Lobpreis am Donnerstag der Heiligen Woche

13. April 2023

Lobpreis am Donnerstag der Heiligen Woche

Troparion

Als die herrlichen Jünger durch die Waschung beim Mahle wurden erleuchtet, ward der gottvergessene Judas, der an Geldgier krankte, verfinstert. Und gesetzlosen Richtern überliefert er dich, den gerechten Richter. Schaue den Freund des Geldes, der seinetwegen griff nach der Schlinge. Fliehe die unersättliche Seele, die solcher Tat sich vermaß wider den Meister. Du bist gut, mehr als alle, Herr, Ehre sei dir.

Kanon des Kosmas. Erste Ode

Dem von Not zerrissenen Volke wird aufgerissen durch das Rote Meer ein Weg: Die wasserreiche Tiefe wird zu trocknem Land. Dasselbe Meer wird zugleich Unbewaffneten zum Pfad und Bewaffneten zum Grab. Und ein Gott lobpreisend Lied stieg auf zum Himmel. Herrlich tat Christus, unser Gott, sich kund.

Die Weisheit, des Lebens Allgrund und Erschafferin, Gottes unendliche Weisheit hat aus der heiligen, jungfräulichen Mutter ihr Haus sich erbaut. Denn mit dem Tempel des Leibes umhüllt, tat herrlich Christus, unser Gott, sich kund.

Ihre Freunde einweihend in die Mysterien, bereitet Gottes Weisheit die seelennährende Tafel. Mit Ambrosia mischet in Wahrheit sie den Mischkrug den Gläubigen. Fromm laßt hintreten uns und lasset uns rufen: Herrlich tat Christus, unser Gott, sich kund.

Alle ihr Gläubigen, lauschen laßt uns der unerschaffenen und eingeborenen Weisheit Gottes, die uns zu sich ladet, erhabener Kunde. Denn sie ruft: Kostet und, erkennend, daß Christus ich bin, rufet: Herrlich tat Christus, unser Gott, sich kund.

Kanon des Kosmas. Dritte Ode

Als aller Herr und Erschaffer hat der leidlose Gott den Geschaffenen sich in Armut vereint. Und als Pascha, das selber er war, bot er selber denen sich dar, für die sterben er wollte: Kostet, sprach er, meinen Leib, und ihr werdet Kraft erlangen im Glauben.

Als Sühne für der Sterblichen ganzes Geschlecht gabst du dich selbst deinen Jüngern, o Guter, zu trinken und fülltest den Becher der Wonne. Denn du selber opferst dich selbst. Trinket, sprachst du, mein Blut, und ihr werdet Kraft erlangen im Glauben.

Töricht der Mann, der von euch wird zum Verräter, so sagtest du, Langmütiger, deinen Jüngern voraus. Nicht wird er solches erkennen. Und er wird, da er nicht klug ist, nicht es verstehn. Gleichwohl bleibet in mir, und ihr werdet Kraft erlangen im Glauben.

Kathisma

Da, Herr, mit deinen Jüngern du saßest beim Mahle, tatest mystisch dein allheiliges Opfer du kund, durch das wir vom Verderben wurden erlöst, wir, die deine heiligen Leiden verehren.

Kanon des Kosmas. Vierte Ode

Als der Prophet im voraus dein unsagbares Mysterium schaute, o Christus, da hat er als Seher gesagt: Als mächtig hast du erwiesen die Liebe der Kraft, Vater, Erbarmender. Denn deinen einziggeborenen Sohn, o Guter, hast du als Sühne gesandt in die Welt.

Schreitend zum Leiden, das allen Adamskindern Gelassenheit quillt, Christus, hast du deinen Freunden gesagt: Mich hat verlangt, mit euch dieses Pascha zu kosten, da mich, den Einziggeborenen, der Vater als Sühne gesandt in die Welt.

Mit ihnen aus dem Mischkruge kostend, hast du, Unsterblicher, den Jüngern gesagt: Nicht mehr werde mit euch lebend ich fürderhin trinken von des Weinstockes Frucht, da mich, den Einziggeborenen, der Vater als Sühne gesandt in die Welt.

Einen neuen, unsagbaren Trank, so sage den Freunden ich, werde in meinem Reiche ich trinken. Denn als Gott werde mit euch als Göttern verbunden ich sein, hast du, o Christus, gesagt, da mich, den Einziggeborenen, der Vater als Sühne gesandt in die Welt.

