Ikone der Gottesmutter von Iweron

6. Mai 2022

Ikone der Gottesmutter von Iweron

Das Fest zu Ehren der Muttergottesikone Iwerskaja wird dreimal im Jahr begangen, und zwar am 25. (12.) Februar, am 26. (13.) Oktober und am Dienstag der Lichten (Oster-) Woche.

Die Ikone der Gottesmutter von Iweron, auch Gottesmutter von der Pforte genannt, befindet sich heute im georgischen Kloster Iviron (russ. Iweron) auf dem Berg Athos in Griechenland. Sie zählt zu den wichtigsten Ikonen der Gottesmutter in der orthodoxen Kirche.

Die Ikone der Gottesmutter von der Pforte wird auch nach ihrer griechischen Bezeichnung Panagia Portaitissa (griechisch: Παναγία Πορταΐτισσα) genannt. Weitere Benennungen sind – nach ihrem heutigen Aufbewahrungsort – Jungfrau von Iviron, iberische Madonna oder auch Iwerskaja, nach dem in Russland gebräuchlichen Namen (Иверская икона).

Ikonentypus

Die Ikone der Gottesmutter von der Pforte gehört nach der Art ihrer Darstellung der Muttergottes zum byzantinischen Typus der Hodegetria. Ihre Darstellung ist vergleichbar mit der Ikone der Gottesmutter von Smolensk und der Schwarzen Madonna von Częstochowa, die ebenfalls zu diesem Typus zählen.

Auf der Iwerskaja-Ikone trägt die Allheilige Gottesgebärerin das Kind auf dem linken Arm; die rechte Hand weist im Gebet auf den Erlöser. Der Kopf des Erlösers ist erhoben, und sein Gesicht ist ein wenig der Gottesmutter zugewandt, die Ihm ihr Haupt zuneigt. Auf der rechten Wange der Gottesmutter ist eine Wunde dargestellt, aus der Blut fließt. Sie ist das besondere Merkmal, an dem man die Iwerskaja erkennen kann.

Originalikone im Kloster Iweron auf dem Athos

Originalikone im Kloster Iweron auf dem Athos

Die Geschichte dieses heiligen Bildes

Eine fromme Witwe, die nahe der Stadt Nikäa wohnte, die unweit von Konstantinopel liegt, hatte eine wundertätige Ikone der Gottesmutter. Es war dies im IX. Jahrhundert, zur Zeit der ikonoklastischen Häresie und der grausamen Verfolgung der Ikonenverehrer. Einmal drangen in das Haus dieser Frau Soldaten des ikonoklastischen Kaisers Theophilos ein, welche die Ikone holen und vernichten sollten. Die Witwe flehte sie an, bis zum nächsten Tag zu warten. Aber einer der Soldaten, von dämonischer Bosheit getrieben, schlug mit seinem Speer in das Gesicht der Gottesmutter. Aus der verletzten Stelle auf der Ikone floss wie aus einem lebendigen Körper Blut.

Da die Witwe die wundertätige Ikone vor weiterer Lästerung schützen wollte, warf sie sie ins Meer. Die Ikone begann aufrecht stehend auf den Wellen zu schwimmen, als ob sie jemand halten würde. Der Sohn der frommen Frau, der Zeuge dieser Ereignisse geworden war und später Mönch auf dem Berg Athos wurde, erzählte den Athosmönchen davon, wie seine Mutter die Ikone dem Meer übergeben hatte.

Viele Jahre vergingen bis eines Tages die Mönche des Iweron-Klosters auf dem Athos im Meer eine Feuersäule bemerkten, die bis zum Himmel reichte und über einer Muttergottesikone stand. Nach inständigem Gebet der Mönche erschien die Mutter Gottes dem greisen Mönch Gabriel im Traum und trug ihm auf, über das Meer zu gehen, um die Ikone zu holen. Der alte Mönch erfüllte im festen Glauben den Auftrag der Gebieterin, und nachdem er ohne Angst über das Wasser wie über festes Land geschritten war, nahm er das wundertätige Bild in seine Hände. Die Mönche des Iweron-Klosters empfingen die heilige Ikone mit Freude und Ehrerbietung und brachten sie in die Kirche. Aber am nächsten Tag sahen sie, dass sich die Ikone nicht in der Kirche, sondern über dem Klostertor befand. Die Mönche brachten die Ikone in die Kirche zurück, aber am nächsten Morgen befand sie sich wieder am gleichen Platz über dem Klostertor. Das wiederholte sich einige Male, bis die Allheilige Gottesmutter dem ehrwürdigen Gabriel ihren Willen kundtat. Sie sagte, dass sie nicht von den Mönchen beschützt werden wolle, sondern selbst deren Beschützerin werde, nicht nur im irdischen, sondern auch im ewigen Leben.

Über dem Klostertor wurde eine Kirche zu Ehren der Gottesgebärerin erbaut, und die wundertätige Ikone wurde dort aufgestellt, wo sie sich bis heute befindet. Seit jener Zeit heißt die Ikone Iwerskaja.

Die Geschichte des Iweron-Klosters kennt viele Begebenheiten der wunderbaren Hilfe der Mutter Gottes: Befreiung von Barbaren, Vermehrung von Weizen-, Wein- und Ölvorräten und Heilung von Kranken. Die Kunde von der wundertätigen Ikone erreichte auch Russland. Der Archimandrit des Novospasskij-Klosters, Nikon (der spätere Patriarch), wandte sich an den Archimandriten des Iveron-Klosters, der damals in Moskau weilte, mit der Bitte, eine Kopie des wundertätigen Bildes nach Russland zu schicken. Der Athosmönch Iamwlich Romanov malte eine Kopie, und am 14. Oktober 1648 wurde dieses Bild nach Moskau gebracht. Diese Ikone wurde, wie auch andere Kopien der Iwerskaja, durch zahlreiche Wunder bekannt.

Griechische Kopie der Gottesmutterikone

Griechische Kopie der Gottesmutterikone

Festhymnen der Ikone der Allheiligen Gottesgebärerin genannt „Iwerskaja“

1. Troparion von der Ikone, 1. Ton:

Die Frechheit derer, die das Bild des Herren hassen * die Macht der Ungläubigen kam gottlos bis Nikäa * und ihre Abgesandten misshandeln dort unmenschlich eine Witwe, * die da fromm das Bild der Gottesgebärerin verehrt; * doch sie wirft mit ihrem Sohne nächtens die Ikone ins Meer und ruft: * Ehre sei dir, o Allreine, * denn das undurchschreitbare Meer * leiht dir seine Schulter; * Ehre deinem glücklichen Durchzug, ** o einzig Unversehrte!

2. Troparion von der Ikone, 1. Ton:

Deine hl. Ikone * o Herrin, Gottesgebärerin, * schenkt reichlich Heilung und Genesung, * allen, die da gläubig und voll Liebe * zu ihr gezogen kommen; * so such auch meine Schwäche heim * und erbarm dich meine Seele * und heil in deiner Barmherzigkeit auch meinen Leib ** o gütige Allreine.

Kondakion, 8. Ton

Auch wenn deine hl. Ikone, Gottesgebärerin, ins Meer geworfen wurde * von der Witwe, die sie vor den Feinden nicht schützen konnte * so erschien sie doch als Beschützerin des Athos * und als Torwächterin des Klosters Iweron * hast du die Feinde abgeschreckt * und allen in den rechtgläubigen russischen Landen, * die dich ehren, * schenkst du vor Unheil und Plagen Rettung.

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