Teestunde mit Klostermaus Lisa Teil 77

05 August 2026

Klostermaus Lisa

Die Wahrheit hat triumphiert!

Eines Tages besuchte Vater Nikon, der in den Bergen wohnte und sich bemühte, nach den Geboten des Herrn zu leben, eine Familie in einer Siedlung. Als er näher kam, bemerkte er, dass die Tür offen stand, aber niemand zu Hause war. Also begab er sich ins Haus, um sich zu vergewissern, dass wirklich niemand da war. Gerade als er das Haus verließ, kamen auch der Hausbesitzer und seine Frau an. Es ergab sich, dass während der Abwesenheit der Eigentümer ein Räuber das gesamte Haus ausgeraubt hatte. Aber sie schoben die ganze Schuld auf Vater Nikon. Was auch immer Nikon zu seiner Verteidigung vorbrachte, die Hauseigentümer glaubten ihm nicht. Der Hausherr nahm sogar ein Schwert in die Hand und wollte Nikon umbringen, aber als er die Hand erhob zum Schlag, wurde sie wie versteinert und er konnte sie nicht mehr spüren.

Daraufhin begab sich der Hausbesitzer zum Vorsteher und erzählte ihm alles. Dieser wollte Nikon aus ihren Siedlungen fortjagen, damit er ihm nie wieder unter die Augen kam. Aber Nikon begann, sie inständig zu bitten: “Um der Liebe Gottes willen, lasst mich hier bleiben, um Buße zu tun.” Der Vorsteher schloss ihn für drei Jahre aus der Kirche aus und gab die Anweisung, dass niemand zu Nikon gehen durfte. Der Starez Nikon verbrachte also drei Jahre in der Buße und bat alle, dass sie für ihn beten.

Sunder der das Haus ausgeraubt hatte

Und plötzlich, nach genau drei Jahren, begann den Sünder, der das Haus ausgeraubt hatte, sein Gewissen zu plagen. Er kam in die Kirche und bekannte, was er angestellt hatte: “Ich bin es gewesen, der gesündigt und den Hausbesitzer ausgeraubt hat. Ich habe auch gegen den Knecht Gottes, den heiligen Vater Nikon gesündigt.” Da lief das ganze Volk zusammen und fiel dem Starez vor die Füße. “Verzeih uns, Vater Nikon.”

Er antwortete: “Verzeihen - ja, ich verzeihe euch! Aber ich kann nicht mehr mit euch zusammen leben. Ich möchte es nicht. Unter euch fand sich niemand, der auch nur ein wenig Urteilsvermögen besaß, um sich über mich zu erbarmen und sich den Vorgang genauer anzusehen.”

Diese Geschichte erzählte ein Altvater einem Bruder und merkte folgendes an:

“Auf diese Weise versucht der Teufel die Menschen.”

Es war also das Werk des Teufels. Mit Hilfe seiner bösen Macht begannen alle zu glauben, dass Nikon die Siedler beraubt hatte. Doch nach Ablauf der drei Jahre belohnte Gott Vater Nikon und bestrafte den, der tatsächlich das Verbrechen begangen hatte. Die Wahrheit hat triumphiert!

Deshalb wollen wir niemals vergessen, dass der Herr gerecht ist und es nicht zulässt, dass ein Unschuldiger verleumdet wird. Aber vor dem Teufel sollen wir uns in Acht nehmen. Allen, die nicht sicher und gestärkt im Glauben an Gott stehen, kann der Teufel leicht einen schweren Schlag versetzen und ihnen für lange Zeit Frieden und Freude rauben, die nur bei jenen zu finden sind, die mit Gott leben.

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