Über die Entschlafung der Gottesgebärerin

27. August 2021

Ikone vom Fest der Entschlafung der Allheiligen Gottesgebaererin

Ikone vom Fest der Entschlafung der Allheiligen Gottesgebärerin

Aus dem Synaxarion zum Fest:

Als es Christus unserem Gott gefiel, seine Mutter zu sich zu nehmen, tat er ihr drei Tage zuvor durch einen Engel den Weggang von der Erde kund. Es ist Zeit sprach Er, dich, meine Mutter zu Mir zu nehmen. Sei deshalb nicht beunruhigt, sondern nimm die Nachricht mit Freuden auf, da du in das ewige Leben dich begibst! Im Verlangen nach der Heimkehr zu ihrem Sohn ging sie sogleich zum Ölberg; es entsprach ihrer Gewohnheit, sich zum Gebet dorthin zu begeben. Dort geschah etwas Merkwürdiges: Die Bäume auf dem Berg verneigten sich vor ihr und erwiesen der Herrin wie lebende Untertanen die gebührende Verehrung. Nach dem Gebet kehrte sie in ihr Haus zurück, das zu beben begann. Nachdem sie alle Lichter angezündet und Gott gedankt hatte, lud sie alle Verwandten und Nachbarn zu sich ein.Sie kehrte das Haus aus und bereitete das Lager und alles, was zum Begräbnis notwendig war. Den Frauen teilte sie die ihr vom Engel überbrachten Worte über ihren Heimgang in den Himmel mit und zeigte ihnen das überbrachte Siegeszeichen, einen Palmenzweig. Als die geladenen diese Nachricht vernahmen, fingen an zu weinen und lösten sich in Tränen und Jammer auf. Nach dem Wehklagen flehten sie Maria an, sie nicht als Waisen zurück zu lassen. Sie nahm jedoch von allen Anwesenden die Trauer mit den trostvollen Worten, dass sie, wenn sie in den Himmel aufgenommen sei, für sie und die ganze Welt die Beschützerin und Fürsorgerin sein werde. Darauf ordnete sie an, dass die beiden ihr bekannten und vertrauten armen Witwen, die sie bisher mit Nahrung versorgt hatte, je eines ihrer beiden Kleider erhalten sollten.

Während sie diese Anordnungen traf, kam ein gewaltiger Donner vom Himmel. Viele Wolken waren zu sehen, die die Jünger aus aller Welt zum Haus der Gottesmutter trugen. Unter ihnen befanden sich auch die von göttlicher Weisheit erfüllten Bischöfe Dionysios Areopagites, Hierotheos und Timotheos. Als sie den Grund ihrer Anwesenheit erfahren hatten, sprachen sie zu Maria: “Solange wir dich, Herrin, in der Welt wußten, sahen wir in dir unseren Herrn und Lehrer und wurden getröstet. Wie sollen wir nun diesen Schmerz ertragen? Da du aber nach dem Willen Deines Sohnes und Gottes in die überirdische Welt versetzt wirst, freuen wir uns über das, was dir zum Heil gewährt wird!” Bei diesen Worten weinten sie gar sehr. Maria entgegnete ihnen: “Geliebte Jünger Meines Sohnes und Gottes, wendet meine Freude nicht in Trauer. Bestattet meinen Leib so, wie ich ihn auf das Lager bette!” Als das geschehen war, erschien auch der in göttlicher Macht lehrende Paulus, das auserwählte Werkzeug, der sich zu Füßen der Gottesmutter niederließ und sie verehrte. Er tat seinen Mund auf und pries sie mit vielen Worten; er sprach: “Freue dich, Mutter des Lebens und Inhalt meiner Verkündigung. Wenn ich auch Christus nicht gesehen habe, so meine ich Ihn zu schauen, wenn ich dich anblicke!” Die Jungfrau verabschiedete sich nun von allen, legte sich auf das Lager und brachte ihren makellosen Leib in die gewünschte Lage. Sie betete um den Bestand und das Wohlergehen der Welt in Frieden. Dann segnete sie die Anwesenden und übergab ihren Geist den Händen ihres Sohnes und Gottes.

Grabtuch der Allheiligen Gottesgebärerin

Grabtuch der Allheiligen Gottesgebärerin

Nun stimmte Petrus die Sterbegesänge an. Die anderen Apostel hoben das Sterbelager auf ihre Schultern und trugen den Leib, der Gott empfangen hatte, zum Grab, wobei eine Gruppe der Anwesenden mit Kerzen voran schritt und die andere folgte. Zur gleichen Zeit konnte man auch den Gesang der Engel vernehmen; die Stimmen der überweltlichen Heere erfüllten die Luft. …

Die Apostel brachten den Leib, der das Leben geboren hatte, an den Ort Gethsemane und setzten ihn in der Gruft bei. Drei Tage weilten sie dort und vernahmen ununterbrochen die Gesänge der Engel. …

Das in den Felsen geschlagene Grab kann man bis auf den heutigen Tag sehen und verehren. Es befindet sich kein Leichnam darin - zum Ruhm und zur Ehre unserer Herrin, der Gottesgebärerin und immerwährenden Jungfrau Maria.

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