Teestunde mit Klostermaus Lisa Teil 64

13 März 2026

Klostermaus Lisa

Was sind Almosen oder worin bestehen die Werke der Barmherzigkeit?

Wer nur sich selbst liebt, kann nicht heilig werden. Doch um Andere zu lieben, muss man lernen, sich in fremdes Leid einzufühlen, Mitgefühl zu empfinden.

Indem der Christ einem anderen Menschen selbstlos Hilfe erweist, wird er ein wenig Gott ähnlich, Der allen Menschen reichlich Erbarmen schenkt.

Einige denken, dass Almosen geben nur darin besteht, Bedürftigen Geld zu kommen zu lassen. Aber in Wirklichkeit ist es jede Hilfe, die wir um Christi willen unseren Nächsten erweisen.

Es gibt sieben leibliche Werke der Barmherzigkeit:

  • Hungrige speisen
  • Durstige tränken
  • Fremde aufnehmen
  • Nackte kleiden
  • Kranke pflegen
  • Gefangene besuchen
  • Tote bestatten

Dabei sollen wir die Leidenden nicht einfach nur mit Geld oder Lebensmitteln unterstützen, sondern ihnen unsere Zeit und Kraft schenken. Nicht immer kann man mit Geld helfen, aber einem Not leidenden seine Aufmerksamkeit schenken und ihn moralisch unterstützen - das kann jeder.

Zu den sieben geistigen Werke der Barmherzigkeit zählen:

  • Die Unwissenden belehren
  • en Zweifelnden raten
  • Die Trauernden trösten
  • Sünder zurechtweisen
  • Beleidiger verzeihen
  • Für Lebende und Verstorbene beten

Freiwillige Werke der Barmherzigkeit können auch ungewollt vollbracht werden, wenn zum Beispiel jemand bestohlen wurde und er dies ohne Murren trägt. Dann wird ihm der Verlust als Almosen gut geschrieben. Oder jemand hat seinem Freund etwas geliehen und dieser hat es nicht zurückerstattet, dann wird ihm dies als Werk der Barmherzigkeit angerechnet.

Auf diese Weise können wir selbst die traurigsten Ereignisse in unserem Leben zu unserem Vorteil nutzen, wenn wir uns ihnen gegenüber auf rechte Weise verhalten. Wenn wir beginnen, uns zu ärgern und zu murren, werden wir das Verlorene sicherlich nicht zurückerhalten und auch für die Seele werden wir keinen Nutzen daraus ziehen können, sodass wir sogar zweierlei Verlust erleiden.

Unser Herr Jesus Christus sagte im Evangelium, dass, wenn jemand um Seinetwillen Bedürftigen hilft, er Christus selbst hilft. Beim Jüngsten Gericht werden unsere Werke der Barmherzigkeit zu unserer Verteidigerin.

Barmherzigkeit

Inwieweit wir den Menschen Barmherzigkeit erweisen, insofern wird Gott sich uns gegenüber barmherzig erweisen. Daraus folgt, dass ein unbarmherziger Mensch, der sich fremden Leid gegenüber gleichgültig verhält, nicht erwarten darf, dass Gott seine Gebete erhört. Denn wenn er nicht den Menschen half, die ihn darum baten, wie kann er erwarten, dass Gott seine Bitten um Hilfe erfüllt.

Es ist besonders lobenswert, sich zu bemühen, seine barmherzigen Werke vor den Augen Anderer zu verbergen. So bekunden wir Achtung gegenüber den Gefühlen jener, denen wir helfen und bewahren sie vor Verlegenheit. Uns selbst aber befreien wir von der Erwartung von Belohnung oder Ruhm durch die Menschen. Dies ist der Weg der Heiligen. Als zum Beispiel der Hl. Nikolaus, der Wundertäter, erfuhr, dass ein Mann in große Armut gefallen war, ging er nachts heimlich zu seinem Haus und warf ein Säckchen Gold hinein. Mit diesem Almosen verewigte er sein Andenken in der ganzen Welt und bis zum heutigen Tag. Denn ob als Weihnachtsmann oder “Santa Claus” trifft der Hl. Nikolaus auch in unseren Tagen auf gläubige Christen bzw. Nichtchristen mit dem Brauch, seine Nächsten heimlich zu beschenken.

Nachdem man einem Menschen Hilfe erwiesen hat, kann man in sich das Gefühl der Wichtigtuerei oder Prahlerei spüren, aus denen sich das Laster der Ruhmsucht entwickeln kann, das wiederum eine sündige Entstellung des Gefühls der Freude und der Güte in der Beziehung zu anderen Menschen ist. Deshalb muss man solche Gedanken, sobald sie auftreten, mit folgendem Gebet unterbinden: “Herr, befreie mich von der Sünde der Ruhmsucht!” Man sollte sich stets daran erinnern, dass allein Gott alle guten Dinge schafft und ein echter Christ spürt Dankbarkeit, dass er an Gottes Werk teilhaben durfte und sich selbst keinen Verdienst zuschreibt. Eine solche innere Einstellung bewahrt uns vor Versuchungen.

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