
Der Mönchsasket Markos aus Ägypten lebte 30 Jahre in seiner Zelle, ohne sie jemals zu verlassen. Er lebte als Einsiedler und pries sein Leben lang Gott. Regelmäßig besuchte ihn ein Priester und brachte Abba Markos die Kommunion.
Als der Teufel die unerschütterliche Geduld von Markos sah, beschloss er, ihn in Versuchung zu führen. Der Teufel wollte den Mönch dazu verleiten, andere abfällig zu beurteilen. Er flüsterte einem anderen Mönch ein, zum Altvater Markos zu gehen und ihn um sein Gebet zu bitten. Doch tatsächlich gelang es dem Teufel, diesen Bruder zu etwas ganz anderem zu verleiten. Der von diesem bösen Geist besessene Bruder kam zu Abba Markos. Er bat ihn zu sich in seine Klosterzelle. Aber der besessene Bruder konnte nicht eintreten und begann von der Schwelle aus zu schreien: “Der Priester, der dich ständig besuchen kommt, hat die schändlichsten Sünden auf sich geladen. Du darfst ihm auf keinen Fall erlauben, noch einmal dein Kellion zu betreten.”

Altvater Markos erkannte sofort, dass der besessene Bruder auf Anweisung des Teufels kam und sagte zu ihm: “Mein Sohn! Alle Brüder werfen ihre Unreinheit von sich, doch du hast sie in mein Haus gebracht. In der Schrift heißt es - Verurteilt nicht, damit auch ihr nicht verurteilt werdet. - Und wenn der Priester ein Sünder ist, wird der Herr ihn retten, denn in der Schrift heißt es auch - Betet füreinander, dann werdet ihr geheilt.”
Nach diesen Worten las der Altvater ein Gebet. Mit diesem trieb er den Dämon aus dem Bruder aus. Der junge Mönch ging geheilt weg.
Als nach seiner Gewohnheit der Priester zu Markos kam, nahm ihn der Abba mit großer Freude und Liebe auf. Gott, der Herr, der die Sanftmut des Altvaters sah, schenkte ihm ein Wunder. Ein Engel selbst kam vom Himmel herab und nahm am Festmahl der beiden teil. Der Priester begann im göttlichen hellen Feuer zu leuchten. Aber Markos erlangte die Gewissheit, dass er das Geschenk Gottes erhielt, weil er den Priester nicht verurteilt hatte. Er hatte nicht auf den boshaften Teufel gehört, sondern Gott dem Herrn vertraut.
Auf diese Weise, mit Unterscheidungsgabe und Weisheit sowie selbstverständlich mit Glauben an die Kraft Gottes kann bei uns immer das Gute das Böse besiegen.