Lebensbeschreibung des Heiligen Nikolaus (Teil 4)

21. Dezember 2021

Vitaikone des heiligen Nikolaus

Vitaikone des heiligen Nikolaus

Leben, Wirken und Erzählung einiger Wundertaten unseres Heiligen unter den Vätern, Nikolaus, des Erzbischofs von Myra in Lykien

Hilfe in Seenot

Einst segelten Seeleute übers Meer. Plötzlich erhob sich ein schweres Unwetter mit heftigem Sturm. Ihnen war klar, dass sie in Gefahr waren, mit ihrem Schiff unterzugehen und auf diese Weise zu sterben. Mit großer Mühe gelang es ihnen, des heiligen Nikolaus zu gedenken und seinen Namen laut um Hilfe anzurufen. Unser seliger Vater Nikolaus hörte sogleich, dass sie im Unglück und aus großer Angst zu ihm riefen. Er rettete sie mit Gottes Hilfe aus der Todesgefahr, geleitete sie bis zum sicheren Hafen und gab ihnen das Selbstvertrauen zurück. Als sie von Schiff gegangen waren, suchten sie ihren Retter auf und fielen vor ihm nieder, um ihm zu danken. Da der Hl. Nikolaus die Gabe der Herzensschau besaß, konnte er in die Tiefe der Seelen dieser Männer blicken und schaut dort ihre Ungerechtigkeit, Habsucht und viele böse Taten, die sie begangen hatten. Der Bischof mahnte sie, von diesem Tun zu lassen, ihre Herzen zu reinigen und ihre Leiber zu heiligen.

Versorgung mit Getreide

Einmal, als im Gebiet von Lykien kein Getreide mehr vorhanden war, steuerten Seeleute ihre mit Korn beladenen Schiffe auf der Fahrt nach Konstantinopel einen Hafen dieser Gegend an. Die Menschen der Hafenstadt benachrichtigten den heiligen Nikolaus. Der Heilige forderte die Schiffseigner auf, ein wenig Getreide von jedem Schiff zu entladen, damit die Menschen in Lykien nicht an Hunger sterben müssen. Doch diese erwiderten, dass sie Staatsgetreide transportieren, das für die Kaiserstadt bestimmt sei. Doch der heilige Nikolaus versprach ihnen Straffreiheit in Konstantinopel, wenn sie von jedem Schiff 100 Maß Getreide entnehmen. Diesem Vorschlag folgten die Schiffer bereitwillig und gaben das Getreide her. Danach verließen sie diesen Hafen und segelten unter einem günstigen Wind weiter nach Byzanz. Als sie das Getreide abwiegen ließen, fanden sie ihre Schiffsladung so vor, wie sie sie in Alexandrien übernommen hatten. Darüber waren sie sehr erstaunt und erzählten in der Stadt von diesem staunenswerten Wunder des heiligen Nikolaus. Und alle lobten Gott, der immer denen seine Hilfe erweist, die ihn lieben.

Allein durch seine Erscheinung, die Wohlgerüche der Heiligkeit verströmte, gelang es dem heiligen Nikolaus Menschen von ihren falschen Wegen abzubringen, sie zur Umkehr zu bewegen und schließlich auf den schmalen Pfad der Nachfolge Christi zu geleiten.

Tod und wundertätiges Myron

Nach vielen Jahren segensreichen Wirkens als Bischof in Myra verließ der heilige Nikolaus das vergängliche Leben und kehrte heim ins Reich der ewigen Ruhe. Nun jubelt er mit den Chören der Engel und freut sich mit allen Heiligen im Himmel. Ohne Unterlaß wirkt er als Fürsprecher, die zu ihm vertrauensvoll rufen.

Sein teurer, gesalbter Leib wurde in der nach ihm benannten Kirche beigesetzt, und sogleich floß aus ihm angenehm duftendes Myronöl. Es bewirkt rettende und Unglück abwehrende Heilung zur Ehre Christi, unseres wahrhaftigen Gottes, der Nikolaus auf diese Weise geehrt hat.

Fortdauernde Wunder

Von jener Zeit an bis in unsere Tage erscheint nach Gottes Willen die Gnade der Wundertaten des Nikolaus, unseres heiligen Vaters und des Beschützers der ganzen Welt. Stets fließt die Quelle seiner Wohltaten für die Bedürftigen. Wir werden keinen Menschen finden, der sich im Unglück befindend zu ihm, dem heiligen Nikolaus, Zuflucht nahm im Gebet, keine schnelle Erhörung und Hilfe erfahren hätte. Es erscheint unmöglich alle seine erstaunlichen und leuchtenden Wunder, seine unbegreiflichen Erscheinungen und Prophezeihungen klar genug darzulegen, um deren innewohnendes Geheimnis den Lesern nahe zu bringen.

Kampf gegen dämonische Mächte

Ein besonders staunenswertes Ereignis, das sich nach seinem Tode zugetragen hatte, möchten wir noch hinzufügen. Nachdem Nikolaus, unser Vater unter den Heiligen und der überall berühmte Hohepriester Christi, zu Gott heimgekehrt war, regte er die gottesfürchtigen Familien in jedem Volk auf der ganzen Erde an, zu seinem Ruhm und seiner Verehrung zu seinem Grab zu pilgern. Unter ihnen befanden sich Menschen aus einem fernen und großen Land, die der Heilige zu sich zog und mit seiner Liebe entflammte. Sie trafen Vorbereitungen, sein duftendes und heilendes Myronöl als Andenken zu holen.

Ein boshafter und Unglück bringender Dämon bemerkte sie. Er hatte früher im Heiligtum der Artemis gewohnt, war aber von dort mit seinen Gefährten durch den heiligen und wundertätigen Vater Nikolaus vertrieben worden. Er verwandelte sich in eine Frau und übergab ein Gefäß als Geschenk für den Heiligen. Die Leute nahmen also das Gefäß mit, und fuhren auf dem Seeweg nach Myra. In der folgenden Nacht erschien der heilige Nikolaus einem der Pilger im Traum. Er gebot dem Mann, das Gefäß über Bord zu werfen in die Tiefe des Meeres. Als der Mann in der Frühe erwachte, führte er sogleich den Wunsch des Heiligen aus. Im Meer erhob sich ein Getöse, die Wassermassen brodelten und türmten sich auf und all dies erzeugte bei den Seefahrern Schrecken und Entsetzen. Wiederum kam ihnen der heilige Vater Nikolaus zu Hilfe, gebot dem dämonischen treiben Einhalt und entriss sie der Todesgefahr. Als das Schiff letztendlich anlandete, wurde in ihren Herzen ein Licht der Freude entzündet. Sie dankten Gott für ihre Rettung.

Wir sind davon überzeugt, dass viele Menschen, die er seiner Liebe gewürdigt hat und die durch ihn den Ruf zum Heil vernommen und sich am engelgleichen Leben beteiligt haben, ebenfalls Wunder vollbracht, da sie nach Kräften seine Tugend nachgeeifert haben.

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