Wie Herr Burbalka und Tröpfchen halfen, die Glühwürmchen zu finden

28. Februar 2022

Herr Burbalka

Bald! Schon sehr bald sollte auf der Waldlichtung ein Konzert stattfinden! Die Bewohner des Waldes und des Dorfes hatten sich schon lange darauf vorbereitet. Unter ausladenden Eichen auf der Waldlichtung bauten Biber aus Baumstämmen eine Bühne, Spinnen webten dafür einen durchbrochenen weißen Vorhang, Meisen und Spatzen schmückten die Bäume mit Wildblumen und Roggenähren, und Glühwürmchen standen bereit, die Bühne den ganzen Abend mit ihrem Licht zu erleuchten. Eine Bärenfamilie hatte für die Feier Kuchen mit Himbeermarmelade gebacken und die Häsin mit ihren Hasenkindern machte kandierte Karottenlutscher am Stiel für alle.

Und so kam der fröhliche Abend! Die Brüder aus dem Wald setzten sich auf Baumstümpfe und Bänke in der Nähe der Bühne und freuten sich auf die Aufführung. Der Fuchs sollte Kunststücke vorführen, der Vogelchor hatte Waldlieder vorbereitet und das Rehkitz hatte den “Tanz der kleinen Rehlein” einstudiert. Und viele weitere interessante Aufführungen erwarteten die Gäste des Konzerts!

Und dann kam dieser feierliche Moment – ​​der Vorhang flog auf und der Ansager betrat die Bühne. Es war der Igel mit einer großen roten Mappe. Die Tiere begannen zu klatschen, aber als der Igel begann seine Rede zu halten, versank alles in Dunkelheit. Weder die Bühne noch die Künstler waren zu sehen. Wo waren die Glühwürmchen geblieben? Sie waren doch gerade noch hier und haben die Bühne beleuchtet!

Pan Burbalka und Tröpfchen waren auch beim Konzert. Zu diesem Anlass hatte sich Tröpfchen einen neuen karierten Schal um den Hals gebunden. Herr Burbalka polierte seine bereits schwarz glänzende Melone mit schwarzer Schuhcreme. Die anderen Tiere rannten auf sie zu und begannen miteinander wetteifernd um Hilfe zu bitten: “Unsere Glühwürmchen sind weg!”, “Jemand will unser Konzert stören …”, ”Wir haben uns so lange auf den Auftritt vorbereitet, wir waren so glücklich!”, “Herr Burbalka, Tröpfchen! Bitte helfen Sie mit, die Glühwürmchen zu finden!” Tröpfchen näherte sich der Bühne, wackelte mit der Nase und knurrte: “Es riecht nach Ratten! Waren sie beim Konzert?”

“Nein, waren sie nicht, waren sie nicht!”, begannen die Tiere sich miteinander zu unterhalten. “Also ... ich glaube, ich verstehe das alles. Auf geht's zum Haus der Rattenfamilie!”, sagte Herr Burbalka. Sofort setzten sie sich auf ihr Tandem und  er sowie Tröpfchen fuhren zum Rattenhaus. Eichhörnchen, Hasen und Streifenhörnchen eilten ihnen nach.

 Als sie sich dem Haus näherten, rannte Tröpfchen als erster auf die geschlossene Tür des Rattenhauses zu und begann zu klopfen:m„Ich weiß, dass du unsere Glühwürmchen genommen hast! Ich habe die Spur aufgenommen, sie führt zu dir! Ich kann es mit meiner Nase riechen!

In diesem Moment kamen die anderen Tiere. Auf dem Dach rannten die Streifenhörnchen und die Eichhörnchen umher. Die Hasen trommelten zusammen mit Tröpfchen an die Türen. Aber niemand antwortete.

Herr Burbalka, der am Fenster des Hauses stand, wandte sich höflich an die Ratten: “Liebe Freunde! Lasst uns miteinander reden! Wir werden Ihnen zuhören!” Da öffnete sich das Fenster leise ein wenig, und das Gesicht des Rattenvaters tauchte hinter dem Vorhang auf: “Und Sie werden nicht wieder an die Tür klopfen? Wir fürchten uns…”                                         “ Werden wir nicht! Werden wir nicht! Kommt heraus!”, schrien die kleinen Tiere. Jetzt kam die ganze Rattenfamilie auf die Schwelle des Hauses: Papa, Mama und sieben Kinder. “Hast du unsere Glühwürmchen genommen?”, fragte Herr Burbalka.

“ Ja. Das haben wir getan ... Aber wir haben uns gut mit ihnen verstanden. Jetzt sitzen alle bei uns am Tisch, trinken Fruchtsaft und essen Lebkuchen!

“ Aber warum brauchst du sie? Ihr wusstet doch, dass es ein Konzert im Wald gibt?”, fragte Tröpfchen.

“Wir wollten auch beim Konzert teilnehmen. Alle wurden eingeladen, nur wir nicht. Wir wollten auch Kuchen für das Fest backen, aber uns wurde gesagt, dass nichts benötigt wird. Meine Kinder wollten auch singen oder tanzen, aber bei der Aufführung war kein Platz für sie. Sie waren sehr besorgt, und wir beschlossen, die Glühwürmchen für uns selbst zu nehmen, um den Kindern ein Fest daheim zu ermöglichen. Verzeihen Sie uns!”, antwortete die Rattenmutter.

leben wir ja alle zusammen im Wald

Oh, dies war eine peinliche Situation …” Wie haben wir euch vergessen können? Schließlich leben wir ja alle zusammen im Wald! Wir wollten euch nicht beleidigen…”, die Tiere umringten die Rattenfamilie. “Nehmen wir die Glühwürmchen und gehen wir alle zusammen zurück zum Konzert!”, schlug Herr Burbalka vor.

Natürlich waren sich alle einig und schon nach kurzer Zeit ging das Konzert weiter! Die Rattenfamilie saß in der ersten Reihe und klatschte den Darstellern am lautesten. Und dann tranken alle einträchtig Preiselbeertee mit duftenden Pasteten. Oh, und wie köstlich waren diese Pasteten!

Und die kleinen und großen Tiere verstanden an diesem Abend:

Bevor du den Fehltritt eines anderen verurteilst, versuche dich in die Lage dessen einzufühlen, der ihn begann. Es könnte sein, dass du an dem, was passiert ist, auch ein wenig Schuld trägst.

Übersetzung aus dem Russischen

Autor des russischen Originals: Natalja Bunde

Aufrufe: 138
Ratings: 0/5
Votes: 0
Mehr zum thema
Artikel zum Thema
Comment