
Lesung aus dem Buch des Propheten Jesaja 49,6-10:
Und er sagte: Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, nur um die Stämme Jakobs wieder aufzurichten und die Verschonten Israels heimzuführen. Ich mache dich zum Licht für die Völker; damit mein Heil bis an das Ende der Erde reicht.
So spricht der Herr, der Befreier Israels, sein Heiliger, zu dem tief verachteten Mann, dem Abscheu der Leute, dem Knecht der Tyrannen: Könige werden es sehen und sich erheben, Fürsten werfen sich nieder, um des Herrn willen, der treu ist, um des Heiligen Israels willen, der dich erwählt hat.
So spricht der Herr: Zur Zeit der Gnade will ich dich erhören, am Tag der Rettung dir helfen. Ich habe dich geschaffen und dazu bestimmt, der Bund zu sein für das Volk, aufzuhelfen dem Land und das verödete Erbe neu zu verteilen, den Gefangenen zu sagen: Kommt heraus!, und denen, die in der Finsternis sind: Kommt ans Licht! Auf allen Bergen werden sie weiden, auf allen kahlen Hügeln finden sie Nahrung. Sie leiden weder Hunger noch Durst, Hitze und Sonnenglut schaden ihnen nicht. Denn er leitet sie voll Erbarmen und führt sie zu sprudelnden Quellen.
Lesung aus dem Buch Genesis 31,3-16:
Da sagte der Herr zu Jakob: Kehr zurück in das Land deiner Väter und zu deiner Verwandtschaft! Ich bin mit dir. Jakob ließ Rahel und Lea auf das Feld zu seiner Herde rufenund sagte zu ihnen: Ich sehe am Gesicht eures Vaters, dass er mir nicht mehr so gesinnt ist wie früher. Aber der Gott meines Vaters war mit mir.
Ihr wisst, dass ich mit allen Kräften eurem Vater gedient habe. Aber euer Vater hat mich hintergangen und meinen Lohn zehnmal geändert; Gott freilich hat ihn daran gehindert, mich zu schädigen. Sagte er, die Gesprenkelten sollen dein Lohn sein, dann warfen alle Tiere gesprenkelte Junge; sagte er, die Gestreiften sollen dein Lohn sein, dann warfen alle Tiere gestreifte Junge. Gott hat eurem Vater den Viehbestand entzogen und ihn mir gegeben.
Zur Zeit, da die Tiere brünstig waren, hatte ich einen Traum; ich sah: Gestreifte, gesprenkelte und fleckige Böcke besprangen die Tiere.
Der Engel Gottes sprach im Traum zu mir: Jakob! Ich antwortete: Hier bin ich. Dann sprach er: Schau hin: Alle Böcke, welche die Tiere bespringen, sind gestreift, gesprenkelt oder gefleckt. Ich habe nämlich alles gesehen, was dir Laban antut.
Ich bin der Gott von Bet-El, wo du das Steinmal gesalbt und mir ein Gelübde gemacht hast. Jetzt auf, zieh fort aus diesem Land und kehr in deine Heimat zurück!
Rahel und Lea antworteten ihm: Haben wir noch Anteil oder Erbe im Haus unseres Vaters? Gelten wir ihm nicht wie Fremde? Er hat uns ja verkauft und sogar unser Geld aufgezehrt.
Ja, der ganze Reichtum, den Gott unserem Vater weggenommen hat, uns gehört er und unseren Söhnen. Nun also, tu jetzt alles, was Gott dir gesagt hat.
Lesung aus dem Buch der Sprichwörter 21,3-21:
Gerechtigkeit üben und Recht ist dem Herrn lieber als Schlachtopfer. Hoffart der Augen, Übermut des Herzens - die Leuchte der Frevler versagt.
Die Pläne des Fleißigen bringen Gewinn, doch der hastige Mensch hat nur Mangel. Wer Schätze erwirbt mit verlogener Zunge, jagt nach dem Wind, er gerät in die Schlingen des Todes.
Gewalttat reißt die Frevler hinweg, denn sie weigern sich, das Rechte zu tun.
Der Weg des Unehrlichen ist gewunden, aber das Tun des Lauteren ist gerade.
Besser in einer Ecke des Daches wohnen als eine zänkische Frau im gemeinsamen Haus.
Das Verlangen des Frevlers geht nach dem Bösen, sein Nächster findet bei ihm kein Erbarmen. Muß der Zuchtlose büßen, so wird der Unerfahrene weise, belehrt man den Weisen, so nimmt er Einsicht an.
Der Gerechte handelt klug am Haus des Frevlers, wenn er die Frevler ins Unheil stürzt.
Wer sein Ohr verschließt vor dem Schreien des Armen, wird selbst nicht erhört, wenn er um Hilfe ruft. Eine heimliche Gabe besänftigt den Zorn, ein Geschenk aus dem Gewandbausch den heftigen Grimm. Der Gerechte freut sich, wenn Recht geschieht, doch den Übeltäter versetzt das in Schrecken. Wer abirrt vom Weg der Einsicht, wird bald in der Versammlung der Totengeister ruhen. Der Not verfällt, wer Vergnügen liebt, wer Wein und Salböl liebt, wird nicht reich. Für den Gerechten dient der Frevler als Lösegeld, anstelle des Redlichen der Treulose. Besser in der Wüste hausen als Ärger mit einer zänkischen Frau.
Ein kostbarer Schatz ist in der Wohnung des Weisen, aber ein törichter Mensch vergeudet ihn. Wer nach Gerechtigkeit und Güte strebt, findet Leben und Ehre.

In der Kirche feiern wir heute das Gedächtnis unseres Vaters unter den Heiligen Kyrill, des Erzbischofs von Jerusalem.
Alleluia:
Kondakion, 1. Ton:
Mit deiner Zunge hast du, o Weiser, * kraft Göttlicher Eingebung * dein Volk erleuchtet, * allein die Dreifalt zu verehren: * Die der Natur nach ungeteilte, * nach den Personen aber geschiedene; * wir aber feiern deshalb voller Freude * dein allheiliges Gedächtnis ** und stellen dich Gott als Fürbitter vor.