Sonntag vom verlorenen Sohn 2026

08 Februar 2026

2. Vorfastensonntag 2026

Tageslesungen

Lesung aus dem ersten Brief des Hl. Apostels Paulus an die Korinther 6,12-20:

«Alles ist mir erlaubt» - aber nicht alles nützt mir. Alles ist mir erlaubt, aber nichts soll Macht haben über mich. Die Speisen sind für den Bauch da und der Bauch für die Speisen; Gott wird beide vernichten. Der Leib ist aber nicht für die Unzucht da, sondern für den Herrn, und der Herr für den Leib.

Gott hat den Herrn auferweckt; er wird durch seine Macht auch uns auferwecken. Wisst ihr nicht, dass eure Leiber Glieder Christi sind? Darf ich nun die Glieder Christi nehmen und zu Gliedern einer Dirne machen? Auf keinen Fall!

Oder wisst ihr nicht: Wer sich an eine Dirne bindet, ist ein Leib mit ihr? Denn es heißt: Die zwei werden ein Fleisch sein. Wer sich dagegen an den Herrn bindet, ist ein Geist mit ihm. Hütet euch vor der Unzucht! Jede andere Sünde, die der Mensch tut, bleibt außerhalb des Leibes. Wer aber Unzucht treibt, versündigt sich gegen den eigenen Leib.

Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt und den ihr von Gott habt? Ihr gehört nicht euch selbst; denn um einen teuren Preis seid ihr erkauft worden. Verherrlicht also Gott in eurem Leib!

Aus dem Hl. Evangelium nach Lukas 15,11-32:

Weiter sagte Jesus: Ein Mann hatte zwei Söhne. Der jüngere von ihnen sagte zu seinem Vater: Vater, gib mir das Erbteil, das mir zusteht. Da teilte der Vater das Vermögen auf.

Nach wenigen Tagen packte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land. Dort führte er ein zügelloses Leben und verschleuderte sein Vermögen. Als er alles durchgebracht hatte, kam eine große Hungersnot über das Land und es ging ihm sehr schlecht. Da ging er zu einem Bürger des Landes und drängte sich ihm auf; der schickte ihn aufs Feld zum Schweinehüten. Er hätte gern seinen Hunger mit den Futterschoten gestillt, die die Schweine fraßen; aber niemand gab ihm davon.

Da ging er in sich und sagte: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben mehr als genug zu essen und ich komme hier vor Hunger um.

Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt. Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein; mach mich zu einem deiner Tagelöhner. Dann brach er auf und ging zu seinem Vater. Der Vater sah ihn schon von weitem kommen und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn.

Da sagte der Sohn: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein.

Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Gewand und zieht es ihm an, steckt ihm einen Ring an die Hand und zieht ihm Schuhe an. Bringt das Mastkalb her und schlachtet es; wir wollen essen und fröhlich sein. Denn mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden. Und sie begannen, ein fröhliches Fest zu feiern.

Sein älterer Sohn war unterdessen auf dem Feld. Als er heimging und in die Nähe des Hauses kam, hörte er Musik und Tanz. Da rief er einen der Knechte und fragte, was das bedeuten solle. Der Knecht antwortete: Dein Bruder ist gekommen und dein Vater hat das Mastkalb schlachten lassen, weil er ihn heil und gesund wiederbekommen hat.

Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Sein Vater aber kam heraus und redete ihm gut zu. Doch er erwiderte dem Vater: So viele Jahre schon diene ich dir, und nie habe ich gegen deinen Willen gehandelt; mir aber hast du nie auch nur einen Ziegenbock geschenkt, damit ich mit meinen Freunden ein Fest feiern konnte. Kaum aber ist der hier gekommen, dein Sohn, der dein Vermögen mit Dirnen durchgebracht hat, da hast du für ihn das Mastkalb geschlachtet.

Der Vater antwortete ihm: Mein Kind, du bist immer bei mir, und alles, was mein ist, ist auch dein. Aber jetzt müssen wir uns doch freuen und ein Fest feiern; denn dein Bruder war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden.

Am heutigen Tag begehen wir in der Kirche den 2. Vorfastensonntag, den Sonntag vom verlorenen Sohn.

Auferstehungstroparion, 2. Ton:

Als Du hinabstiegst zum Tode, unsterbliches Leben,* da hast Du die Macht der Hölle durch den Glanz Deiner Gottheit überwunden;* als Du auch die Toten aus der Unterwelt erwecktest,* riefen alle himmlischen Mächte: ** Christus Lebenspender, unser Gott, Ehre sei Dir.

Kondakion, 3. Ton, nach: Die Jungfrau:

Des Vaters Herrlichkeit hab in Torheit ich verlassen * mit Sündern den Reichtum, den Du mir gegeben, vergeudet; * also rufe ich zu Dir mit der Stimme des Verlorenen Sohnes: * ich hab gesündigt vor Dir, o gütiger Vater! ** Nimm mich Reumütigen auf und halte mich wie einen Deiner Tagelöhner.

die Synaxis der Neumartyrer und Bekenner der Russischen Kirche

Außerdem feiern wir die Synaxis der Neumartyrer und Bekenner der Russischen Kirche.

Troparion, 4. Ton:

Ihr Blumen auf der geistlichen Wiese Russlands,* zu Zeiten grausamer Verfolgung wunderbar erblüht,* ihr unzähligen Neumärtyrer und Bekenner,* Hierarchen und Priester,* Mönche und Laien, Männer, Frauen und Kinder,* gute Frucht habt ihr Christus in Geduld gebracht.* Betet zu Ihm, Eurem Pflanzer,* dass Er Sein Volk vor Gottlosen und Bösen behüte,* die Russische Kirche festige* durch euer Blut und eure Leiden** zur Errettung unserer Seelen.

Kondakion, 2. Ton:

Neue russische Leidendulder,* als Bekenner habt ihr den irdischen Lebensweg durchschritten* durch Leiden Freimut erhalten,* betet zu dem euch stärkenden Christus,* dass auch wir, wenn die Stunde der Prüfung kommt* Tapferkeit als göttliche Gabe empfangen.* Seid uns Vorbild, die wir eure Entsagungen ehren,* denn weder Trübsal, noch Trauer, noch Tod** können uns trennen von der Liebe Gottes.

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