiew saßest, * denn als du forschtest und nach der Kaiserstadt Boten entsandtest, * um den rechten Glauben kennen zu lernen, * da fandest du die kostbare Perle: Christus, * der dich zu seinem zweiten Paulus erwählte * und dir im Becken der heiligen Taufe * die Blindheit des Leibes und der Seele von den Augen nahm; * wir aber feiern deshalb deine Entschlafung: * So bitte beim Herrn, * dass Er uns errette.
Kondakion, 8. Ton:
Nachdem du, o all-ruhmreicher Wladimir * im Alter Paulus, dem großen Apostel ähnlich geworden, * und alles, was zum Dienste an den Idolen gehört, * als Meinung von Kindern hinter dir gelassen, * schmücktest du dich als Mann der Vollkommenheit * mit dem Purpur der Göttlichen Taufe; * wohlan, der du jetzt voller Fröhlichkeit * vor Christus, dem Erlöser, stehst, * bitte, dass wir alle errettet werden.

Am selben Tag begehen wir das Gedächtnis der Hll. Martyrer Kyrikos und Julitta.
Troparion, 8. Ton:
Wie ein früchteschwerer Weinstock * brachtest du, o verehrungswürdige Julitta, * deinen Sohn, den ruhmreichen Kyrikos * als reife Traube für den König und Gott des Alls hervor, * dein Martyrium gereichte ihm zur Zierde * und dein Blut führte ihn zur Vollkommenheit; * deshalb verlieh dir auch der Höchste in der Höhe Seinen Lohn; * wohlan, gedenket dorten, * wo ihr nun im Reigen stehet, unser, ** o ihr langmütig-geduldigen Martyrer.
Kondakion, 2. Ton:
Als wohlgefälliges, Gott dargebrachtes Opfer, * als gläubiger Zeuge Christi * bist du, o Kyrikos, erschienen, * als mit deiner Mutter Julitta, * o Ruhmreicher, den Leidenskampf du kämpftest, * wohlan, so hör nicht auf, zusammen mit ihr ** bei Christus, unserm Gott, für uns zu bitten.