Gottesfurcht

19. November 2021

Gottesfurcht

Mosaikdarstellung der byzantinischen Kaiserin Theodora mit ihrem Gefolge

Eine byzantinische Kaiserin verlor während einer Ausfahrt eine ihrer wertvollen Schmuckschatullen. Gemäß ihrem Befehl wurde allen bekannt gegeben, dass der, der die Schatulle innerhalb von dreißig Tagen zurückbringt, reich belohnt wird. Wer sie aber nach diesem Zeitraum zurück gibt, wird mit dem Tod bestraft.

Altvater Samuel fand die verlorenen Kostbarkeiten, aber er beeilte sich nicht, sie zurückzubringen, sondern kam erst nach dem bekannt gegebenen Termin an den Hof der Kaiserin. Die Wächter brachten ihn zur Herrscherin. Sie schaute mit Verwunderung auf den Altvater, der sich verspätet hatte. “Du warst verreist?”, fragte sie ihn. “Nein, ich war zu Hause”, antwortete er. “Dann könnte es sein, dass Du den Befehl nicht gehört hast? Warum bist Du nach dem vorgegebenen Termin gekommen? Du weißt, dass jetzt der Tod auf Dich wartet?", fragte ihn die Kaiserin.

Er aber antwortete ihr: “Ich gebe Dir Deinen Schmuck nicht aus Angst vor Bestrafung zurück, sondern aus Gottesfurcht.”

Als die Kaiserin dies hörte, schämte sie sich wegen ihres Befehls und nahm ihn zurück. Den gottesfürchtigen Altvater entließ sie in Frieden nach Hause.

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