Kanon des Kosmas. Fünfte Ode

Durch das Band der Liebe vereinend sich, sind die Apostel Christi Auftrag gefolgt, der über alle regieret, und sie ließen die erhabenen Füße sich waschen, allen verkündend den Frieden.

Gottes Weisheit, die das unbändige, überschäumende Wasser in den Lüften beherrschet und zäumt die Tiefen und zähmt die Meere, schüttet Wasser ins Becken, und es wäscht die Füße der Knechte der Herr.

Den Jüngern stellt dar ein Bild der Demut der Herr. Der mit Gewölke das Himmelsgewölbe umhüllt, umgürtet mit Linnen sich und beuget das Knie, die Füße der Knechte zu waschen. Und in seiner Hand ist aller Seienden Odem.

Kanon des Kosmas. Sechste Ode

Der Sünden tiefster Abgrund hat rings mich eingeschlossen. Und da ich den Ansturm nicht mehr tragen kann, ruf ich zu dir, dem Herrn, wie Jonas: entreiße dem Verderben mich.

Ihr nennt mich Herr, o Jünger, Meister mich. Ich bin es auch, so hast, Erlöser, du gesagt, Drum ahmet nach das Vorbild, ahmt das Wesen nach, das ihr in mir geschaut.

Wer vom Schmutze rein, braucht nur an seinen Füßen rein zu sein. Auch ihr, o Jünger, ihr seid rein. Doch alle nicht. Denn einer von euch, wer könnte fassen es, rast ins Verderben.

Lobpreis am Donnerstag

Kontakion und Oikos

Der Verräter, der das Brot nahm in die Hände, heimlich streckte die Hände er aus und empfing für jenen den Preis, der mit seinen Händen den Menschen gebildet. Und unverbesserlich blieb Judas, der listige Knecht.

In Scheu uns nahend dem mystischen Mahle, laßt mit reinen Seelen uns alle nehmen das Brot, bei dem Meister verharrend, daß wir schauen, wie er wäscht die Füße der Jünger, und handeln nach dem, was wir geschaut, unterordnend uns untereinander, waschend einander die Füße. Denn so hat Christus seinen Jüngern gesagt. Aber nicht hörte Judas darauf, der listige Knecht.

Kanon des Kosmas. Siebente Ode

Die Jünglinge in Babylon bangten nicht vor der Flammen Glut, nein, mitten hineingestürzt in die Gluten, wurden besprengt sie mit Tau und sie sangen: Du bist gepriesen, o Herr, Gott unser Väter.

Gesenkten Hauptes hat Judas Böses vorsichtig im Schilde geführt, nach der rechten Gelegenheit suchend, zur Verurteilung preiszugeben den Richter, der da ist aller Herr, der Gott unsrer Väter.

Einer aus euch, hat Christus den Freunden gesagt, wird mich verraten. Vergessend der Freude, wurden von Angst und Furcht sie befallen. Wer ist es sagten sie, sprich, Gott unsrer Väter.

Der mit mir verwegen die Hand taucht in die Schale, dem hätte gefrommt es, des Lebens Pforten nie zu durchschreiten. Ihn hat mit seinen Worten entlarvt der Gott unsrer Väter.

Kanon des Kosmas. Achte Ode

Für der Väter Gesetze ließen die Jünglinge in Babylon, die hochgepriesenen, sich Gefahren gefallen und widerstanden des Königs rücksichtslosem Befehl. Und vereinigt dem Herrn, der sie vor dem Feuer bewahrte, ließen sie die des Gebieters würdige Hymne erschallen: Ihr Werke, preiset in Hymnen den Herrn und erhebet ihn in die Äonen.

Die am Mahle teilnahmen auf Sion, die Apostel, die hochgepriesenen, folgten, ergeben dem Wort, wie dem Hirten die Lämmer, und mit Christus vereint, von dem sie nicht trennen sich ließen, ernährt vom göttlichen Wort, riefen sie dankbar: Ihr Werke, preiset in Hymnen den Herrn und erhebet ihn in die Äonen.

Auf der Liebe Gesetz hat Iskariot, des Name unselig, im Herzen verzichtet, die Füße, die er waschen sich ließ, zum Verrate gewandt. Und genießend dein Brot, den göttlichen Leib, hat er wider dich, Christus, die Ferse erhoben. Nicht verstand er zu rufen: Ihr Werke, preiset in Hymnen den Herrn und erhebet ihn in die Äonen.

