Teestunde mit Klostermaus Lisa Teil 68

29 April 2026

Klostermaus Lisa

Wie wirkt die Sünde?

Wie wir uns erinnern, ist die Sünde die Verletzung des von Gott aufgestellten geistlichen Gesetzes, die Nichterfüllung Seines Willens. Man kann durch Tat, Wort, Gedanken, Wunsch und Absicht sündigen. Es gibt große und kleine Sünden. Einige Leute meinen, dass das Wichtigste ist, keine großen Sünden zu begehen, doch den kleinen muss man keine Aufmerksamkeit schenken. Das ist aber eine falsche Sichtweise.

Eines Tages kamen zum heiligen Antonij von Murom zwei Frauen: die eine war betrübt wegen ihrer einen großen Sünde, die andere sagte selbstzufrieden, dass sie keine großen Sünden begangen hätte. Darauf befahl der Starez der ersten Frau, ihm einen großen Stein zu bringen. Die andere aber beauftragte er, viele kleine Steine zu sammeln. Nach wenigen Minuten kehrten die Frauen zurück. Daraufhin sagte ihnen der Altvater: “Jetzt bringt ihr eure Steine genau an die Stelle zurück, woher ihr sie genommen habt und legt sie nieder.” Die Frau mit dem großen Stein fand schnell die Stelle, wo sie ihren Stein aufgehoben hatte. Die Andere aber irrte vergebens umher und suchte die Stelle, wo sie die kleinen Steine gefunden hatte. Schließlich kehrte sie mit ihren Steinen zum Starzen zurück. Der Hl. Antonij erklärte ihnen, was diese Steine bedeuten. Bei der zweiten Frau bedeuteten sie die große Anzahl von Sünden, an die sie sich gewöhnt hatte. Sie beachtete sie nicht und bereute bzw. beichtete sie auch nicht. Sie erinnerte sich nicht an ihre kleinen Sünden, doch sie drückten den trostlosen Zustand ihrer Seele aus. Doch die erste Frau, die ihre Sünde bekannte und unter dieser Sünde litt, wurde sie durch Beichte und Umkehr von ihrer Seele genommen.

Wie wirkt die Sünde?

Wenn der Mensch eine Sünde begeht, hinterläßt diese in seiner Seele eine dunkle Spur. Wiederholt er mehrmals diese Sünde, dann wird es für ihn zur Gewohnheit und in der Seele siedelt sich eine sündige Leidenschaft an. Sie beginnt über den Menschen zu herrschen und zwingt ihn zu sündigen, sogar dann, wenn er dies nicht will.

Wenn man Unkraut ausreißt, aber die Wurzeln in der Erde läßt, dann wird in kurzer Zeit das Unkraut erneut wachsen. Sie ist es auch mit der Leidenschaft, die von unserer Seele Besitz ergriffen hat und nun Sünden gebiert. Deshalb passiert es, dass die Leute häufig ihre Sünden beichten, aber dann doch wieder sündigen. Man muss die Wurzel ausreissen, das heißt die Leidenschaft.

Jesus Christus hat uns gelehrt, die Wurzeln der Sünden zu erkennen und auszumerzen, indem man den Kampf gegen die schlechten Leidenschaften mit der Reinigung des Herzens beginnt.

Es existieren sieben Hauptlaster, aus denen alle anderen Sünden erwachsen, das sind: Hochmut, Habgier, Ausschweifung, Neid, Völlerei, Zorn und Trägheit.

Wie kann man die Sünde besiegen? Durch die ihnen entgegengesetzten Tugenden: Hochmut, Stolz wird durch die Demut besiegt; Habgier durch die Barmherzigkeit; Ausschweifung durch Jungfräulichkeit; Neid durch Liebe; Völlerei durch Enthaltsamkeit; Zorn durch Sanftmut; Trägheit durch Eifer und Fleiß.

Wie du schon weißt, beginnt die Sünde gewöhnlich im Verstand. Zuerst kommt uns der Gedanke zu sündigen und wenn wir uns nicht von diesem Gedanken befreien, beginnt er sich an eine Leidenschaft anzuhängen. Das Laster wiederum bringt uns dazu, diese Sünde tatsächlich zu begehen.

Am besten gehen wir der Sünde aus dem Weg, wenn wir alle Gedanken, die Gott nicht wohlgefällig sind, erst gar nicht in unseren Verstand einzulassen. Wenn das nicht gelingt, dann müssen wir uns im Gebet an den Herrn wenden und ihn bitten, das Er uns vor der Ausführung der Sünde oder einem dummen Wunsch bewahrt.

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