
Einige Menschen bezeichnen sich als Gläubige, aber später verlieren sie ihren Glauben. Dies geschieht insbesondere dann, wenn der Mensch vorsätzlich sündigt und nicht bereit ist, zu bereuen und Buße zu tun. Und es gibt auch Menschen, deren Glauben sich nur im Kopf und in schönen Worten befindet. Solch ein Glaube ist zerbrechlich. Wahrer Glauben entwickelt sich dort, wo der Mensch eine lebendige Beziehung mit Gott besitzt. Er betet und spürt, dass seine Gebete erhört werden. Er schaut auf die Ereignisse seines Lebens und findet in ihnen die Vorsehung Gottes. Er kämpft mit der Sünde und sieht, wie in seiner Seele der sie reinigende Gott wirkt. In seinem Tun erfüllt er die Gebote Gottes und spürt, wie in seinem Herzen die Liebe zu Gott brennt. Wer solch einen Glauben besitzt, verliert ihn bereits nicht. Für ihn beginnt das Paradies bereits jetzt und hier in seinem irdischen Leben.
Stell dir vor, dass ein großes Schiff über das Meer fährt. Viele Passagiere haben den Kapitän niemals gesehen. So beginnen einige zu sagen, dass es auf dem Schiff gar keinen Kapitän gibt und andere behaupten, dass das Schiff nicht von selbst fahren kann und es deshalb einen Kapitän geben muss, aber dennoch sind sie unsicher. Nur die Passagiere, die den Kapitän persönlich kennengelernt und mit ihm gesprochen haben, wissen es genau und sind frei von Zweifeln.

Bemühe dich also um den wahren Glauben, der nur aus der geistlichen Begegnung mit Gott geboren werden kann. Diese Begegnung wird in Ewigkeit dein Schatz werden, den dir keiner mehr nehmen wird.
Einige ungläubige Menschen sagen, dass sie an Gott glauben würden, aber nicht wissen wie sie es tun sollen. Solchen Menschen riet der Hl. Siluan vom Berg Athos häufig mit diesen Worten zu beten: “Herr, wenn es dich gibt, dann offenbare dich mir und ich will dir mein Leben lang dienen.” Auf solch ein demütiges Gebet hin schenkt der Herr ganz sicher den Glauben. Nur ein stolzer Mensch, der niemand dienen will, sondern vielmehr will, dass ale ihm dienen, ist nicht fähig und nicht würdig, Gott zu erkennen.