Teestunde mit Klostermaus Lisa Teil 61

13 Februar 2026

Klostermaus Lisa

Seid ehrlich!

In Ägypten lebte einst ein Altvater namens Johannes. Einmal nahm er sich eine Münze von einem Bruder und kaufte Leinen zum Nähen. Dann kam ein anderer Bruder zu ihm und sprach: Bruder, gib mir etwas Leinen, ich möchte mir ein Hemd nähen. Johannes gab es ihm mit Freude.

Danach kam ein anderer Bruder und erbat sich auch etwas Leinen. Er wollte sich ein Handtuch nähen. Und der Starez gab es ihm. Und wer ihn auch fragte, allen gab er gleichermaßen mit großer Freude. Bald kam der Geldgeber zu ihm und forderte die geliehene Summe zurück. Doch der Altvater besaß kein Geld.

So beschloss Johannes, sich auf den Weg zum Mönch Jakobus zu machen, der Almosen an arme Christen verteilte. Auf dem Weg zu ihm erblickte der Starez ein auf der Erde liegendes Geldstück, doch er hob es nicht auf. Sondern betend kehrte er in seine Klosterzelle zurück.

Johannes nahm niemals etwas, was ihm nicht gehörte. Am nächsten Tag kam der Bruder, der ihm das Geld geliehen hatte, wieder und forderte sein Geld zurück. Johannes sagte zu ihm: “Ich kümmere mich angestrengt darum.” Und er machte sich erneut auf den Weg zu Jakobus. Er fand das Geld immer noch an seinem Platz liegend und kehrte betend in seine Klosterzelle zurück. Der Bruder kam aber nun ein drittes Mal, um die Schulden einzufordern.

Der Starez sagte sich daraufhin: “Es hilft nichts, ich muss ihm dieses Geld geben.” Er stand auf, ging dorthin, wo das Geld auf dem Weg lag und hob es betend auf. Dann ging er mit ihr zu Jakobus und sagte zu ihm: “Vater! Auf dem Weg zu dir fand ich ein Geldstück; sei so gütig und frage in der Umgebung, ob es nicht etwa jemand verloren hat.”

Jakobus lief drei Tage umher und erzählte vom Fund der Münze, doch sein Besitzer wurde nicht gefunden.

Altvater Johannes

Seht her, wie ehrlich die Mönche waren! Fremdes Eigentum nahm keiner von ihnen.

Jakobus kehrte zu Johannes zurück und sagte ihm, dass er den Besitzer der Münze nicht ausfindig machen konnte. Darauf sagte ihm Johannes: “Wenn niemand das Geld verloren hat, dann gebe ich es dem Bruder, dem ich Geld schulde. Ich fand es, als ich mich auf den Weg zu dir machte, dich um ein Almosen zu bitten, damit ich die Schulden bezahlen kann.

Vater Jakobus wunderte sich über die Reinheit der Seele von Vater Johannes, wie er, obwohl er gegenüber einem Bruder Schulden hatte, das Geld fand, aber es nicht einfach nahm. Und noch mehr wunderte sich Jakobus darüber, dass, wer auch immer zu Johannes kam und etwas borgen wollte, Johannes nichts mit eigenen Händen übergab, sondern sagte: “Bruder! Komm und nimm, was auch immer du brauchst.” Aber wenn der Bruder dann, was er geborgt hatte, zurückbrachte, dann sagte ihm Johannes nur, dass er es dahin zurücklegen soll, von wo er es genommen hat. Wenn jemand jedoch das Geborgte nicht zurückbrachte, erinnerte Johannes ihn auch nicht an seine Schulden.

Für seine Askese erhielt der Starez Johannes von Gott die größte Auszeichnung: er erbte das Reich Gottes.

Und auch wir sollen kein fremdes Eigentum nehmen, aber mit den Nächsten auch das Letzte, was wir besitzen, teilen.

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