Abschied nahm er von dem Leib, der sühnet die Sünde, der Tor, und vom göttlichen Blut, das vergossen ward für die Welt. Doch nicht scheute er sich, das Blut zu trinken, das er verkaufte für Geld. Nicht hat er sich über die Bosheit entrüstet, verstand nicht zu rufen: Ihr Werke, preiset in Hymnen den Herrn und erhebet ihn in die Äonen.

Kanon des Kosmas. Neunte Ode

Kommt, von des Herren Gastmahl und seiner unsterblichen Tafel laßt uns im Obergemache, hohen Sinnes. Gläubige, kosten, erkennend aus seinem Wort das Wort, das mit hinaufstieg, dem wir darbringen Peis.

Geht, sprach zu den Jüngern das Wort, bereitet in dem Obergemache das geistige Pascha für die, welche mit dem ungesäuerten Worte der Wahrheit ich heilige, und der Allgewalt der Gnade bringt Preis.

Als den Weltenbildner zeugt der Vater vor den Äonen mich, die Weisheit, den Anfang der Wege, und setzte mich ins Werk, was jetzt sich mystisch vollendet. Denn wenn auch als Logos unerschaffen von Natur, mache ich mir doch die Worte zu eigen über die von mir jetzt angenommene Menschennatur.

Wie ein Mensch ich bin, in Wahrheit, nicht zum Scheine, so ist in Wechselbeziehung göttlich die Natur, die sich mir zur Einheit verband. Als den einen Christus drum erkennet mich, mich, der ich bewahre, woraus ich bin, worin ich bin, was ich bin.

Exaposteilarion

Dein Brautgemach schau ich, mein Heiland, geschmückt. Nicht hab ein Gewand ich, daß ich eintreten darf. Mach leuchtend, Lichtspender, meiner Seele Gewand und sei mein Erretter.

Troparion

Zu deinem mystischen Mahle, Gottes Sohn, lade heute mich als Tischgenossen ein. Denn ganz gewiß nicht will ich das Geheimnis deinen Feinden verraten. Nicht werde ich einen Kuß dir geben wie Judas, nein, gleich dem Räuber bekenne ich dir: Gedenke meiner, Herr, wenn du kommst in dein Reich.

Zur Fusswaschung

Zur Fusswaschung

Der du dich mit einem Linnen umgürtet und den Jüngern die Füße gewaschen, Christus, o Gott, wasche ab den Schmutz unsrer Seele und umgürte uns mit geistigem Licht, damit deine Gebote wir halten und lobsingend deine Güte in Hymnen preisen, o Herr.

Einer großen Gnade sollen teilhaft wir werden. Drum, Gläubige, lasset uns in Ehrfurcht zur heiligen Fußwaschung schreiten, nicht vom Schmutze des Fleisches uns reinigend, nein, heiligend mystisch die Seelen. Denn Christus, unser Erlöser, der auf die Erde herabschaut und sie erzittern läßt, er neigt sich und ergreifet die staubigen Füße, sichern Schritt gewährend wider jede Feindesgewalt. Zu ihm laßt dankbar uns rufen: Der du als besten Weg zur Erhöhung die Demut uns wiesest, als der Menschen Freund sei, Gütiger, unser Erretter.

Es scheute sich Petrus, seine Füße waschen zu lassen von den heiligen Händen, die den Adam gebildet. Doch er hörte das Wort: Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir. Und so rief er denn, von großer Furcht geängstigt: Herr, wasche nicht nur die Füße, nein, die Hände auch und das Haupt. O der großen Gaben des Herrn. Teilhaft der Gnade macht er seine Jünger, verspricht ihnen, daß sie in der unsagbaren Herrlichkeit teilhaben sollen an ihm, wie er auch sagte beim mystischen Tranke, er werde mit ihnen aufs neue ihn trinken im Reiche der Himmel. Dieses Reiches würdige auch uns in deiner Güte und Menschenfreundlichkeit.

Von Satans Schlummer befallen, ist Judas entschlafen zum Tod. Eine Zeit gibt´s zum Wachen, eine Zeit, nüchtern zu sein. Klagen soll das Herz, die Augen sollen in Tränen zerfließen. In Psalmen laßt uns wach uns erhalten. Denn groß ist des Kreuzes Macht. Christus steht vor den Toren. Es nahet das Pascha, das geopfert wird. Ehre sei dir, Christus, o Gott, Ehre sei dir.

Aufrufe: 273
Ratings: 0/5
Votes: 0
Mehr zum thema
Artikel zum Thema
Comment