Hl. Johannes (Maximowitsch), Erzbischof von Shanghai und San Francisco

2. July 2024

 Altarfest

Am 2. Juli feiern wir im Kloster das Altarfest der Kirche zu Ehren des Hl. Johannes, Erzbischof von Shanghai und San Francisco. Wir möchten Ihnen heute diesen Heiligen unserer Tage kurz vorstellen.

Kirche des Hl. Johannes

Der heilige Johannes von Shanghai und San Francisco ist einer der bemerkenswertesten Heiligen unserer Zeit. Ein katholischer Priester, ein Franzose, rief eines Tages, nachdem er seine Argumente in einer Predigt vor jungen Leuten erschöpft hatte, aus: "Ihr verlangt Beweise, ihr sagt, dass es heute keine Wunder oder Heilige gibt. Warum sollte ich euch theoretische Beweise liefern, wenn es heute einen Heiligen gibt, der durch die Straßen von Paris läuft - Saint Jean Pieds-Nus (Hl. Johannes der Barfüßer)!"

Erzbischof Johannes wurde am 4./17. Juni 1896 im Süden Russlands in dem Dorf Adamowka in der Provinz Charkow geboren. Bei seiner Taufe erhielt er den Namen Michael, zu Ehren des Erzengels Michael, des Anführers der himmlischen Mächte. Von Kindheit an war er von tiefer Religiosität geprägt. Im Alter von 11 Jahren schickten ihn seine Eltern in eine Kadettenschule nach Poltawa. Nach dessen Abschluss trat der zukünftige Heilige in die Universität Charkow ein. Nach der Oktoberrevolution verließ er seine Heimat und landete in Belgrad. Hier wurde er 1926 zum Mönch geweiht und erhielt den Namen Johannes, zu Ehren des Hl. Johannes von Tobolsk, seinem Vorfahren.

Im Jahr 1934 wurde er zum Bischof geweiht und nach Shanghai geschickt, dem ersten Ort seines missionarischen Wirkens. Neben der Teilnahme an Gottesdiensten und Predigten, der Organisation des Gemeindelebens, der Missionsarbeit und der Wohltätigkeit war der Heilige auch damit beschäftigt, viele Kranke persönlich zu besuchen, um sie mit einem guten Hirtenwort zu inspirieren, die Beichte zu hören und die Heilige Kommunion zu spenden. Es wird erzählt, dass der Heilige im Notfall zu jeder Tages- und Nachtzeit zu einem Kranken ging.

Hl. Johannes von Shanghai

Nur diejenigen, die ihm nahe standen, wussten, wie streng und asketisch der Wladyka (Anrede eines Bischofs auf kirchenslawisch) lebte. In der Regel nahm er nur einmal am Tag Nahrung in sehr begrenzten Mengen zu sich und schlief auch nur ein paar Stunden, sitzend oder in tiefer Verbeugung vor den Ikonen kniend. In solcher Position verharrend, wurde er manchmal am Morgen von seinem Zellendiener aufgefunden. Er benutzte nie das Bett.

Als die Kommunisten an die Macht kamen, waren die Russen in China erneut gezwungen zu fliehen, die meisten von ihnen entkamen über die Philippinen. Im Jahr 1949 lebten etwa 5.000 Russen aus China in einem Lager der Internationalen Flüchtlingsorganisation auf der Insel Tubabao. Der Wladyka selbst reiste nach Washington, um die Umsiedlung mittelloser Russen nach Amerika zu organisieren.

Im Jahr 1951 wurde Wladyka Johannes zum Erzbischof des westeuropäischen Exarchats der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland ernannt. In Europa und ab 1962 in San Francisco (USA) trug seine missionarische Tätigkeit, die sich auf ein Leben des ständigen Gebets und der Reinheit in der orthodoxen Lehre stützte, reiche Früchte.

Er starb am 2. Juli 1966 in Seattle. Seine Reliquien wurden unversehrt aufgefunden, und so nahm die Russische Orthodoxe Kirche im Ausland am 2. Juli 1994 den Heiligen Johannes (Maximowitsch) als Wundertäter von Shanghai und San Francisco in den Kreis der Heiligen auf. Seine allgemeine Verherrlichung in der Russisch-Orthodoxen Kirche wurde vom Heiligen Synod am 24. Juni 2008 bestimmt.

Ikone Hl. Johannes von Shanghai

Troparion, 5. Ton

Deine Fürsorge für die Herde in ihrer Zerstreuung,* ist Vorbild auch deiner Gebete, stets dargebracht für die ganze Welt:* So glauben wir, kennenlernend deine Liebe, heiliger Bischof und Wundertäter Johannes.* Von Gott geheiligt durch den hohepriesterlichen Vollzug der dich allzeit stärkenden Allreinen Mysterien,* bist zu den Leidenden geeilt, Nöte lindernder Heiler.** Eile auch uns zu Hilfe, die wir dich von ganzem Herzen ehren.

Kondakion, 4. Ton

Dein Herz nimmt alle in Liebe auf,* die zu dir beten, o heiliger Johannes,* sich erinnernd an die asketischen Taten deines Lebens.* So war dein Hinscheiden leicht und frei von Schmerzen,** du treuer Diener der Allreinen Hodigitria.

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