
Eines Tages reisten der gerechte Josef und die heilige Maria von ihrer Heimatstadt Nazareth nach Bethlehem. Dort hatte sich zu dieser Zeit wegen einer Volkszählung eine große Menschenmenge versammelt, und jedes Haus, selbst die kleinste Hütte, war bereits belegt.
Was sollten sie tun? Josef und Maria waren müde und sehnten sich nach Ruhe. Mit Mühe überredeten sie einen gütigen Mann, sie in einer Höhle übernachten zu lassen, in die das Vieh bei schlechtem Wetter getrieben wurde.
In der Gegend, wo dies geschah, gab es keinen Winter, sodass Vieh und Hirten problemlos auf den Feldern übernachten konnten. Doch jene Nacht war besonders hell und warm, und die in den Berg gegrabene Höhle, die wir heute als Stall bezeichnen, war leer.

Der Besitzer erlaubte Josef und Maria, dort zu übernachten. Und hier, in dieser Höhle, auf etwas Stroh, wurde der kleine Jesus, unser Christus, geboren.
Seht her, Kinder, Jesus, der Sohn Gottes, der über die ganze Welt herrscht und alle Reichtümer in seinen Händen hält, sieht jetzt ärmer aus als alle ärmsten Kinder. Ihr zum Beispiel habt ein warmes Zimmer, ein schönes Bett und weiche Decken, aber der arme kleine Jesus hat nichts davon.
Er wurde in einem Viehstall geboren, und seine Allreine Mutter musste ihn in eine Krippe auf Stroh legen. Habt ihr nicht Mitleid mit dem kleinen Jesus?
Wenn ihr Mitleid habt und ihm eure Decken und all euren Besitz teilen möchtet, dann denkt immer daran, was Jesus Christus sagte, als er erwachsen war. Er sagte:
„Wer die Armen kleidet und speist, kleidet und speist mich.“
Deshalb ist es am besten, den Armen zu helfen, wenn ihr Jesus Christus etwas Gutes tun wollt.

Jesus, der Sohn Gottes, lag in einer Krippe, und die Hirten verbrachten die Nacht auf dem Feld. Plötzlich, wie ein Blitz, stieg ein strahlender Engel vom Himmel herab. Die Hirten erschraken sehr. Doch der gütige Engel sprach zu ihnen:
„Fürchtet euch nicht! Ich verkünde euch eine gute Nachricht: Geht zu eurer Höhle, dort werdet ihr ein kleines Kind sehen. Es ist Jesus, der Sohn Gottes, der Retter der Welt.“ Kaum war der Engel verschwunden, hörten die Hirten wundersame Klänge vom Himmel, als würde jemand eine prächtige Orgel spielen. Chöre von Engeln stiegen vom Himmel herab, um das Jesuskind, ihren König und Schöpfer, zu begrüßen.

Alle Engel sangen und jubelten, dass der liebende Gott Seinen Sohn auf die Erde gesandt hatte, um alle Menschen zu versöhnen und sie dann in Sein himmlisches Reich aufzunehmen. Als die Engel gegangen waren, eilten die Hirten zu ihrer Höhle und knieten, als sie das göttliche Kind sahen, vor ihm nieder.
Auf Gottes Geheiß erstrahlte ein außergewöhnlich schöner, großer Stern über der Höhle, in der Jesus Christus geboren worden war. Viele Menschen sahen es. Fremde Gelehrte, sie wurden früher Magier genannt, die weit entfernt von Bethlehem wohnten, wurden auf den Stern aufmerksam. Auch sie kamen zur Höhle, verneigten sich vor dem Kind und brachten ihm Gold sowie kostbare Duftstoffe als Gaben.

Hochfest der Geburt unseres Herrn, Gottes und Erlösers Jesu Christi dem Fleisch nach.
Troparion, 4. Ton:
Deine Geburt, Christus, Du, unser Gott, * hat der Welt das Licht der Erkenntnis gebracht; * denn in ihm wurden die Diener der Sterne * durch einen Stern belehrt, * Dich anzubeten als die Sonne der Gerechtigkeit * und Dich als Aufgang aus der Höhe zu erkennen: ** Herr, Ehre sei Dir.