
Lesung aus dem zweiten Brief des Hl. Apostels Paulus an Timotheos 3,1-9:
Das sollst du wissen: In den letzten Tagen werden schwere Zeiten anbrechen.
Die Menschen werden selbstsüchtig sein, habgierig, prahlerisch, überheblich, bösartig, ungehorsam gegen die Eltern, undankbar, ohne Ehrfurcht, lieblos, unversöhnlich, verleumderisch, unbeherrscht, rücksichtslos, roh, heimtückisch, verwegen, hochmütig, mehr dem Vergnügen als Gott zugewandt. Den Schein der Frömmigkeit werden sie wahren, doch die Kraft der Frömmigkeit werden sie verleugnen. Wende dich von diesen Menschen ab.
Zu ihnen gehören die Leute, die sich in die Häuser einschleichen und dort gewisse Frauen auf ihre Seite ziehen, die von Sünden beherrscht und von Begierden aller Art umgetrieben werden, Frauen, die immer lernen und die doch nie zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen können. Wie sich Jannes und Jambres dem Mose widersetzt haben, so widersetzen sich auch diese Leute der Wahrheit; ihr Denken ist verdorben, ihr Glaube bewährt sich nicht.
Doch sie werden wenig Erfolg haben, denn ihr Unverstand wird allen offenkundig werden, wie es auch bei jenen geschehen ist.
Aus dem Hl. Evangelium nach Lukas 20,45 - 21,4:
Jesus sagte vor dem ganzen Volk zu seinen Jüngern: Hütet euch vor den Schriftgelehrten! Sie gehen gern in langen Gewändern umher, lieben es, wenn man sie auf den Straßen und Plätzen grüßt, und wollen in der Synagoge die vordersten Sitze und bei jedem Festmahl die Ehrenplätze haben. Sie bringen die Witwen um ihre Häuser und verrichten in ihrer Scheinheiligkeit lange Gebete. Aber um so härter wird das Urteil sein, das sie erwartet.
Er blickte auf und sah, wie die Reichen ihre Gaben in den Opferkasten legten.
Dabei sah er auch eine arme Witwe, die zwei kleine Münzen hineinwarf. Da sagte er: Wahrhaftig, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr hineingeworfen als alle anderen.
Denn sie alle haben nur etwas von ihrem Überfluss geopfert; diese Frau aber, die kaum das Nötigste zum Leben hat, sie hat ihren ganzen Lebensunterhalt hergegeben.

Am heutigen Tag begehen wir in der Kirche das Fest unseres Vaters unter den Hll. Gregorios des Theologen, Erzbischofs von Konstantinopel.
Troparion, 1. Ton:
Die Hirtenflöte deiner Theologie * besiegte die Posaunen der Rhetoren, * denn als die Tiefen des Geistes du erforschtest, * ward dir auch die Schönheit des Ausdrucks verliehn; * wohlan, Vater Gregorios, * bitt’ Christus, unsern Gott, ** dass Er unsere Seelen errette.
Kondakion, 3. Ton, nach: Die Jungfrau:
Nachdem du, o Ruhmreicher, * mit deiner gottkündenden Zunge * die Wortgewebe der Rhetoren zerrissen, * hast du die Kirche mit dem im Himmel gewobenen * Kleid des Rechten Glaubens geziert, * das sie nun trägt und mit uns, deinen Kindern, singt: * sei gegrüßt, o Vater, ** scharfsichtigster Geist du der Gotteslehre.