Teestunde mit Klostermaus Lisa Teil 66

27 März 2026

Klostermaus Lisa

Was verstehen wir unter einer Versuchung?

Versuchung ist eine Verführung, das heißt der Wunsch oder der Antrieb, ein Gebot Gottes zu verletzen. Zum Beispiel hast du etwas Schlechtes getan und in dir erwacht der Gedanke, die Schuld auf einen Anderen abzuwälzen. Eine Versuchung stellt uns stets vor die Wahl.

Wenn wir die Schuld auf einen Anderen abwälzen, dann sind wir Lügner und wir verletzen ein Gebot Gottes, aber wenn wir dies nicht tun, dann werden wir bestraft, aber wir haben ehrlich gehandelt. So wird auch sofort sichtbar, wer uns wichtiger ist: Gott oder unser “Ego” und unsere Angst vor der Strafe.

Oder angenommen, jemand überredet uns, an einer schlechten Sache teilzunehmen, doch dann weigern wir uns, so werden diese Leute uns gegenüber nicht mehr wohlgesinnt sein und uns verspotten. Es ist wieder die Wahl: Gott oder die Meinung anderer über sich.

Aus jeder Versuchung kann man als Sieger oder als Verlierer herausgehen. Wenn du dich der Sünde nicht beugst und Gott gegenüber wahrhaft bleibst, dann hast du gesiegt. Wenn du aber sündigst, dann hast du verspielt. Nach der ersten Niederlage kann man sich noch aus der Affäre ziehen, besonders wenn der Mensch seine Sünde erkennt, bereut, allmählich seine schlechten Seiten aufdeckt und beginnt mit ihnen zu kämpfen. In einem solchen Fall kann uns die Versuchung helfen, die verborgenen Laster aufzudecken, damit wir erkennen, gegen wen wir kämpfen müssen, um unsere Seele zu heilen.

Doch, wenn der Mensch sich nicht nur der Sünde ergab, sondern auch nicht bereut und im Gegenteil seine Sünde rechtfertigt, dann hat er ganz sicher verloren.

Die Versuchung ist eine Prüfung unseres Glaubens auf Festigkeit. Denn ihren Worten nach glauben viele an Gott, aber hier wird in der Tat geprüft, was sie tatsächlich im Herzen tragen. Jener, der wahrhaft an Gott glaubt, handelt bei einer Versuchung gemäß den Geboten Gottes. Doch wer sich der Sünde hingibt, entdeckt die Unvollkommenheit seines Glaubens.

Zu den Versuchungen gehören auch eine große Anzahl von Nöten, die uns im Laufe unseres Lebens treffen können. Oft flüstert uns der Teufel während einer solchen Notlage ein, dass wir auf Gott oder andere Menschen beleidigt sein sollen und anfangen sollen, über unser Leben zu jammern. Wenn wir so handeln, dann wird die Not dadurch nicht kleiner, nur wir selbst werden schlechter und böser, wir verlieren. In Wirklichkeit ist der Grund für unsere Nöte in uns selbst. Hätten wir nicht gesündigt, hätten wir auch nicht solches Unheil angezogen.

Wie das Wasser im Gesicht Schmutz abwäscht, so reinigt die Geduld in verschiedensten Nöten unsere Seele von der Anhänglichkeit an die Sünde. Gott weiß, was jeder Mensch aushalten kann, und er lässt nicht zu, dass jemand über die Maßen versucht wird. Aber nach jeder widerstandenen Versuchung schenkt uns Gott geistliche Freude.

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